Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen

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Die Ursprünge der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen gehen auf das Jahr 1949 zurück. Damals wurde die Höhere Landbauschule gegründet, die sich im Laufe der weiteren Jahre zu einer großen Hochschule für angewandte Wissenschaften mit über 5.000 Studierenden und 25 Studiengängen entwickelte. Heute liegt der thematische Schwerpunkt der HfWU neben dem grünen Bereich (Agrarwirtschaft, Landschaftsarchitektur, Umwelt- und Stadtplanung) auf den Wirtschaftswissenschaften. Dies spiegelt sich auch innerhalb der agrarwirtschaftlichen Studiengänge wider: Betriebswirtschaft und das Management von landwirtschaftlichen Betrieben bilden inhaltliche Schwerpunkte. Die Hochschule hat zahlreiche studentische Einrichtungen, unter anderem eine Hochschulreitgruppe. Die Bachelor-Studiengänge Agrarwirtschaft und Pferdewirtschaft sind am Standort Nürtingen angesiedelt. Neben modernen Laboreinrichtungen gibt es hier auch zwei Lehr- und Versuchsbetriebe. Das 40.000-Einwohner-Städtchen am Fuß der Schwäbischen Alb bietet zudem vielfältige Freizeitmöglichkeiten und kurze Wege im Studium. Alle Hochschuleinrichtungen sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut erreichbar. Auch nach Stuttgart und Tübingen bestehen gute Anbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Prof. Dr. Heinrich Schüle, Studiendekan Agrarwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, informiert über das Studium an der HfWU.

Keimzelle der HfWU war die 1949 gegründete höhere Landbauschule. Wie stark ist Agrarwirtschaft heute an Ihrer Hochschule vertreten?

Die Studierenden der Bachelor-Studiengänge Agrarwirtschaft und Pferdewirtschaft machen rund zehn Prozent der gesamten Hochschule aus. Aber zusammen mit der Fakultät Landschaftsarchitektur, Umwelt- und Stadtplanung stellt die Agrarwirtschaft nach wie vor einen wichtigen Zweig der Hochschule dar. Wir zählen auch Studiengänge wie Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung und Naturschutz oder International Master of Landscape Architecture, die an dieser Fakultät angeboten werden, zum grünen Bereich.

Kann ich nach dem Bachelor-Abschluss in der Pferde- oder Agrarwirtschaft einen Master-Studiengang aus der Fakultät Landschaftsarchitektur, Umwelt- und Stadtplanung aufnehmen?

Das wäre möglich. Allerdings haben die meisten unserer Studenten eine wirtschaftswissenschaftliche Orientierung. Wenn sie einen weiterführenden Master-Studiengang aufnehmen, gehen sie dann eher in Richtung Betriebswirtschaft oder Management. Einen Master-Studiengang Agrarwirtschaft bieten wir derzeit noch nicht an. Aber wir sind dabei, diese Lücke zu schließen. Es existiert bereits ein Konzept für einen konsekutiven Master-Studiengang, der auf den beiden Bachelor-Studiengängen aufbaut.

Wie sind Ihre Bachelor-Studiengänge nachgefragt? Haben Sie mehr Bewerbungen als Studienplätze?

Für beide Studiengänge gibt es einen Numerus Clausus. Pro Jahr nehmen wir etwa 50 Erstsemester jeweils für Agrar- und Pferdewirtschaft auf. In der Agrarwirtschaft hat sich das Verhältnis an Bewerbern zu Studienplätzen in den vergangenen Jahren auf knapp vier zu eins eingependelt. In der Pferdewirtschaft kommen etwa acht Bewerber auf einen Studienplatz. Während die meisten Bewerber für die Agrarwirtschaft aus dem süddeutschen Raum kommen, erreichen uns für den Bereich Pferdewirtschaft Bewerbungen aus ganz Deutschland und auch aus dem angrenzenden Ausland. Der Grund für die hohe Nachfrage liegt unter anderem darin, dass dieser Studiengang der einzige pferdewirtschaftlich geprägte Bachelor-Studiengang in Deutschland ist.

Gibt es weitere Möglichkeiten, Pferdewirtschaft in Deutschland zu studieren?

In Berlin bietet die veterinärmedizinische Fakultät einen Studiengang Pferdewissenschaften an. Dieser ist aber stark auf Fragen der Tiergesundheit und Tierhaltung ausgerichtet. Bei uns liegt der Schwerpunkt nicht nur auf der Vermittlung der produktionstechnischen Grundlagen, sondern wie gesagt auch auf betriebswirtschaftlichen Inhalten: Management von Pferdebetrieben, von Sportveranstaltungen und Tourismusaktivitäten. Auch an der Universität Göttingen gibt es einen eigenständigen Studiengang Pferdewissenschaften, dieser ist allerdings kein Bachelor-, sondern ein Master-Studiengang. Und die Fachhochschule Osnabrück bietet innerhalb des Bachelor-Studiengangs Landwirtschaft einen Schwerpunkt Pferdemanagement an.

