Studieren mit Kind – Schwangerschaft im Studium

Mutter und Kind

Der Zeitpunkt für ein Kind während des Studiums erscheint Dir auf den ersten Blick vielleicht nicht geeignet. Jedoch hat eine Schwangerschaft während des Studiums nicht nur Nachteile. Zwar sind die meisten Studiengänge als Vollzeittätigkeit angelegt und es bleibt in der Regel nicht die Zeit, ein Kind ausreichend zu betreuen. Allerdings hat man oft die Möglichkeit, einen Teil seiner Module im Studium selbst zu wählen. Damit kann man sich zu einem gewissen Teil, den Alltag flexibel gestalten. Auch besteht bei vielen Vorlesungen keine Anwesenheitspflicht. So kannst Du selbst entscheiden, welche Veranstaltungen für Dich wichtig sind und welche Du in Eigenregie zuhause nacharbeiten kannst. Diese Flexibilität bietet sich Dir bei einem Vollzeitjob im Berufsleben selten.

Mutterschutz

Seit dem 1. Januar 2018 gilt auch für Studierende der Mutterschutz. Das bedeutet, dass Du 6 Wochen vor der Geburt und 8 Wochen nach der Geburt gesetzlich von verpflichtenden Veranstaltungen oder Praktika befreit bist. Du musst diese Schutzfristen jedoch nicht wahrnehmen. Wenn Du ausdrücklich wünschst, Dein Studium normal weiter zu führen, darf Dich die Hochschule auch weiter beschäftigen. Du entscheidest also selbst, ob Du diese Zeit für Dich brauchst, oder nicht.

Urlaubs- oder Lernraumsemester

Eine weitere Möglichkeit Dir ein bisschen mehr Zeit für Dich und Dein Kind zu nehmen, ist ein Urlaubssemester. Viele Studentinnen nehmen dies gegen Ende der Schwangerschaft wahr. Das Urlaubssemester muss von der Hochschule genehmigt werden und stichhaltig begründet werden. Eine Schwangerschaft oder die Kinderbetreuung wird in der Regel als Grund akzeptiert. Zweimal im Studium kannst Du Dir ein Urlaubssemester nehmen. In diesem Semester darfst Du keine regulären Prüfungen ableisten. Je nach Hochschule ist das Nachholen von Prüfungen, die Du zum Beispiel geschoben hast, jedoch möglich.

Der Vorteil eines Urlaubssemesters ist, dass Du Dein Studium trotz gewonnener Zeit in der Regelstudienzeit ableisten kannst, weil dieses Semester nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet wird. Die Einhaltung Deiner Regelstudienzeit ist zum Beispiel für Deinen BAföG-Anspruch wichtig.

Einige Hochschulen bieten auch Alternativen zum Urlaubssemester an, beispielsweise das Lernraumsemester. Im Gegensatz zum Urlaubssemester kannst Du hier weiterhin reguläre Prüfungen ableisten. Daher wird das Semester auch an die Regelstudienzeit angerechnet. Du belegst beispielweise nur einen Teil der Module und konzentrierst Dich auf einzelne Leistungen. Das Lernraumsemester dient nicht dazu, komplett das Studium auszusetzen, sondern eher um eine Entzerrung Deiner Studienzeit zu bewirken.

Unterstützung

Sehr wichtig ist, dass Du Dir Unterstützung suchst. Alleine sind Studium und Kind kaum zu bewältigen. Am besten ist es, Du hast Eltern, einen Partner oder Freunde und Verwandte, die Dir gerne ihre Hilfe zur Verfügung stellen. Außerdem hast Du die Möglichkeit, Dir extern Hilfe zu suchen. Es gibt beispielsweise Kindertagesstätten oder Tagesmütter. Dabei ist es wichtig, dass Du Dich rechtzeitig um eine externe Kinderbetreuung kümmerst, da die Plätze sehr begehrt sind.

Viele Universitäten bieten bereits direkt am Campus Kindertagesstätten an. So sparst Du Dir unnötige Wege und kannst das Kind auf dem Weg zur Vorlesung zur Betreuung bringen. Dein Kind ist in guten Händen und Du kannst Dich auf die Vorlesung konzentrieren.

Studentenwerk

Eine große Hilfe zum Thema „Studieren mit Kind“ sind Dir auf jeden Fall die Studentenwerke. Am besten schaust Du mal bei dem zu Deiner Hochschule gehörigem Studentenwerk vorbei oder klickst Dich durch dessen Homepage. Hier findest Du zahlreiche Unterstützungsangebote. Beispielsweise werden Seminare zu den Themen Studienorganisation mit Kind, Zeitmanagement, Karriere mit Kind, Kinderbetreuung usw. angeboten. Dabei werden Dir gute Tipps nahegebracht und Du bekommst ein Grundgerüst an die Hand, Deinen Weg mit einem möglichst akzeptablen Stresslevel zu gehen.

Hilfreiche Broschüren der Studentenwerke:

Finanzierung

Neben dem Zeitproblem spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Wie schaffe ich es, mich und mein Kind mit wenig Mitteln bestmöglich zu versorgen? Oft finanzieren Studenten ihr Studium mit Nebenjobs. Für diese Jobs bleibt mit Kind definitiv keine Zeit mehr. Es kann sein, dass Dein kleines Studentenzimmer nicht mehr ausreicht für Dich und Dein Kind. Umzug und eine größere Wohnung sind mit Kosten verbunden. Auch sonst werden zusätzliche Anschaffungen auf Dich zukommen: Kinderkleidung, Kinderbett, Kinderwagen usw.

Aber die Lage ist nicht aussichtslos. Es gibt viele Möglichkeiten sich finanzielle Unterstützung zu holen:

  • Elterngeld
  • Kindergeld
  • Betreuungsgeld
  • Kinderzuschlag
  • Mutterschaftsgeld
  • Unterhaltsvorschuss
  • BAföG

Einige Hochschulen bieten auch direkt eine finanzielle Unterstützung für Studierende mit Kind an. Frag dazu am besten bei Deiner Hochschule nach.

Zusammenfassend siehst Du, Studieren mit Kind ist möglich: Letztendlich ist alles eine Frage der Organisation! Nutze alle Möglichkeiten der Unterstützung, die sich Dir und Deinem Kind bieten!

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