Steuertipps für Studenten

Steuern

Der Zweck einer Steuererklärung ist, dass Du Dir zu viel gezahlte Steuern vom Staat zurückholen kannst. Die Steuererklärung ist somit kein Geschenk des Staates. Du bekommst das Geld zurück, was Du vorher bereits an den Staat gezahlt hast.

Als Student hast Du einen jährlichen Steuerfreibetrag von 9.168 € (Stand: 9/2019). Das heißt, liegt Dein Jahreseinkommen unter dieser Grenze, ist Dein Einkommen steuerfrei. Jeder verdiente Euro, der diese Grenze übersteigt, ist einkommenssteuerpflichtig.

Verlustvortrag

Doch auch, wenn Du keine Steuern an den Staat zahlst, weil Du wenig bis nichts verdienst, aber durch Dein Studium hohe Ausbildungskosten hast, kannst Du einen Verlustvortrag geltend machen.

Der Verlust entsteht für Dich durch hohe Studienausgaben abzüglich Deiner Einkünfte. Per Steuerklärung stellst Du jedes Jahr diesen Verlust fest. Die Studienkosten gibst Du in der Steuererklärung als Werbungs– und Betriebskosten an.

Die jährlich festgestellten Verluste aus all Deinen Studienjahren werden zusammengezählt. Diese nimmst Du mit ins Berufsleben. Du beginnst nach dem Studium einen Job, verdienst zum ersten Mal richtig und zahlst somit regulär Steuern. Die Studienkosten aus Deinem Verlustvortrag werden dann bei Deiner Steuererklärung verrechnet.

Einen Haken gibt es allerdings. Dieser Vorteil bleibt momentan nur Studenten vorbehalten, die ein Zweitstudium, ein Masterstudium oder ein Duales Studium absolvieren oder bereits vor dem Studium eine Ausbildung abgeschlossen haben. Studenten, die sofort nach der Schule studieren, meist Bachelorstudenten, können den Vorteil des Verlustvortrages leider nicht nutzen.

In diesem Fall besteht für Dich die Möglichkeit, Kosten in Höhe von bis zu 6.000 € als Sonderkosten bei der Steuererklärung anzugeben. Der Vorteil, Deinen Verlust in die Berufsjahre mitzunehmen, ist hier aber nicht gegeben, da die Kosten nur in dem Jahr geltend gemacht werden können, in dem sie angefallen sind.

Diese Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitstudium finden nicht nur Studenten unfair, auch der Bundesfinanzhof. Daher wurde dem Bundesverfassungsgericht bereits ein Antrag dazu vorgelegt, dies zu ändern. Bis hier allerdings eine Gesetzesänderung in Kraft tritt, kann es einige Jahre dauern.

Tipp: Solange die Gesetzeslage hier nicht eindeutig ist, mache Deine Studienkosten als Werbungskosten geltend. Akzeptiert das Finanzamt dies nicht, lege Einspruch gegen den Steuerbescheid ein mit dem Hinweis auf das Verfahren des Bundesverfassungsgerichtes. Dein Fall wird dann erneut geprüft, sobald eine eindeutige Entscheidung getroffen wurde.

Welche Kosten kannst Du generell bei der Steuererklärung angeben?
  • Studiengebühren
  • Lehrmaterial und Geräte
  • Fahrkosten
  • Mietkosten
  • Zinsen eines Studienkredites

Wichtig ist, dass Du für alle Anschaffungen, die Du bei der Steuer geltend machen willst, Deine Kassenbelege, Rechnungen und Quittungen mit den jeweiligen Artikelbezeichnungen, gut aufbewahrst. Auch nachdem Du die Steuererklärung abgegeben hast, solltest Du die Belege nicht wegwerfen, falls sich Nachfragen ergeben. Studenten wollen gerade größere Investitionen, wie zum Beispiel Laptops, von der Steuer abgesetzen. Weil diese Geräte sehr häufig nicht nur für Studienzwecke, sondern auch privat genutzt werden, kannst Du hier nur die Hälfte des Kaufpreises angeben.

Auch bei den Mietkosten Deiner Studentenwohung gibt es eine Sache zu beachten. Sie können nur dann komplett angegeben werden, wenn der Studienort Dein Zweitwohnsitz ist und Du 10 % der Haushaltskosten Deines Erstwohnsitzes trägst.

Einfacher sieht es bei den Fahrkosten aus. Für jeden gefahrenen Kilometer, dazu zählen Fahrten zum Erstwohnsitz, also Heimfahrten, Fahrten zu Lerngruppen und das tägliche Pendeln von Deiner Studentenwohnung zur Hochschule, kannst Du 30 Cent veranschlagen.

Du siehst, eine Steuererklärung kann sich auch für Studenten auszahlen – wenn auch erst nach dem Studium.

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