Jürgen Hiltebrandt, SDF Gruppe

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Es tut sich was im schwäbischen Städtchen Lauingen: Eine neue, 40.000 qm große Halle gegenüber der Deutz-Fahr-Straße 1 nimmt langsam Gestalt an – eine Gestalt, die an die Motorhaube der Traktoren im Giugiaro-Design erinnert. Ab Mitte 2016 sollen hier jährlich 8.000 Traktoren gebaut, lackiert und getestet werden. Neben den Gebäuden verändert sich auch das Unternehmen. Julia Eder, Redakteurin bei der Landtechnikzeitschrift traction, hat mit Jürgen Hiltebrandt, Leiter Personalwesen und EDV von SDF Deutschland, über neue Namen, gute Qualifikationen und die Internationalität in Schwaben gesprochen.

traction: Vor wenigen Wochen gab die Same Deutz-Fahr Gruppe die Umbenennung in SDF Gruppe bekannt. Als Grund wurde die stärkere Internationalisierung des Konzerns genannt. Wie viel von dieser Internationalität kommt im Arbeitsalltag in Lauingen an?

Hiltebrandt: Die Internationalisierung geht einher mit der konsequenten Positionierung der einzelnen Marken des Konzerns. Sehr deutlich wird das zum Beispiel am Neubau des Traktorenwerks in Lauingen. Schon die Architektur ist ein klares Bekenntnis zur Marke Deutz-Fahr. Deutschland war und ist eben ihre Heimat und für die Kunden aus der ganzen Welt ist in Lauingen das Zentrum dieser globalen Marke. Schon allein aufgrund dieser Tatsache kann man auf die Internationalität im Arbeitsalltag schließen.

traction: Ist die italienische Unternehmensführung für den Mitarbeiter in Lauingen spürbar?

Hiltebrandt: Natürlich spielt sie auch in Lauingen eine wichtige Rolle. Wir sind stolz darauf, Teil eines von den Eigentümern geführten Familienunternehmens zu sein. Für die SDF-Gruppe ist Lauingen einer der wichtigsten Eckpfeiler in Europa die Investition in unsere neue Produktionsanlage, das Deutz-Fahr-Land, ist der beste Beweis dafür. Und: Auch wenn im internationalen Kontext des Unternehmens Englisch gesprochen wird, können Sie sich auch ohne weiteres in deutscher Sprache mit dem Topmanagement und der Eignerfamilie unterhalten. Ich denke, das spricht für sich.

traction: Was bedeutet das Deutz-Fahr-Land für jetzige und potenzielle Mitarbeiter?

Hiltebrandt: Diese Investitionen geben ein hohes Maß an Standortsicherheit für die Zukunft. Für die Region ist SDF schon lange einer der wichtigsten Arbeitgeber und mit den Erweiterungen und Neubauten werden sicherlich auch in Zukunft zusätzliche Fachkräfte in allen Bereichen benötigt werden.

traction: Welche Qualifikationen sollten Bewerber für Deutz-Fahr mitbringen ganz unabhängig von den einzelnen Geschäftsbereichen?

Hiltebrandt: Ganz oben stehen für uns immer das Interesse an und die Begeisterung für die jeweilige Aufgabe. Daraus ergibt sich dann wie von selbst ein hohes Maß an Engagement. Wenn der Bewerber dann noch Weiterbildungswillen und Flexibilität  mitbringt, hat er schon einige sehr wichtige Anforderungen erfüllt. Natürlich wird in allen Bereichen auch auf ein ordentliches Auftreten und ein professionelles und kollegiales Miteinander geachtet.

traction: Ist es für Bewerber hilfreich, ein wenig italienisch zu können?

