Annika Franzén, Väderstad GmbH

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Das schwedische Familienunternehmen Väderstad ist mittlerweile jedermann in der Branche ein Begriff. Mit der Mulchsaatdrille Rapid leistete man in den 90er-Jahren Pionierarbeit und sorgte gemeinsam mit anderen Herstellern für die Verbreitung des pfluglosen Ackerbaus. Matthias Mumme, Chefredakteur der traction, sprach mit Personalchefin Annika Franzén über die Unternehmenskultur und Chancen für junge Berufseinsteiger.

TRACTION: Väderstad ist ein absoluter Spezialist für die Bereiche Bodenbearbeitung und Aussaat. Müssen Bewerber in den relevanten Unternehmensbereichen besondere Qualifikationen auf diesen Gebieten aufweisen?

FRANZÉN: Das hängt von der konkreten Stelle ab. Für Arbeiten im Marketing und in der Produktentwicklung oder für bestimmte Projektarbeiten sind vertiefte Kenntnisse auf diesen Gebieten sicher erforderlich.

TRACTION: Ihr Unternehmen ist international breit aufgestellt und in Märkten auf allen Kontinenten aktiv. Welche Perspektiven kann Väderstad jungen Absolventen mit Interesse an einem internationalen Arbeitsgebiet bieten?

FRANZÉN: Bislang haben wir hier leider noch keine generelle Strategie. Maria Redwanz ist allerdings ein gutes Beispiel dafür, wie so etwas auch in Zukunft aussehen kann. Wichtig ist, dass beide Parteien, also Unternehmen und Absolvent, von einer solchen Lösung profitieren. Wir sind auch in Zukunft offen für ähnliche Arrangements und werden das sicher noch ausbauen.

TRACTION: Wie rekrutiert Väderstad typischerweise junge Berufseinsteiger?

FRANZÉN: Wir stellen jedes Jahr während der Sommerferien Studenten für Ferienjobs ein, vor allem aus den Bereichen Agrarwirtschaft und Maschinenbau. Für uns ist es sehr wichtig, bereits während des Studiums Kontakt zu potenziellen Bewerbern aufzubauen, um bei einer beruflichen Entscheidung nach dem Studienabschluss in eine natürliche Auswahl zu kommen. Wir haben allerdings auch ein kleines internes Traineeprogramm, über das ein Einstieg in unser Unternehmen möglich ist.

TRACTION: Väderstad ist immer noch ein Familienunternehmen. Wie wirkt sich das Ihrer Meinung nach auf die Arbeitsatmosphäre aus?

FRANZÉN: Wir können natürlich all die Vorteile eines kleineren Unternehmens bieten, zu denen Offenheit, Kundennähe, Weitsicht, kurze Entscheidungswege und eine angenehme Arbeitsumwelt gehören. Daneben sind wir dennoch groß genug, um unseren Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten, internationale Herausforderungen und interne Aufstiegsmöglichkeiten bieten zu können.

TRACTION: Auf welche Soft Skills legt Väderstad bei Bewerbern besonderen Wert?

FRANZÉN: Die wichtigsten Charaktereigenschaften für uns sind Eigeninitiative, Teamfähigkeit, Flexibilität und zielorientiertes Arbeiten. Es zählen aber auch gegenseitiger Respekt und Loyalität unserem Unternehmen gegenüber. Im Gegenzug bieten wir interessante Stellenprofile und aufregende weltweite Herausforderungen für Führungskräfte, Projektmanager oder auch Spezialisten.

TRACTION: Bei Absolventen stehen Positionen im Produktmanagement oder Produktmarketing sehr hoch im Kurs. Bevorzugt Väderstad für solche Jobs Agraringenieure oder eher Maschinenbauer?

FRANZÉN: Optimalerweise sollten Kandidaten für solche Positionen beide Ansätze mitbringen. Vorrang hat dabei tendenziell der landwirtschaftliche Background mit technischem Verständnis. Je näher der jeweilige Job am Endkunden angesiedelt ist, umso stärker kommt es auf Fachkenntnisse im Agribusiness und weniger im Maschinenbau an.

Matthias Mumme, Chefredakteur der Zeitschrift traction.

Das Interview erschien in der traction-Ausgabe März/April 2014.

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