Wo werden Ihre Absolventen der Agrarwirtschaft später vornehmlich tätig?

In der Agrarwirtschaft verzeichnen wir einen hohen Anteil an Studierenden, die aus einem landwirtschaftlichen Betrieb kommen. Dementsprechend geht ein relativ hoher Anteil der Absolventen in die landwirtschaftliche Praxis: Etwa ein Viertel der Absolventen steigt in die Leitung eines landwirtschaftlichen Betriebs ein. Ein weiteres Viertel nimmt ein Master-Studium auf; entweder an einer anderen Hochschule oder innerhalb eines Master-Programms unserer Schwesterfakultäten. Die andere Hälfte der Studierenden geht in den großen Bereich der vor- und nachgelagerten Industrie, in die Beratung oder den Öffentlichen Dienst. Aktuell sind die Berufsaussichten hervorragend.

Wie sind die Perspektiven in der Pferdewirtschaft?

In der Pferdewirtschaft sind die Berufswege etwas anders verteilt. Der Anteil der Absolventen, die in einen pferdewirtschaftlichen Betrieb gehen, liegt bei zehn bis 15 Prozent. Etwa 35 Prozent entscheiden sich für ein weiterführendes Studium. Und gut die Hälfte geht in Unternehmen, die in pferdetypischen Bereichen tätig sind: Pferdesport, Pferdetourismus, Veranstaltungsmanagement. Oder sie arbeiten bei Herstellern von Ausrüstung und Einrichtungen für Pferdebetriebe sowie bei den Fachmedien. Auch hier sind die Berufsaussichten sehr gut. Was ich an dem Studium schätze, ist die Vielfalt der Möglichkeiten, die sich nach dem Abschluss bieten.

Wie kommt es, dass die Pferdewirtschaft gerade in Nürtingen so stark ist?Der Pferdesport in Deutschland hat seinen Schwerpunkt eher in Westfalen.

Der Studiengang ist im Zuge der Hochschulreform entstanden. Unsere Hochschule kam damals zu dem Schluss, dass im Bereich Pferdewirtschaft eine Marktlücke besteht. Da einige unserer Professoren früher schon in der pferdewirtschaftlichen Forschung aktiv waren, kam die Idee auf, den früheren Studiengang Landwirtschaft in die beiden heutigen Bachelor-Studiengänge umzuwandeln. Das ist sehr gut angekommen und wir haben inzwischen neue Kollegen berufen, die in der Pferdehaltung und -fütterung aktiv sind. Unsere Hochschule ist bundesweit gut vernetzt, wir arbeiten zum Beispiel intensiv mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung sowie einer Vielzahl anderer Verbände und Unternehmen aus dem Bereich des Pferdesports zusammen. Außerdem haben wir zahlreiche Lehrbeauftragte aus der Praxis und aus Verbänden.

Die agrarwirtschaftlichen Studiengänge hier im Überblick

Bachelor-Studium

B.Sc. Agrarwirtschaft 

Das Studium geht über sieben Semester und enthält ein Praxissemester. Die Inhalte reichen von Produktionstechnik im Pflanzenbau und der Tierhaltung bis zu Betriebs- und Marktlehre. Studienplatzbewerber benötigen ein dreimonatiges Vorpraktikum in einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Agrarwirtschaft wird auch als Duales Studium angeboten. In diesem Studiengang sind in insgesamt fünfeinhalb Jahren ein Bachelor- und ein der Abschluss einer landwirtschaftlichen Lehre möglich.

B.Sc. Pferdewirtschaft 

In sieben Semestern behandeln die Studierenden Themen wie Tierernährung, Pferdezucht, Marketing und Recht in der Pferdewirtschaft oder Pferdesport und Tourismus. Im vierten Semester findet ein Praxissemester statt. Für die Zulassung wird ein dreimonatiges Vorpraktikum vorausgesetzt.

Promotion

Eine Promotion an der HfWU ist möglich. Die Professoren im Agrar- und Pferdebereich sind sehr forschungsaktiv und werben Drittmittelprojekte ein, in denen oft auch Doktorandenstellen vorgesehen sind. Die Promotionsverfahren werden in Kooperation mit einer Universität durchgeführt. Häufig geschieht das zusammen mit der benachbarten Universität Hohenheim.

Kontakt

Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
Campus Innenstadt
Neckarsteige 6-10
72622 Nürtingen
Tel. 07022 201311
E-Mail: info-aw@hfwu.de, info-pw@hfwu.de
www.hfwu.de

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