Technische Hochschule Köln

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Wer ein Bachelor-Studium der Agrarwissenschaften abgeschlossen hat, bringt beste Voraussetzungen für das Master-Studium „Natural Resources Management and Development“, „Renewable Energy Management“ oder „Integrated Water Resources Management“ mit. Aber auch Bachelor-Absolventen der Geografie, Umweltwissenschaften, Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der Wirtschafts-, Politik- oder Rechtswissenschaften haben gute Chancen, einen Studienplatz zu bekommen. Denn all diese Vorbildungen stellen Grundlagen für das Management von Ressourcen und somit für die drei interdisziplinär ausgerichteten Master-Studiengänge an der Fachhochschule Köln dar.

Das Studium in Köln-Deutz vereinig rheinischen Charme mit internationalem Flair: Nur rund ein Drittel der Studienteilnehmer sind aus Deutschland, der Großteil kommt aus außereuropäischen Ländern. Auch kurze Wege und die Attraktivität einer Großstadt werden an der FH Köln verbunden: Die Vorlesungen finden auf dem Campus in Deutz statt. Hier stehen auch drei Studentenwohnheime zur Verfügung.

Prof. Dr. Lars Ribbe, Direktor des ITT, erläutert im Interview, wie die drei neuen Master-Studiengänge an der Fachhochschule Köln konzipiert sind.

Seit dem Wintersemester 2014/2015 bieten Sie statt des bisherigen Studiengangs Technologie und Ressourcen-Management in den Tropen und Subtropen drei englischsprachige Master-Studiengänge an. Was war der Auslöser dafür?

Wir haben uns entschieden, einen breit angelegten Studiengang in drei spezialisierte Studiengänge umzuwandeln, weil diese einen klareren Bezug zu den jeweiligen Berufsfeldern haben. Diese können seit dem Wintersemester 2014/15 belegt werden. Unser Studienangebot besteht in ähnlicher Form schon seit 1976. Damals begann man, Studierende für eine Tätigkeit in den Tropen und Subtropen auszubilden. Daraus entwickelte sich später ein Master of Engineering, dann ein Master of Science. Jetzt haben wir im Zuge einer weiteren Studienreform das Konzept erneut geändert und bieten drei Studiengänge mit dem jeweiligen Fokus auf Energie-, Wasser und Landressourcen an.

Gibt es schon einen Trend, welcher dieser drei Studiengänge die größte Nachfrage verzeichnet?

In diesem Jahr war das ziemlich ausgeglichen, die Bewerberzahlen für die drei Studiengänge waren ungefähr gleich groß. Bei den tatsächlichen Einschreibungen verzeichnete der Studiengang „Renewable Energy Management“ etwas weniger Studierende. Das liegt daran, dass wir für diesen Studiengang noch keine Stipendien anbieten konnten.

Bestehen Zulassungsbeschränkungen?

Bisher noch nicht. In diesem Jahr gab es rund 85 Einschreibungen, unsere Kapazität liegt bei 90 Studierenden. Wir rechnen aber damit, dass die Zahlen zunehmen, das zeigt schon die Menge der Anfragen die wir hatten. Dies kann dazu führen, dass wir in Zukunft eine Zulassungsbeschränkung einführen müssen. Abgesehen davon müssen die Studierenden bestimmte Zulassungskriterien erfüllen, um aufgenommen zu werden. Dazu gehören sehr gute Englischkenntnisse, die über einen TOEFL oder IELTS-Test nachweisbar sind, ein Bezug zur Thematik im vorherigen Studium oder Berufsleben sowie ein überzeugendes Motivationsschreiben.

Welche Vorbildungen bringen Ihre Master-Studenten mit?

Um Probleme rund um das Ressourcen-Management zu lösen, werden Menschen gebraucht, die aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen kommen. Insofern lassen wir Bewerber aus fast allen fachlichen Disziplinen zu, die mit diesem Thema zu tun haben. Wir sind sehr offen, was die Vorbildung angeht, und haben damit sehr gute Erfahrungen gesammelt. In jedem Semester wird ein Projekt durchgeführt, das eine so vielschichtige Problematik darstellt, dass jeder mit seinem Vorstudium einen wertvollen Beitrag leisten kann. Wir gehen davon aus, dass die Absolventen später im Beruf auch in interdisziplinären und kulturell
gemischten Teams zusammenarbeiten. Deshalb sollte das bereits im Studium eingeübt werden.

In welchen Berufen werden die Absolventen später vornehmlich tätig?

Sie gehen häufig in international tätige Unternehmen vor allem in solche, die in der internationalen Zusammenarbeit oder der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind. Typische Arbeitgeber sind die Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit oder die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe aber auch andere Nichtregierungsorganisationen NGOs.

