Förderpreise für Abschlussarbeiten

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Viel Zeit und Herzblut steckt in der Regel in einer Abschlussarbeit. Da wäre es doch schön, wenn die Arbeit nicht nur zur Beendigung des Studiums dienen, sondern auch noch anderweitig honoriert werden würde. Möglichkeiten für einen solchen Abschluss mit Auszeichnung bieten Förderpreise, die Firmen, Stiftungen und Verbände für Graduierungsarbeiten ausschreiben.

Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um die Anerkennung, die ein solcher Preis mit sich bringt. Zudem lassen sich Kontakte zu Unternehmen oder wissenschaftlichen Einrichtungen knüpfen. Und bei Bewerbungen ist eine solche Auszeichnung ein echter Pluspunkt im Lebenslauf. Denn gute Noten und Praktika haben viele einen Preis gewinnt hingegen nicht jeder.

Mitmachen lohnt sich also, zumal der Bewerbungsaufwand in der Regel sehr gering ist. Meist reicht man lediglich die Arbeit, das Gutachten des Betreuers sowie ein kurzes Anschreiben ein. Und den Großteil der Arbeit die Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten für Abschlussarbeiten im Agrarbereich haben wir euch schon mal abgenommen:

Albrecht-Daniel-Thaer- Förderpreis

Der Förderpreis wird für herausragende Abschlussarbeiten von Absolventen und Promovenden des Instituts für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin verliehen. Der Preis beträgt 150 € (Bachelor), 250 € (Master) und 400 € (Promotion). Bewerbungen sind jedes Jahr bis zum 31. März möglich.

Amazone Innovation-Award

Im zweijährigen Rhythmus werden von der Amazone-Stiftung im Rahmen der Landtechnik-Messe Agritechnica Abschlussarbeiten prämiert, die einen Bezug zur Landtechnik haben. Die Arbeiten sollten sich mit innovativen Themen aus den Bereichen Verfahrens- oder Maschinentechnik, Produktion von Landmaschinen oder Vertrieb bzw. Service befassen. Die beste Bachelor- oder Masterarbeit wird mit 2.000 € , die beste Dissertation mit 4.000 € prämiert.

DGfZ-Preis

Die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ) fördert Masterarbeiten und Dissertationen, die besonders interessante und richtungsweisende Ergebnisse zur angewandten Nutztierwissenschaft bzw. der angewandten Veterinärmedizin bei landwirtschaftlichen Nutztieren zum Inhalt haben. Das Preisgeld beträgt 500 € bei Masterarbeiten und 1.500 € bei Dissertationen.

DMK-Förderpreis

Der Förderpreis des Deutschen Maiskomitees wird jährlich für herausragende, praxisorientierte wissenschaftliche Arbeiten auf den Gebieten der klassischen und molekularbiologischen Züchtung, des Pflanzenschutzes, des Versuchswesens, der Produktion und Verwertung, der Ökologie und der Ökonomik des Maisanbaus verliehen. Ziel ist die möglichst kurzfristige praktische Umsetzbarkeit der durch sie gewonnenen neuen Ergebnisse und Innovationen in einzelbetriebliche oder gesamtwirtschaftliche Nutzenvorteile.
Teilnahmeberechtigt sind Absolventen, die das 35. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Neben Einzelanmeldungen sind auch Gruppenanmeldungen möglich. Der Preis ist in der Kategorie Bachelor- und Masterarbeiten mit insgesamt 1.500 € und in der Kategorie Doktorarbeiten mit insgesamt 2.500 € dotiert. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Jahrestagung des DMK im Herbst. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 1. August eines Jahres.

Förderpreis des Landes Brandenburg

Das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MIL) verleiht alljährlich einen Förderpreis für eine für das Land Brandenburg besonders bedeutsame Abschlussarbeit des Instituts für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Als Preise winken 250 € für Bachelor- und 350 € für Masterarbeiten sowie 500 € für Dissertationen. Bewerbungsschluss ist der 30. März eines Jahres.

