Forstwirtschaft studieren

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Im Wald wird der nachwachsende Rohstoff Holz produziert, der unter anderem als Bauholz, für Möbel oder Papier benötigt wird und natürlich als Energieträger. Doch auch der Klima- und Artenschutz sind wichtige Aufgaben des zweitgrößten Ökosystems der Erde. All diese Aspekte werden Dir in den Studiengängen, die mit Forst-, Wald- oder Holzwirtschaft zu tun haben, vermittelt.

Im Vordergrund des Studiums der Forstwirtschaft oder Forstwissenschaft steht die wirtschaftliche Nutzung von Wäldern. Das Studium qualifiziert Dich für das selbstständige forstliche Betriebsmanagement und kann durch Spezialisierungen in den höheren Semestern auch in andere Richtungen gelenkt werden. In den ersten Semestern bekommst Du zunächst Grundlagen aus den Bereichen Biologie, Mathematik und Physik vermittelt sowie betriebs- und volkswirtschaftliches Know-how. Auch Kommunalrecht und Umweltpolitik stehen auf den meisten Vorlesungsplänen. Zu den Forst-Grundlagen, die im Studium gelehrt werden, gehören unter anderem die Themen Pflanzenwachstum und Waldbau aber auch Kartographie sowie Forsttechnik. In den weiterführenden Semestern hast Du die Möglichkeit, Dich in eine bestimmte Richtung zu spezialisieren, zum Beispiel Waldpädagogik, Waldnaturschutz oder Kommunalwirtschaft.

Die Holzwirtschaft als Spezialform eines Studiums rund um das Holz konzentriert sich auf die vielfältigen Verwendungs- und Verwertungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Hölzer. Dementsprechend vermittelt Dir dieses Studium eine Kombination von forstwirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen sowie zusätzliche technische und ökologische Themen. In den ersten Semestern stehen darüber hinaus mathematische und naturwirtschaftliche Grundlagen auf Deinem Lehrplan, in den weiterführenden Semestern geht es vor allem um Werkstoffkunde, Bauphysik sowie Fertigungs- und Verfahrenstechnik.

Bachelor-Studium Forst- und Holzwirtschaft

Die Bachelor-Studiengänge laufen sechs oder sieben Semester lang. Die meisten Bachelor-Studiengänge enthalten ein praktisches Studiensemester.
Eine Besonderheit stellt das Studium an der Universität Freiburg dar. Hier könntest Du zusätzlich zum Hauptfach Waldwirtschaft und Umwelt eines von fünf möglichen Nebenfächern wählen (Holz- und Bioenergie, internationale Waldwirtschaft, Meteorologie und Klimatologie, Naturschutz und Landespflege, Umwelthydrologie) und Dich somit bereits im Bachelor-Studium spezialisieren.

Weitere Spezialisierungen finden sich in Eberswalde und in Mosbach. Die Hochschule Eberswalde hat ein duales Studium Holztechnik im Programm. Dieses geht über fünf Jahre und ermöglicht den Teilnehmern zusätzlich zum Bachelor of Science eine Ausbildung als Zimmerer, Tischler, Holzmechaniker oder Holzbearbeitungsmechaniker. Das duale Studium Branchenhandel Holz an der DHBW Mosbach bildet Handelsfachleute mit Spezialkenntnissen zum Rohstoff Holz aus.
Einen Bachelor-Studiengang kannst Du unter anderem an folgenden Hochschulen aufnehmen:

Universität Freiburg
B.Sc. Waldwirtschaft und Umwelt

Universität Götting (Infos zur Hochschule)
B.Sc. Forstwissenschaften und Waldökologie

Technische Universität München (Infos zur Hochschule)
B.Sc. Forstwissenschaft & Ressourcenmanagement

Technische Universität Dresden
Forstwissenschaften

Universität Hamburg
B.Sc. Holzwirtschaft

Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (Infos zur Hochschule)
B.Sc. Forstwirtschaft
B.Sc. Holzwirtschaft

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (Infos zur Hochschule)
B.Sc. Forstwirtschaft
B.Sc. Holztechnik
Dualer Studiengang Holztechnik
B.Sc. International Forest Ecosystem Management

Fachhochschule Erfurt
B.Sc. Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Standort Weihenstephan (Infos zur Hochschule)
Forstingenieurwesen

DHBW Mosbach
BWL/Handel – Holzwirtschaft (B.A.)

