Ingolf Prüfer, John Deere

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Mit der Übernahme der Heinrich Lanz AG fasste das amerikanische Unternehmen John Deere 1956 in Deutschland Fuß. Hierzulande beschäftigt der Konzern mittlerweile knapp 7.000 Mitarbeiter an sechs Standorten und verzeichnet einen Umsatz von rund 3,4 Mrd. Euro jährlich. Für 2015 erwartet die Unternehmensleitung allerdings 15 Prozent weniger Maschinenumsätze. Ingolf Prüfer ist Global Human Resources Director bei John Deere und leitet als solcher das Personalwesen in Europa und in den umliegenden Regionen. Er hat Julia Eder von der Redaktion traction Fragen zu Karrieremöglichkeiten bei John Deere beantwortet.

Traction: Im Moment erlebt die Landtechnikbranche eine Wachstumsflaute. Stellen Sie momentan in Deutschland überhaupt ein?

Prüfer: Wir ersetzen Positionen derzeit nur dort, wo ihre Wiederbesetzung strategisch wichtig ist. Die zurückhaltende Einstellungspraxis darf nicht zu Verzögerungen in der Produktentwicklung und -bereitstellung führen. Ansonsten reagieren wir angemessen auf die sich verändernde Lage. Wir suchen vereinzelt Maschinenbauer, Elektrotechniker, Softwarespezialisten und Ingenieure.

Traction: Was müssen diese Fachkräfte mitbringen, um bei John Deere in Deutschland anfangen zu können?

Prüfer: Neben einem fachlich guten Abschluss sind sehr gute englische Sprachkenntnisse erforderlich. Ansonsten erwarten wir eine gewisse Sozialkompetenz, wie Offenheit, Teamfähigkeit und Aufgeschlossenheit für andere Denkweisen und Kulturen. Ein wichtiger Faktor ist auch die Mobilität, also die Bereitschaft, auch an anderen Orten zu arbeiten, nicht nur im europäischen Ausland, sondern auch auf anderen Kontinenten.

Traction: Sind die Anforderungen auf anderen Kontinenten ähnlich?

Prüfer: Das ist eigentlich in allen John-Deere-Einheiten ähnlich. Meiner Erfahrung nach hat es das Unternehmen geschafft, ein Wertesystem durchzusetzen, das die Menschen über die Kontinente hinweg teilen.

Traction: Deere & Company ist ein amerikanisches Unternehmen. Inwiefern beeinflusst das den einzelnen Mitarbeiter in Deutschland?

Prüfer: Das hängt von der jeweiligen Aufgabe ab. Außerhalb der Fabrikhallen ist Amtssprache Englisch und erst dann, wenn man unter sich ist, wird deutsch gesprochen. Ansonsten merken die Mitarbeiter die amerikanische Herkunft vor allem daran, dass grundlegende Regelwerke und Verfahren einzuhalten sind, die der amerikanischen Rechtsprechung und Buchführung folgen.

Traction: Eine Besonderheit, die wohl auch aus der amerikanischen Unternehmenskultur kommt, ist das Rotationsprinzip bei John Deere: Arbeitnehmer können alle paar Jahre zwischen verschiedenen Abteilungen wechseln. Muss ich als Mitarbeiter bei dieser Rotation mitmachen?

Prüfer: Rotation ist gewünscht, aber nicht unbedingt Pflicht. Es gibt eine Reihe von Positionen, auf denen Mitarbeiter lange verbleiben möchten. Das versuchen wir zu berücksichtigen. Generell arbeiten wir mit den Instrumenten des internal Resume, bei dem der Mitarbeiter seine internen Bewerbungsunterlagen immer auf dem neuesten Stand hält und in dem auch eigene Erwartungen oder Einschränkungen aufgeführt werden können. Ebenso finden mehrmals jährlich Gespräche zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten zu Themen wie Nachfolgeplanung und Mitarbeiterentwicklung statt. Ein wesentliches Thema ist dabei auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Traction: Wenn einem interessierten Bewerber das alles nun zusagt: Welche Einstiegsmöglichkeiten hat er bei John Deere?

Prüfer: Bei klassischen akademischen Abschlüssen haben es Kandidaten leichter, die vielleicht schon einmal eine Seminar-, Bachelor- oder sogar ihre Masterarbeit bei John Deere verfasst oder ein längeres Praktikum absolviert haben. Etliche unserer jungen Nachwuchskräfte kommen über ein duales Hochschulstudium zu uns oder gehen zunächst einmal in ein Trainee-Programm und durchlaufen dort mehrere Stationen bis zu einer gezielten späteren Verwendung. Wo immer es möglich ist, begrüßen wir bei Bewerbern eine Affinität zur Landwirtschaft.

Traction: Die Kompetenzen von John Deere in Deutschland sind auf mehrere Standorte aufgeteilt. Woher weiß ich bei der Bewerbung, in welchem Ort ich am Ende lande?

Prüfer: Grundsätzlich wäre es wünschenswert, sich zentral beim Unternehmen, das heißt bei der europäischen Bereichsleitung zu bewerben, wo alle Fäden zusammenlaufen. Dank des Online-Bewerbungsverfahrens ist das auch ganz einfach. Wenn Stellen von einer Einheit ausgeschrieben werden, sollte man sich auch online gezielt darauf bewerben. Jedem Bewerber steht es frei, auch regionale Einsatzwünsche zu äußern. Auf unserer Internetseite  von John Deere Deutschland sind alle Standorte ausführlich beschrieben. Und die Bewerbung über die John-Deere-Karriereseite bietet ebenfalls viele nützliche Informationen zur Unternehmensstruktur und zu den angebotenen Stellen, Praktika und Abschlussarbeiten.

 Das Interview erschienin der traction-Ausgabe Januar/Februar 2015.

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