Förderpreis Ernährungskultur

Mit dem Förderpreis Ernährungskultur der Universität Kassel werden wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeiten sowie Projekte gefördert, die einen herausragenden Beitrag zur Erforschung und Verbreitung einer nachhaltigen, zukunftsweisenden Lebensmittelerzeugung und Ernährung leisten.
Der mit 5.000 dotierte Preis kann an eine Person oder Institution gegeben oder aber auch geteilt werden. Fachgebiet Ökologische Lebensmittelqualität und Ernährungskultur.

Förderpreis Wissenschaft

Die Gregor Louisoder Umweltstiftung vergibt Förderpreise an Nachwuchswissenschaftler, die sich mit ihren Abschlussarbeiten (Masterarbeiten, Dissertationen) für den Umwelt- und Naturschutz engagiert haben. Die Preise sind mit 2.500 € dotiert, weitere 2.500 € werden dem Preisträger als zweckgebundene Unterstützung für eine Fortführung der wissenschaftlichen Tätigkeit zur Verfügung gestellt. Die Förderpreise werden für Arbeiten mit folgenden Forschungsschwerpunkten vergeben: Forst- und Agrarwissenschaften, Biologie, Umwelt- und Wirtschaftswissenschaften. Ein fester Bewerbungsschluss besteht nicht. Die Arbeiten können fortlaufend eingereicht werden. Die Bewertung und Entscheidung über die Preisvergabe findet in der Regel innerhalb von zwölf Monaten nach Einreichung statt.

Forschungspreis Bio-Lebensmittel

Der Preis wird jedes Jahr an die besten Abschlussarbeiten (Bachelor, Master/Diplom und Dissertation) verliehen, die sich mit der ökologischen Lebensmittelwirtschaft oder einem verwandten Thema aus dem Bereich der Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben. Für den Forschungspreis haben sich namhafte Träger und Sponsoren aus der Praxis zusammengeschlossen, um Studenten zu motivieren, ökologische Themen aufzugreifen sowie um Unternehmen dazu anzuregen, mit den Hochschulen zu kooperieren und auf Forschungsfragen im Bio-Umfeld aufmerksam zu machen. Das Preisgeld wird in drei Kategorien aufgeteilt: Für die beste Bachelor-Arbeit gibt es 2.000 € , für die beste Master- oder Diplomarbeit 3.000 € und für die beste Dissertation 5.000 €. Der Forschungspreis wird jährlich im Rahmen der Messe „BioFach“ in Nürnberg verliehen, erstmals 2014.
Bewerbungsschluss für den Forschungspreis Bio Lebensmittel ist immer im Oktober des Vorjahres.

Forschungspreis IGN

Der Forschungspreis der Internationalen Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) zeichnet abgeschlossene und möglichst publizierte Diplom-, Master- und Doktorarbeiten sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen aus, die der Weiterentwicklung der artgemäßen und verhaltensgerechten Tierhaltung dienen. Er ist mit insgesamt 10.000 € dotiert. Bewerbungsfrist für den Forschungspreis ist der 1. April eines Jahres.

Hochschulpreis Nachwachsende Rohstoffe

Der Internationale Hochschulpreis wurde von der Raiffeisenbank Straubing eG ins Leben gerufen und wird jährlich über die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe verliehen. Es werden abgeschlossene und bereits bewertete Diplom-, Master- und Magisterarbeiten sowie Dissertationen prämiert, die sich mit dem Thema Nachwachsende Rohstoffe beschäftigen. Die eingereichten Arbeiten müssen mindestens mit der Note 2,5 bewertet worden sein. Der Preis ist mit 2.500 € dotiert und kann auch auf mehrere Bewerber verteilt werden.

