Uta Löffler, Agravis Raiffeisen AG

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Die Agravis Raiffeisen AG ist eines der größten Agrarhandelsunternehmen Europas. Sie erhielt 2014 einen Award als Bester Arbeitgeber. Wir wollen erfahren, welche Personalpolitik das Unternehmen verfolgt und welche Einstiegsmöglichkeiten es gibt. Uta Löffler ist bereits seit der Gründung der Agravis Raiffeisen AG Personalleiterin dort. Mit ihr hat Julia Eder, Redakteurin bei der Landtechnikzeitschrift traction, über Wertschätzung, Nachwuchs und Selbstständigkeit gesprochen.

traction: Die Agravis Raiffeisen AG ist ein großes Unternehmen mit vielen Schwerpunkten und Abteilungen. Wie würden Sie die Agravis in einem Satz erklären?

Löffler: Die Agravis Raiffeisen AG ist ein modernes Agrarhandelsunternehmen mit den Kernsegmenten Agrarerzeugnisse, Tierernährung, Pflanzenbau und Agrartechnik sowie den Komplementärbereichen Energie, Bauservice und Raiffeisen-Märkte.

traction: Im bundesweiten Ranking Bester Arbeitgeber Award wurde die Agravis 2014 als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet. Wie konnten Sie die Jury überzeugen?

Löffler: Das Besondere an diesem Arbeitgeber-Award ist, dass eben nicht eine Jury über die Preisträger entscheidet, sondern Mitarbeiter. Beim Film käme dies wahrscheinlich einem Publikumspreis gleich. Agravis hat nach meiner Überzeugung bei dieser repräsentativen Umfrage mit dem attraktiven Gesamtpaket als Arbeitgeber überzeugt.

traction: Welche drei Stichpunkte beschreiben dieses Gesamtpaket als Arbeitgeber am besten?

Löffler: Eine wertschätzende Unternehmenskultur, umfassende Aktivitäten des Personalbereichs für Berufseinsteiger und zur Weiterbildung von Fach- und Führungskräften und ein aktives betriebliches Gesundheitsmanagement.

traction: Wie erscheinen diese drei Stichpunkte im Arbeitsalltag?

Löffler: Auf sehr vielfältige Weise. Eine wertschätzende Unternehmenskultur kann man nicht verordnen; sie muss im Alltag gelebt werden. Das ist bei uns der Fall. Jeder begegnet dem anderen mit Respekt und Freundlichkeit. Wenn sich der Vorstandschef beim Auszubildenden erkundigt, wo im Unternehmen er gerade eingesetzt ist und ob es ihm dort gefällt, dann ist das echtes Interesse und keine Show. Nachwuchskräfte bekommen bei uns die Möglichkeit, ihre Talente und Fähigkeiten zu testen. Mit unserem Praktikantenprogramm Grow@Agravis sprechen wir Studierende der Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Tierernährung an. Auch Traineeprogramme mit unterschiedlichen Schwerpunkten bieten wir an. Gut ausgebildete, ambitionierte Fach- und Führungskräfte finden bei uns herausfordernde Aufgaben, die ihren Qualifikationen und Interessen entsprechen. Zusätzlich unterstützt die Agravis ihre Fach- und Führungskräfte durch ein sehr umfassendes Weiterbildungsangebot. Und das Dritte: Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource eines Unternehmens. Deshalb fördert unser betriebliches Gesundheitsmanagement nachhaltig das Wohlbefinden von Mitarbeitern. Beispiele hierfür sind Gesundheitstage, Fachvorträge, Bewegungsangebote oder auch eine aktive Unterstützung in besonderen Lebenslagen.

traction: Sie haben die Einstiegsmöglichkeiten bereits angesprochen: Gibt es Eigenschaften, die Sie bei jedem Bewerber voraussetzen, egal für welchen Weg er sich entscheidet?

Löffler: Wichtig ist uns, dass sich die jungen Nachwuchskräfte aktiv einbringen. Sie sind vom ersten Tag an wichtige Mitglieder ihres Teams. Ideen, Verantwortungsgefühl und Engagement sind gefragt. Das gilt für Praktikanten, Trainees und Auszubildende in gleicher Weise.

traction:  Dann gilt es, die Nachwuchskräfte zu halten. Große Unternehmen und Genossenschaften haben oft den Ruf, dass sie von langen Entscheidungswegen und steilen Hierarchien geprägt sind. Mit welchen Argumenten können Sie dagegen kontern?

Löffler: Bei der Agravis arbeiten Spezialisten aus Leidenschaft. Begeisterung und Leidenschaft bei jedem einzelnen Mitarbeiter können Sie nur dann wecken, wenn er Aufgaben eigenverantwortlich übernimmt und wenn Selbstständigkeit und Eigeninitiative gefragt sind. Beides fördern wir und fordern es auch ein.

traction: Ein gutes Beispiel dafür ist Peter Wieland, den wir im Karriereportrait begleitet haben. Er ist Niederlassungsleiter und  Verkäufer. Was zeichnet einen guten Agravis-Verkäufer aus?

Löffler: Ein Landtechnikverkäufer sollte ein enges, vertrauensvolles Verhältnis zu seinen Kunden haben. Dazu gehört, dass er die Sprache der Kunden spricht, ihre Bedürfnisse kennt, sie umfassend berät und ihnen maßgeschneiderte Angebote aus dem attraktiven Produktportfolio der jeweiligen Agravis-Technikgesellschaft machen kann. Das fachliche Know-how einschließlich einer umfassenden Kenntnis des Landtechnikmarkts muss natürlich auch gegeben sein. Der Kunde muss am Ende des Tages überzeugt sein, bei der Agravis-Technik in besten Händen zu sein.

traction: Was sollte man mitbringen, um wie Peter Wieland vom Verkäufer zum Niederlassungsleiter zu werden?

Löffler: Herr Wieland und die Niederlassungsleiter an den vielen anderen Standorten der 25 Technikgesellschaften sind für die Kunden häufig das Gesicht der Agravis. Sie stehen damit besonders in der Pflicht, was fachliche Kompetenz, wirtschaftlichen Erfolg, Mitarbeiterführung und Serviceleistung angeht. Das setzt eine persönliche Motivation zur stetigen Weiterbildung und die Bereitschaft zur Übernahme dieser Verantwortung voraus.

traction: Worin unterscheidet sich der Agravis-Technik von anderen Landtechnikhändlern?

Löffler: Für diese Frage bin ich eigentlich nicht die richtige Ansprechpartnerin. Zu Wettbewerbern kann ich mich schon gar nicht äußern. Die Agravis-Technikgruppe ist einer der führenden Handels- und Servicepartner rund um Landtechnik. Sie investiert fortlaufend hohe Beträge in die Leistungskraft und Schnelligkeit ihrer Standorte, um den steigenden Kundenanforderungen gerecht zu werden. Und strategisch stellt sie sich frühzeitig mit Weitsicht und klugen Entscheidungen auf die Veränderungen im Landtechnikbusiness sein.

Das Interview erschien in der traction-Ausgabe November/Dezember 2015.

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