Viele ausländische Absolventen gehen auch zurück in ihre Heimatländer und arbeiten dort in nationalen
Institutionen, manche in der Forschung, andere in Behörden. Ein relativ hoher Anteil der Absolventen strebt auch eine Hochschul-Laufbahn an.

Wie international sind die Master-Studiengänge?

Alle Gasthörer und Gaststudenten mit einberechnet, sind etwa ein Drittel der Studierenden aus Deutschland. Der größte Teil der Studierenden kommt aus nicht-europäischen Ländern aus Asien, Afrika und lateinamerikanischen Ländern. Das ist aus unserer Sicht eine sehr gute Mischung.

Die Studiengänge am Institut für Technologie und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen (ITT) hier im Überblick

Bachelor-Studiengang

Landmaschinentechnik

Absolventinnen und Absolventen der Studienrichtung „Landmaschinentechnik“ sollen neben einer soliden maschinenbaulichen Grundausbildung mit den notwendigen Besonderheiten für die Entwicklung von landwirtschaftlichen Maschinen vertraut gemacht werden. Das bedeutet z. B. Kenntnisse über die besonderen biologischen Eigenschaften der zu ver- oder bearbeitenden Pflanzen zu haben, sowie die Berücksichtigung von wetterabhängigen Umwelteinflüssen. Die Studierenden erarbeiten sich die speziellen maschinenbaulichen Aspekte landwirtschaftlicher Fahrzeuge, Anlagen und Verfahren, um hochwertige
Landmaschinen praxisgerecht konstruieren, weiterentwickeln oder kundendienstlich betreuen zu können.

Master-Studiengänge

Natural Resources Management and Development
(NRM):

In diesem Master-Studiengang werden Spezialisten ausgebildet, sie sich interdisziplinär und anwendungsorientiert mit dem Management natürlicher Ressourcen befassen. Das englischsprachige Studium beginnt jeweils im Wintersemester und endet mit dem Master of Science (M.Sc.). Es besteht die Möglichkeit, einen Doppelabschluss in Zusammenarbeit mit der Universität Autónoma de San Luis Potosí in Mexico zu erwerben.

Renewable Energy Management (REM):

Das englischsprachige Studium vermittelt Kenntnisse rund um den Themenbereich nachhaltiger Energieversorgung. Der Schwerpunkt liegt auf dem Management von Ressourcen und der praktischen Anwendung, es handelt sich also um keinen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang. Studienstart ist im
Wintersemester, das Studium geht über vier Semester. Die Absolventen bekommen den Master of Science (M.Sc.) verliehen.

Integrated Water Resources Management (IWRM):

Das Master-Programm bildet Experten für das Management weltweiter Wasserressourcen aus. Das englischsprachige Studium startet im Wintersemester und endet mit dem Master of Science (M.Sc.). Zudem besteht die Möglichkeit, einen doppelten Abschluss in Zusammenarbeit mit der University of Jordan zu erwerben. Die Studierenden verbringen die ersten beiden Semester in Deutschland, das dritte in Jordanien und schreiben im vierten Semester die Master Thesis.

Das ITT arbeitet eng mit der Fakultät Anlagen, Energie- und Maschinensysteme zusammen. Diese bietet einen ingenieurwissenschaftlich ausgerichteten Bachelor- sowie Master-Studiengang „Erneuerbare Energien“ an. Das Studium ist auf Deutsch und hat den Anspruch, die technische Funktionsweise von Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft und Geothermie zu erklären. Teile der Lehre finden im Austausch mit dem ITT statt.

Kooperationen

Eine enge Zusammenarbeit besteht auch mit dem neu gegründeten Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) der FH Köln. Ziel des fakultätsübergreifenden Instituts ist es, Forschung und Lehre im interdisziplinären Feld erneuerbare Energien weiter zu stärken. Insgesamt bündeln 15 Professorinnen und Professoren aus fünf Instituten ihre Aktivitäten und Kompetenzen am CIRE. Weiterhin profitieren die Studiengänge von den fakultätsübergreifenden Forschungsschwerpunkten „Integrated Water Resources Management“ sowie „Water Energy and Food Security Nexus“.

Promotion

Etwa zehn Prozent der Master-Absolventen streben anschließend eine Promotion an mit steigender Tendenz. Die Fachhochschule Köln kann noch keinen Doktortitel vergeben, am ITT sind derzeit dennoch 30 aktive Doktoranden tätig. Diese sind an einer Universität eingeschrieben und werden vom ITT betreut. Über das am ITT koordinierte Center for Natural Resources and Development (CNRD-exceed), eines von bundesweit fünf Exzellenzzentren für Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland, ist auch die Vergabe von Doktorandenstipendien möglich.

Kontakt

Fachhochschule Köln
Institut für Technologie und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen
Campus Deutz
Betzdorfer Straße 2
50679 Köln
Prof. Dr. Lars Ribbe
Tel. 0221 8275-2773
lars.ribbe@fh-koeln.de

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