Berufsausbildung in der grünen Branche: Mit diesen Kniffen meisterst du alles mit Höchstleistung

Für viele junge Menschen fühlt sich der Beginn der Berufsausbildung so an, als ob sie in ein neues Leben treten würden. Lerninhalte, Tagesrhythmus, Umfeld, alles ist plötzlich so viel anders als in den ganzen Jahren zuvor. Und in manchen grünen Berufen können die ersten Tage sogar den Eindruck erwecken, dass das meiste Wissen aus der bisherigen Schulzeit getrost ad acta gelegt werden kann, weil es im Beruf keine Anwendung findet – die Interpretation der Leiden des jungen Werthers interessiert auf dem Acker bestenfalls als Anekdote.

Angesichts all dieser Tatsachen ist es leicht, kopflos zu werden und unnötige Fehler zu begehen – und der Wandel, den du binnen weniger Wochen durchlebst, kann durchaus wie ein Kampf wirken, weil du dich an so vieles aus der Schulzeit gewöhnt hast.

Deine wichtigsten Helfer in diesem Kampf sind gezieltes Lernen, Arbeiten und Ordnung in sehr breiter Auslegung. Lies jetzt mehr über sechs wertvolle Kniffe, die dir im neuen Alltag der Berufsausbildung helfen.

Kniff 1: Behalte in der Ausbildung einen kühlen Kopf

Vielleicht haben dir die ersten Tage im Beruf den Eindruck vermittelt, dass deine bisherige Schulzeit dir kaum etwas Brauchbares vermittelt hätte. Und nach dem ersten Berufsschultag kann sich das Gefühl definitiv noch verstärken – schau dir beispielsweise einmal den Rahmenplan für den Winzerberuf an. Darin findet sich auf den ersten Blick nicht viel, was in einer typischen Schullaufbahn gelehrt wird.

Dennoch gilt hierbei die wichtigste Regel: Bleib cool! Denn auch wenn es nicht so scheint, alles, was du in der Schule gelernt hast, liefert dir zumindest Grundlagenwissen in irgendeiner Form – längst nicht nur das Einmaleins und das ABC. Außerdem darfst du dich blind darauf verlassen, dass die Ausbildungspläne immer so gestaltet sind, dass sie auf den Lehrplänen der Schulformen aufbauen. Es gibt nur zwei Optionen:

  • Entweder du weißt es (theoretisch), weil es auf dem schulischen Lehrplan stand.
                oder
  • Man bringt es dir bei, weil es zum berufsspezifischen Wissen gehört.

Du kannst dich also zurücklehnen. Schon nach einigen Wochen wird dir manches klar werden, darunter auch, dass viele dieser abstrakt wirkenden Themen aus der Schulzeit tatsächlich doch eine praktische Anwendbarkeit besitzen.

Auszubildender bei Schneidarbeiten in einer Werkstatt
Im Beruf lernst du zwar viel Neues, die Basis dafür liefert aber all dein Schulwissen – egal wie inkompatibel es zunächst wirken mag. (stock.adobe.com/auremar)

Kniff 2: Bleib dicht an älteren Azubis

In einigen grünen Berufen ist die Ausbildung von harter, körperlicher Arbeit geprägt. In vielen Betrieben gibt es deshalb zwischen den Ausbildungsjahren eine Hackordnung – so unschön das auch sein mag. Doch selbst, wenn die älteren Azubis deines Betriebes oder der Berufsschule deshalb eine gewisse Attitüde an den Tag legen, solltest du dich nicht abschrecken lassen.

Viel mehr können wir dir nur raten, auf sie zuzugehen. Denn alles, was du jetzt durchmachst, haben sie vor maximal zwei Jahren selbst erlebt. Nutze deshalb jede Chance, über diesen niedrigschwelligen Weg wertvolles Wissen abzugreifen. Dazu gehören zahlreiche Kniffe und auch Hinweise zu den Lerninhalten deiner Berufsausbildung. Nicht zuletzt kann ein ähnlich junger Azubi dir vielleicht auch manches verständlicher erklären als ein Berufsschullehrer. Und sowieso sind sie immer eine gute Anlaufstelle für gebrauchte Lehrbücher und Unterlagen. Apropos:

Kniff 3: Schaffe während der Berufsausbildung Ordnung mit Ordnern

Möchtest du wissen, wie du garantiert den Überblick verlierst? In dem du alles, was du erlernst und erhältst, bestenfalls in eine Mappe packst. Es ist zwar vorhanden, aber du wirst niemals das finden, was du vielleicht nochmal nachlesen möchtest – etwa zur Klausurvorbereitung.