Internationales Helmut Claas-Stipendium

Studenten der Fachrichtung Landtechnik, Agrar-, Ingenieur- oder Wirtschaftswissenschaften, die ihre Bachelorarbeit fertig gestellt haben, können sich bei der Claas Stiftung bewerben. Das Kernstück der Bewerbung ist die Bachelorarbeit. Alternativ können bei  Diplomstudiengängen auch Studienarbeiten eingereicht werden. Die Arbeiten müssen einen Bezug zur Landtechnik, Landwirtschaft oder  zu angrenzenden Themen haben. Insgesamt werden vier Förderstipendien
(Fördersumme 3.600 € bis 7.200€) sowie drei Bonuspreise im Wert von je 1.500 € vergeben. Die Studenten, die ein Masterstudium anschließen, qualifizieren sich für eines der vier Förderstipendien oder für einen der Bonuspreise. Studenten, die ihr Studium mit ihrer Bachelorarbeit abschließen, qualifizieren sich ausschließlich für einen der Bonuspreise.

Max-Eyth-Nachwuchsförderpreis

Der Fachbereich Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI-MEG) schreibt jährlich den  Max-Eyth-Nachwuchsförderungspreis aus. Er wird für die besten agrartechnischen Abschlussarbeiten (Bachelor, Master oder Diplom) verliehen. Einreichungsberechtigt sind Hochschullehrer, die das Fachgebiet Agrartechnik vertreten oder ein agrartechnisches Thema einer Abschlussarbeit betreuen. Für die Teilnahme an der Ausschreibung sind ein Gutachten, aus dem die besondere Bedeutung der Arbeit für die Agrartechnik ersichtlich wird, und drei Exemplare der Abschlussarbeit erforderlich. Mit der Auszeichnung sind eine öffentliche Ehrung sowie eine Geldprämie in Höhe von 600 € verbunden.

Nachwuchsförderpreis Agrarinformatik

Die Gesellschaft für Informatik in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (GIL) vergibt jährlich den Nachwuchsförderpreis Agrarinformatik. Gesucht sind herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit der Nutzung digitaler Informationstechnologien befassen. Mit dem Wettbewerb sollen einerseits die Agrarinformatik weiterentwickelt und gleichzeitig die Übertragung in praktische Anwendungen gefördert werden. Als Preise winken 250 € für Diplom- und Masterarbeiten sowie 500 € für Dissertationen und Habilitationsschriften. Bewerbungsschluss ist Anfang Dezember eines jeden Jahres.

NatureLife Nachhaltigkeitspreis Umweltmanagement

Der Förderpreis der NatureLife-International-Stiftung für Umwelt, Bildung und Nachhaltigkeit prämiert jährlich zwei Abschlussarbeiten der Universität Hohenheim. Die erste Ausschreibung richtet sich an hervorragende Absolventen an einem der Tropenlehrstühle, die zweite erfolgt am Lehrstuhl für Umweltmanagement.

Preis der Johannes Schubert-Stiftung

Der Stiftungszweck der Johannes Schubert-Stiftung liegt in der Förderung und Auszeichnung wissenschaftlicher Arbeiten von besonders befähigten Studenten an der Fachhochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Förderpreise werden für Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten vergeben, die sich mit Themen der Ökologie oder Meteorologie befassen. Die Preise sind mit jeweils 750 € pro Arbeit dotiert.

Stockmeyer Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler

Die Heinrich-Stockmeyer-Stiftung wurde mit der Zielsetzung gegründet, die Lebensmittelforschung im Interesse sicherer Nahrungsmittel zu unterstützen. Der Förderpreis ist mit 2.500 € dotiert. Die Abschlussarbeiten (Bachelor oder Master) sollen nicht älter als zwei Jahre sein und einen hohen Anwendungs- und Praxisbezug vorweisen. Die Ausschreibung richtet sich an Personen, die nicht älter als 30 Jahre sind.