Hiltebrandt: Fremdsprachenkenntnisse sind für einige Positionen Voraussetzung. Der italienischen Sprache kommt dabei nur ein begrenzt gesonderter Stellenwert zu. Schaden kann es allerdings nicht.

traction: Alexander Hörmann ist Produktspezialist für Precision-Farming-Lösungen bei SDF. Da ist schnelle Entwicklung und Zusammenarbeit gefragt. Wie soll sich Precision Farming in den nächsten Jahren bei Deutz-Fahr entwickeln?

Hiltebrandt: Der Bereich ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Dabei haben wir nicht nur in die Verkaufsförderung und den Vertrieb investiert, sondern legen sehr viel Wert darauf, die nötigen Entwicklungen gemeinsam mit unseren Partnern zu gestalten. Gerade weil Deutz-Fahr sich zunehmend bei Großtraktoren positioniert, ist es unser Anspruch, dem Profi-Kunden die besten Smart-Farming-Lösungen direkt ab Werk anbieten zu können.

traction: Welche Soft Skills muss man speziell als Produktspezialist mitbringen?

Hiltebrandt: Unsere Produktspezialisten sind ständig in Kontakt mit Vertriebspartnern und Endkunden. Darüber hinaus sind sie die Ansprechpartner für das zentrale Produktmanagement, wenn es um die Marktanforderungen in der Weiterentwicklung der Produkte geht. Für diese Aufgaben sind eine ausgeprägte Kommunikationsstärke und auch ein gesundes Maß an Durchsetzungsvermögen absolute Voraussetzung. Teamfähigkeit und Belastbarkeit sind für die Aufgaben aber ebenso wichtig. Der direkte Kundenkontakt bei Präsentationen und Schulungen erfordert außerdem viel selbstständiges und projektorientiertes Arbeiten.

traction: Alexander hat vor seiner Beschäftigung bei Deutz-Fahr Landwirtschaft studiert, ein Praktikum bei einem Landtechnikhersteller absolviert und dann bei Deutz-Fahr seine Abschlussarbeit geschrieben. Auf welche dieser Erfahrungen legen Sie hier besonderen Wert?

Hiltebrandt: Grundsätzlich ist der landwirtschaftliche Hintergrund immer ein wichtiges Kriterium. Der Kunde erwartet nicht nur technisches Verständnis, sondern auch dass sein Ansprechpartner bei uns genau weiß, welche Anforderungen die tägliche Arbeit auf dem Feld an die Technik stellt. Wichtig ist aber auch, dass ein Bewerber während seines Studiums oder seiner Ausbildung alle Möglichkeiten nutzt, über Praktika weitreichende Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen und Tätigkeitsbereichen zu sammeln.

traction: Abgesehen von der Abschlussarbeit: Welche Einstiegsmöglichkeiten gibt es bei SDF?

Hiltebrandt: Ein Praktikum oder die Mitarbeit im Zuge einer Abschlussarbeit sind natürlich von Vorteil. Zum einen können wir dann den Bewerber besser einschätzen. Zum anderen kennt der Bewerber das Unternehmen bereits und kann sich schnell und unkompliziert seinen Aufgaben widmen. Selbstverständlich bilden wir in Lauingen auch in verschiedenen Berufen aus, beispielweise Industriemechaniker. In diesen Berufen suchen wir stets auch erfahrene Fachkräfte.

traction: Welche Weiterbildungsmöglichkeiten bieten Sie im Unternehmen an?
Hiltebrandt: Neben den klassischen Weiterbildungsmaßnahmen in Sprachen und IT-Applikationen bieten wir ein individuell abgestimmtes Trainingsprogramm für unsere Mitarbeiter. Einen wichtigen Teil nehmen hier die Soft Skills ein, wie Präsentationstechniken, Vertriebs- und Messetrainings, Zeitmanagement und mehr. Darüber hinaus bieten wir auch bereichsübergreifende Produktschulungen an. Schließlich soll sich jeder Mitarbeiter möglichst umfassend mit unseren Produkten identifizieren.

Das Interview erschien in der traction-Ausgabe März/April 2016.

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