Noch vor Ausbildungsbeginn solltest du dir deshalb eine Großpackung Aktenordner besorgen und sie folgenderweise aufteilen:

  • Ein schmaler „Mitnehm-Ordner“, der mit Trennblättern für den Berufsschultag und seine Fächer unterteilt ist.
  • Fest zugeteilte Ordner für jedes Berufsschulfach zum dauerhaften Abheften.
  • Diese unterteilt in je einen Ordner für deine Unterlagen und Notizen sowie solche, die du von älteren Azubis und anderen Quellen erhältst.
  • Neue Ordner für jedes einzelne Lehrjahr.
  • Alle Ordner werden in Bücherreihenfolge bestückt. Also beginnend mit den ältesten Blättern.

Dann gehst du folgendermaßen vor: Zunächst ist es wichtig, Klarheit zu schaffen. Ein hervorragender Weg für einheitliche Markierungen sind bedruckte Etiketten. Und zwar so, dass auf jedem Ordner alles in vergleichbarer Art steht. Dann heftest du an jedem Berufsschultag alles in deinen „Mitnehm-Ordner“ – das ist ungleich praktischer, als die anderen Ordner mitzunehmen.

Direkt nachmittags heftest du jedoch alle Unterlagen in die Fachordner ab; dadurch wird alles schön logisch unterteilt. Im allerbesten Fall erhältst du so ein Bücherbrett, in das du nur hineingreifen musst, wenn du etwas nachlesen musst – dank dieses Systems wirst du nie suchen müssen.

Tipp: Informiere dich, wie du später deine Berichtshefte/Ausbildungsnachweise einreichen musst; hier gibt es nämlich auch eine offizielle digitale Variante, dazu auch diverse PDF-Vorlagen von IHKs und HWKs. Versuche dennoch, alles (auch) in ausgedruckter Form zu haben – dann kann es nicht versehentlich gelöscht werden.

Frau sitzt zuhause an einem Schreibtisch in einem aufgeräumten Zimmer
Aktenordner mögen für einen jungen Menschen langweilig wirken. Sie machen jedoch aus einem Chaos der Unterlagen ein geordnetes, zum Lernen wertvolles Ganzes. (stock.adobe.com/contrastwerkstatt)

Kniff 4: Werde zum Notizbuchbesitzer

In den ersten Ausbildungswochen wirst du vielfach glauben, dass neues Wissen wie Starkregen auf dich herabfällt – und wenn du dich nur auf dein Gehirn verlässt, wirst du wahrscheinlich Probleme bekommen. Zudem kann es jedoch auch passieren, dass du mit der Zeit so viel Routine bekommst, sodass du bei vielen Tätigkeiten vergisst, wie man es eigentlich ganz vorschriftsmäßig macht und in der Berufsausbildung lernt.

Gegen derartige Probleme solltest du dir unbedingt ein Notizbuch zulegen:

  • Maße: DIN A6 oder -A7, das passt in jede Tasche.
  • Mit Rechenkästchen/Gitterlinien, die sind am vielfältigsten nutzbar.
  • Mit einem weichen Kunststoffeinband versehen, der ist robust und komfortabel.
  • Gerne mit einem Einschubfach hinten für lose Unterlagen.

Dann musst du nur noch lernen, dieses Büchlein richtig zu nutzen. Ideal wäre es zwar, wenn du Stenografie beherrschtest, es geht jedoch auch ohne. Notiere einfach immer oben das Datum, zu dem du einen Eintrag machst. Und dann schreibe alles nieder, was du neu erlernst; so detailliert wie möglich. Falls das im Arbeitsstress nicht geht, dann notiere wenigstens Stichworte und lass genug Platz, um es zeitnah ausführlicher auszuformulieren.