Studienpreis des Universitätsbundes Hohenheim

Der Universitätsbund Hohenheim e.V. als Verein der Freunde und Förderer der Universität Hohenheim prämiert mit seinen Studienpreisen die jeweils besten Master- oder Diplomarbeiten jeder Fakultät. Ausgezeichnet werden die besten Abschlussarbeiten in den Fachgebieten Agrarwissenschaften und Naturwissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Das Preisgeld beträgt 500 €. Die Ermittlung der Preisträger erfolgt auf der Grundlage der Angaben des Prüfungsamtes. Liegen in einem Fachgebiet mehrere Arbeiten mit der gleichen Bestnote vor, wird als zweites Kriterium die Note des Diploms bzw. der Abschlussprüfung herangezogen. Bei gleicher Diplomnote entscheiden die Dekane und Studiendekane der zuständigen Fakultäten. Die Preise werden jeweils am Dies Academicus der Universität Hohenheim verliehen.

Studienpreis für umweltrelevante Abschlussarbeiten

Die Gesellschaft für Energie und Umwelt des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI-GEU) vergibt einmal jährlich einen Preis für eine hervorragende umweltrelevante Abschlussarbeit von Master- oder Diplomstudiengängen. Bewerben können sich alle Studenten, die einen Studiengang mit entsprechenden Schwerpunkten im Umweltbereich absolvieren. Das Thema der Abschlussarbeit soll technisch orientiert und die fertige Arbeit zur Bewertung beim betreuenden Institut bereits eingereicht sein. Die Einreichung sollte nicht länger als zwölf Monate zurückliegen. Der Preis ist mit 1.500 € dotiert. Die Bewerbungsunterlagen sind bis zum 30.  September eines Jahres bei der VDI-GEU einzureichen. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen einer öffentlichen VDI-Veranstaltung, zu der auch der Professor, der die Abschlussarbeit betreut hat, als Ehrengast eingeladen wird.

Wilhelm-Rimpau-Preis

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft  (DLG) vergibt den Wilhelm-Rimpau-Preis für innovative und praxisnahe Diplom- und Masterarbeiten im Bereich der Pflanzenproduktion. Der Preis ist nach Wilhelm Rimpau, dem „Vater der deutschen Pflanzenzüchtung“ und Gründer der Saatzuchtabteilung der DLG, benannt. Für den Preis können sich junge Agrarwissenschaftler bewerben, die nach dem 1. Januar 2012 eine Diplom- bzw. Masterarbeit in einer Disziplin der Pflanzenproduktion abgeschlossen haben. Jede landwirtschaftliche Fakultät deutschsprachiger Universitäten und Fachhochschulen ist berechtigt, den Zulassungsvoraussetzungen entsprechende Diplom- bzw. Masterarbeiten zu nominieren. Die Begutachtung der Arbeiten erfolgt durch eine unabhängige Fachkommission. An den Wilhelm-Rimpau-Preis sind Geldpreise in Höhe von 1.000 €, 1.500 € und 2.000 € gebunden. Die Preise werden im Rahmen der DLG-Feldtage verliehen.

Wolfgang Erz-Förderpreis

Der Bundesverband Beruflicher Naturschutz e. V. (BBN) ist Stifter des Wolfgang-Erz-Förderpreises. Dieser ist mit einer Summe zwischen 1.000 € und 3.000 € dotiert. Der Wolfgang-Erz-Förderpreis soll herausragende anwendungsorientierte Arbeiten aus dem Bereich des Naturschutzes auszeichnen. Er wird in der Regel zweijährlich anlässlich des Deutschen Naturschutztages an bis zu drei Personen vergeben. Vorschläge für die Verleihung des Preises können seitens der Betreuer von Abschlussarbeiten und Dissertationen der für Naturschutz und Landschaftspflege relevanten Ausbildungseinrichtungen eingereicht werden.

Julia Reinhardt, Redaktion agrarmanager

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