Master-Studium Forst- und Holzwirtschaft

Die Master-Studiengänge gehen meist über vier Semester. Der Master-Studiengang Holztechnik in Eberswalde oder der Studiengang International Management of Forest Industries in Weihenstephan dauern drei Semester. Viele Master-Studiengänge finden in englischer Sprache statt und bereiten Dich so auf ein internationales Tätigkeitsfeld vor. Außerdem ist es das Ziel der meisten Master-Studiengänge, die Teilnehmer mit dem Wissen auszustatten, das für eine spätere Tätigkeit in Forschung und Entwicklung beziehungsweise für eine Promotion benötigt wird.

Der Studiengang Ressourceneffizientes Bauen in Rottenburg behandelt außer dem Thema Holz weitere Inhalte zum ökologischen Einsatz von Rohstoffen beim Bau. Da er sich unter anderem an Bachelor-Absolventen der Holzwirtschaft richtet, wird er an dieser Stelle auch aufgeführt.

Folgende Hochschulen haben Master-Studiengänge im Angebot:

Universität Freiburg
M.Sc. European Forestry
M.Sc. Forstwissenschaften/Forest Sciences

Universität Göttingen (Infos zur Hochschule)
M.Sc. Forstwissenschaften und Waldökologie 
Erasmus Mundus M.Sc. Sustainable Forest and Nature Management

Technische Universität München (Infos zur Hochschule)
M.Sc. Forst- und Holzwissenschaft

TU Dresden
Forstwissenschaften
Tropica Forestry (and Management)
Holztechnologie und Holzwirtschaft

Universität Hamburg
M.Sc. Holzwirtschaft

Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (Infos zur Hochschule)
M.Sc. Ressourceneffizientes Bauen

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (Infos zur Hochschule)
M.Sc. Forest Information Technology
M.Sc. Holztechnik

Fachhochschule Erfurt
M.Sc. Management von Forstbetrieben

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Standort Weihenstephan (Infos zur Hochschule)
M.Sc. International Management of Forest Industries

Beschäftigungsmöglichkeiten

Die Forst- und Holzwirtschaft ist ein bedeutender Arbeitgeber in Deutschland. Laut Clusterstudie Forst- und Holzwirtschaft Bundesrepublik Deutschland  beschäftigt die Branche über 1,3 Millionen Menschen. Nach Angaben der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bietet der Sektor Forst/Holz/Papier den viertgrößten Arbeitsmarkt in Bayern.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt gestaltet sich aktuell sehr positiv. Die Absolventen der Forstwirtschaft sind in erster Linie für die Bewirtschaftung von öffentlichem und privatem Wald begehrt. Eine hohe Nachfrage signalisieren aktuell die Landesforstverwaltungen. Eine weitere berufliche Perspektive für Forstwirtschaftler ist die Beratung von Waldeigentümern oder die freiberufliche Sachverständigentätigkeit im forstlichen und jagdlichen Bereich. Auch in der Umweltbildung und der Waldpädagogik werden laufend Fachleute mit forst- oder waldwirtschaftlichem Know-how gesucht. Master-Absolventen stehen darüber hinaus leitende Tätigkeiten in der Holz- und Papierindustrie, in Banken und Versicherungen mit forstwirtschaftlichen Aktivitäten sowie eine wissenschaftliche Mitarbeit in Forschungseinrichtungen offen.

Die Absolventen der Holzwirtschaft nehmen häufig Schnittstellenfunktionen im Holzhandel, in der Holzindustrie oder dem Holzhandwerk ein. Da die Studieninhalte sehr breit gefächert sind, bieten sich Tätigkeiten in ganz unterschiedlichen Bereichen an, etwa in der Papierherstellung oder dem energieeffizienten Holzbau. Insbesondere der Holzhandel ist stark auf der Suche nach Experten, die technisches und betriebswirtschaftliches Wissen vereinbaren. Das hat die Duale Hochschule Baden-Württemberg bereits vor einigen Jahren festgestellt und gemeinsam mit Handelsunternehmen einen dualen Studiengang mit dem Schwerpunkt Holz aufgebaut mit starker Nachfrage seitens der Unternehmen.
Stellenangebote für Forstexperten, insbesondere aus dem öffentlichen Sektor, findest Du im agrajo-Stellenmarkt.

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