Auf diese Weise erschaffst du dir eine „Betriebsanleitung“ für dich, deinen grünen Beruf, deinen Arbeitgeber und alles, was du benutzen musst. Nur dabeihaben musst du das Büchlein immer, dann kommst du nie in die Verlegenheit, Antworten hören zu müssen wie „das habe ich dir doch schon zweimal erklärt“.

Tipp: Wenn du etwas erklärt bekommst und es nicht verstehst, zögere niemals, direkt nachzuhaken und schreib es sofort auf. Das ist grundsätzlich besser, als später mit Halbwissen zu glänzen oder Fehler zu machen.

Kniff 5: Sei pünktlich dank der richtigen Armbanduhr

Pünktlichkeit ist für einen Azubi das A und O. Allerdings ist weder das Smartphone noch eine Smartwatch sonderlich gut als Zeitmesser für die zupackenderen grünen Berufe geeignet – iPhone im Schweinestall? Smartwatch beim frostigen Rebschnitt im Januar? Keine gute Idee.

Besorg dir deshalb zu Ausbildungsbeginn eine möglichst robuste „normale“ Armbanduhr. Am besten eine digitale, die hat viele nützliche Funktionen – vielleicht gibt es in der Familie ja auch jemanden, der dir zu diesem Anlass ein Geschenk machen will.

  1. Du hast immer einen Zeitmesser dabei, dessen Batterie mindestens einige Jahre hält.
  2. Er lässt sich mit einer Hand ablesen und ist dabei ziemlich unauffällig.
  3. Er hilft dir dabei, morgens und überhaupt zu jedem Anlass pünktlich zu sein – und weil er so leicht ist, musst du ihn bestenfalls zum Duschen ablegen.
Junger Mann guckt auf seine Uhr
Eine simple, robuste Armbanduhr hilft dir, deinen neuen Tagesablauf durchzutakten – und ist ungleich robuster als jede Smartwatch und somit deutlich besser für viele grüne Berufe geeignet. (stock.adobe.com/Drobot Dean)

Kniff 6: Räume Arbeitsutensilien mit Sinn und Verstand

Ausbildung als Landwirt: Mitten während der Frühjahrsaussaat macht am Schlepper ein Arbeitsscheinwerfer schlapp. Ein Fall für den Landmaschinenmechatroniker? Nicht unbedingt, derartige „Kleinigkeiten“ reparieren viele Höfe selbst. Aber: Dafür benötigst du zumindest einige Werkzeuge. Und dabei wiederum kann es ziemlich chaotisch werden, wenn du nicht richtig vorgehst.

Dabei sei unterstrichen, dass die folgenden Tipps in jedem grünen Beruf und für sämtliche Arbeitsutensilien und Werkzeuge gelten:

  1. Handle nicht kopflos, sondern überlege einen Augenblick, was du für die Aufgabe benötigst.
  2. Suche dir alles heraus und sammle es an einem zentralen, transportablen Ort, etwa in einer Werkzeugtasche. Leg auch Stücke dazu, die du nur vielleicht benötigst. Ist es zu viel, dann notiere dir, was du genommen hast.
  3. Wenn du während der Arbeit etwas aktuell nicht benötigst, dann lege es an diesen Ort zurück, niemals „irgendwohin“.
  4. Halte dich während der Arbeit nicht weiter mit Ordnung oder Pflege auf, das unterbricht nur.
  5. Wenn die Arbeit erledigt ist, reinige alles und bring es dorthin zurück, von wo du es genommen hast – schnellstmöglich.

Das mag dir auf den ersten Blick chaotisch oder überzogen vorkommen. In der Praxis wird es jedoch dafür sorgen, dass du immer das richtige Werkzeug zur Hand hast und auch immer weißt, wo du es suchen musst. Auch wenn andere Kollegen nicht so stringent sind, solltest du es trotzdem so machen – geht dann nämlich mal etwas verloren, hast du wenigstens ein reines Gewissen.

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