Grenzenlos – Maximilian Löffelmeier, Merial GmbH

Maximilian_loeffelmeier_Merial_agrajo_4.jpg

In der Mitte des Foyers der Merial GmbH ragt eine offene Treppe empor. Licht flutet durch das Glasdach des Gebäudes. Auf Glastüren sind Abdrücke von Hunde- und Katzenpfoten, Pferdehufen, Rinder- und Schweineklauen und Hühnerfüßen aufgeklebt. Dahinter liegen die Büros des Unternehmens für Tiergesundheit, das unter anderem Antiparasitika, Impfstoffe und Pharmazeutika entwickelt und herstellt.

Im ersten Stock, in der Abteilung Großtier, sitzt Junior-Produktmanager Maximilian Löffelmeier in seinem Büro vor dem PC. Hier kümmert sich der Diplomlandwirt unter anderem um die Marktbeobachtung, Produktlaunches und Marketingpläne. Gerade tippt er ein paar Zahlen in sein Programm zur Mengenplanung ein: Ich muss abschätzen, welche Menge wir von welchem Produkt in den nächsten Monaten in Deutschland brauchen, erklärt er. Dabei muss ich beispielsweise die aktuelle Marktentwicklung und die Saisonalität einzelner Produkte berücksichtigen, aber auch Marketingkampagnen.

Die Mengenplanung ist eine große Verantwortung für den 26-Jährigen. Plant er zu großzügig, verfallen die Produkte. Schließlich haben Tierarzneimittel nur eine gewisse Haltbarkeit. Plant er zu knapp, ist vielleicht ein Produkt, das in einer großen Werbeaktion beworben wird, ausverkauft. Wie bei seinen anderen Aufgaben helfen ihm bei der Mengenplanung nicht nur die Verkaufszahlen vergangener Jahre und die Erfahrung der Kollegen. Auch sein landwirtschaftliches Fachwissen kann er hier gut einsetzen. Zum Beispiel kann er besser abschätzen, welche Auswirkungen bestimmte Entwicklungen in der landwirtschaftlichen Produktion auf den Tierarzneimittelmarkt haben könnten. Ich finde das Thema Tiergesundheit wahnsinnig spannend. Hier gibt es laufend neue Erkenntnisse und auch neue Chancen. Auch das Thema international zu beobachten, ist total interessant. Es ist einfach ein Bereich der Landwirtschaft, der ständig in Bewegung ist, schwärmt Maximilian und tippt ein paar weitere Zahlen in sein Programm.

Werdegang zum Produktmanager

Seine Leidenschaft für den Tierbereich hat er erst nach dem Studium entwickelt. Er kommt nicht vom Hof, hat Landwirtschaft aus reinem Interesse an der Branche studiert: Mit der Landwirtschaft wird man schließlich in allen Lebenslagen konfrontiert. Nach seinem Studienabschluss an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf trat er 2011 zunächst eine Stelle bei einer regionalen Versicherung an. Hier habe ich sehr viel mit Tieren zu tun gehabt und zum Beispiel mit Verbänden, Vermarktungsorganisationen oder Besamungsorganisationen im Rinderbereich zusammengearbeitet, blickt Maximilian zurück.

Nach drei Jahren habe ich hier aber keine Perspektive mehr für mich gesehen. So bewarb er sich über einen Personalvermittler auf die Stelle bei der Merial GmbH. Drei Bewerbungsgespräche später zog er Anfang Oktober 2014 in sein neues Büro im bayerischen Hallbergmoos ein.

Perspektive hat er bei seinem neuen Arbeitgeber genug. So ein internationales Unternehmen ist eine Bereicherung für jeden Mitarbeiter, findet der Junior-Produktmanager. Im Gegensatz zu meinem ersten Arbeitgeber habe ich hier die Chance, mich auch mit Kollegen außerhalb der deutschen Grenzen auszutauschen. Wenn man ein Problem immer nur im eigenen Land diskutiert, dreht man sich oft im Kreis. Da tut es gut, wenn es auch jemand von außen betrachtet.

Internationale Treffen der Merial GmbH

Maximilian kontrolliert die Zahlen, die er ins Mengenplanungsprogramm eingegeben hat, noch ein letztes Mal und schickt sie per Mausklick an seine Kollegen nach Lyon. Die kümmern sich um die Bereitstellung der Ware. Sicher kann er nicht mit allen weltweit 6.450 Mitarbeitern der Merial GmbH in Kontakt stehen, aber mit den europäischen Kollegen treffen er und seine deutschen Mitstreiter sich regelmäßig. Mindestens zweimal im Jahr kommen wir alle zusammen. Dann reden wir über Geschäftsentwicklungen oder besprechen Strategien zur Vermarktung eines Produkts, berichtet er. Wenn zum Beispiel ein Produkt im Nachbarland sehr erfolgreich ist, analysieren sie, was die entsprechenden Kollegen gemacht haben: Wie sind sie an die Kunden herangegangen? Wie haben sie es geschafft, den Absatz zu fördern? Davon können wir profitieren.

Allerdings muss er dabei natürlich die Voraussetzungen im jeweiligen Land berücksichtigen. Denn was in Frankreich erlaubt ist, ist in Deutschland vielleicht nicht erlaubt. Die Arzneimittelgesetze sind teilweise sehr verschieden und umfangreich, wie die prall gefüllten Bücherregale im Foyer des Bürogebäudes zeigen. Trotzdem ist es gut, über den Tellerrand zu blicken, Herausforderungen aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten und sich über die Landesgrenzen hinweg auszutauschen.

Bei solchen Treffen besprechen Maximilian und seine Kollegen aus Deutschland und den anderen Ländern auch europäische Marketingkampagnen. Diese übernehmen wir dann entweder eins zu eins in Deutschland oder passen sie bei Bedarf auf unser Land an, erklärt der 26-Jährige. Wie zum Beispiel bei der Kampagne für die Eurotier 2014, die im internationalen Kreis geplant wurde. Schließlich handelt es sich um eine internationale Messe und auf dieser wollte man dem internationalen Wiedererkennungswert des Unternehmens gerecht werden.

Daraus ergab sich auch eine unerwartete Herausforderung für Maximilian, denn die Kampagne war auf Englisch formuliert. Ein Plakat musste er ins Deutsche übersetzen; die meisten der Eurotier-Besucher kommen schließlich doch aus Deutschland. Das war eine spannende Aufgabe, denn super Slogans auf Englisch kann man nicht wortwörtlich übersetzen. Die müssen schließlich auch in unserer Sprache einen Sinn ergeben und gut klingen. Und das ist genau das, was ihm bei seinem Arbeitgeber so gut gefällt: Die Mischung aus internationalem Unternehmen und dem Bereich Marketing. Zwar habe ich auch hier Routineaufgaben, doch kein Tag ist wie der andere. Ich muss ständig flexibel sein, mich mit meinen deutschen und ausländischen Kollegen austauschen und auch international denken.

Dagmar Deutsch

Weitere Artikel zu dem Thema