Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien

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Mitte des 19. Jahrhunderts gab es, verglichen mit dem Bauernstand, der einen großen Teil der Bevölkerung ausmachte, noch relativ wenige landwirtschaftliche Schulen. Zunächst gab es sogenannte ; „Fortbildungsschulen“ für Landwirte, in denen – strikt getrennt – Frauen zu Lehrerinnen für ländliche Hauswirtschaft und Männer zu Landwirtschaftslehrern geschult wurden. Schulen in dieser Form existieren natürlich nicht mehr. Heute bildet die Hochschule, unter anderem in Kooperation mit der BOKU Wien einmalig in Österreich Agrar- und UmweltpädagogInnen und landwirtschaftliche BeraterInnen aus. Das hochqualitative fachspezifische Studium der BOKU wird hier durch die mögliche Anrechnung von Studieninhalten um den sehr wichtigen pädagogischen Aspekt ergänzt. ; Im Jahr 2007 entstand der Bachelor Umweltpädagogik, der bis heute in Österreich einzigartig ist. Die Absolventen sind in naturnahen Berufsfeldern sehr gefragt und werden beispielsweise auch für das Lehramt Biologie in berufsbildenden Schulen qualifiziert. Bei der Ausbildung an der Hochschule wird kompetenzorientiert vorgegangen und ein modernes Bild von Pädagogen vermittelt. Erzieher und Lehrer kommunizieren mit ihren Schülern auf Augenhöhe. Die preisgekrönte Bildungseinrichtung hat sich mit drei anderen pädagogischen Hochschulen in Wien und Niederösterreich zusammengeschlossen, der Verbund bildet insgesamt über 7500 Lehramtsstudierende in Österreich aus.

 

Prof. Ing. Klaus Karpf ist Studienprogrammleiter des Bachelor- und Masterstudienganges Agrarpädagogik. Im Interview erläutert er, was den Studiengang und die Hochschule auszeichet.

Wie hoch ist die Studentenzahl im Bachelor und im Master Agrarpädagogik?

An der Hochschule studieren aktuell insgesamt 650 Studierende im Hochschul- und Fortbildungsbereich mit steigender Tendenz. Jedes Jahr nehmen wir weitere 45 Studierende allein im Bereich des Bachelorstudiums auf.
Wenn ab Herbst 2019 die Masterstudiengänge erstmals starten, erwarten wir eine weitere Steigerung unserer Studierendenzahlen. Außerdem ist die Hochschule Kompetenzzentrum für Fort- und Weiterbildungen für alle, die schon als Pädagogen im naturnahen Bereich tätig sind. Äußerst gefragt sind unter anderem der Master „Green Care“ und „Unternehmensführung in der Agrarwirtschaft“.

Die Hochschule kooperiert mit der Universität für Bodenkultur Wien und bietet Wahlkurse an, die man sich als Studierender der BOKU anrechnen lassen kann. Wie viele Studenten nehmen dieses Angebot wahr? Warum kooperiert die Hochschule mit der BOKU?

Die Zusammenarbeit mit der BOKU geht schon auf das Jahr 1875 zurück und hat Generationen an zufriedenen Absolventen hervorgebracht. Fachwissenschaftliche Lehrveranstaltungen an der BOKU sind integrierter Bestandteil des Hochschulstudiums. Unsere Studierenden profitieren in hohem Maß von der Expertise der BOKU in den Fachwissenschaften und von der Möglichkeit, sich in Spezialgebiete wie Weinbau, Gartenbau, Forstwirtschaft, Pflanzenbau, Tierzucht etc. zu vertiefen. An der Hochschule wird das für das Berufsfeld unabdingbare pädagogische Know-how vermittelt, Praxiserfahrung gesammelt und forschendes Lehrer und Lernen gelebt.

Beim Wort „Pädagogik“ denkt so manch einer nur an die Erziehung von Kindern und an alternative Lehrmethoden. Wo sind Ihre Absolventen nach dem Studium hauptsächlich tätig? Wie viele arbeiten bespielsweise als Agrarberater oder im Außendienst für Unternehmen der Agrarindustrie?

Unseren Absolventen und Absolventinnen stehen eine Vielfalt an Berufsmöglichkeiten in der agrarischen und nachhaltigen Welt offen. Darunter sind land- und forstwirtschaftliche Schulen in Österreich und Südtirol, Beratung der Landwirtschaftskammern und Leader Regionalbüros, Umwelt-NGOs, Green Jobs und Naturvermittlung.

Wie viele Absolventen bleiben in Österreich?

So gut wie alle. Die Hochschule sorgt für den gesamten pädagogischen Nachwuchs des landwirtschaftlichen Bildungssystems und Umweltorganisationen. Wir nehmen damit eine einzigartige Position in der heimischen Ausbildungslandschaft ein.

Hier eine Auflistung der Studiengänge.

Bachelorstudium Agrarpädagogik

Das Bachelorstudium Agrarpädagogik besteht aus vier Säulen: bildungswissenschaftliche Grundlagen und Fachwissenschaften, Fachdidaktik, sowie die darauf aufbauenden pädagogisch-praktischen Studien. Dabei wird konsequent folgende Zielsetzung verfolgt: die Neuorientierung von Bildung und Lernen in Projekten um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.

Leben und Wohnen in Wien

Wien belegt in puncto Lebensqualität im weltweiten Vergleich mit 230 anderen Großstädten seit vielen Jahren den ersten Platz. Der Grünflächenanteil macht in etwa die Hälfte der Stadt aus. Neben den zahlreichen Stadtparks gibt es viel historische Sehenswürdigkeiten, darunter auch das berühmte Schloss Belvedere. Dennoch sind die Preise für Eigentum und Miete vergleichsweise niedrig, neben Wohnungen gibt es auch ein breites Angebot an Wohnheimen für Studenten. Die ÖH bietet hierzu eine Broschüre mit umfassenden Informationen.

Kontakt

Studienprogrammleiter
Prof. Ing. Klaus Karpf, MSc. BEd.
Tel.: +43 1/877 22 66 DW 66
Email: klaus.karpf@agrarumweltpaedagogik.ac.at

Autor: Maya Rychlik
Bildquelle: Hochschule für Umwelt- und Agrarpädagogik Wien, pixabay

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