Technische Universität München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan

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Zusammenfassung 

  • Die Ziele des Wissenschaftszentrums Weihenstephan
  • Die unterschiedlichen Forschungsrichtungen des WZW
  • Sudiendekan Prof. Dr. Heinz Bernhardt des WZW im Interview
  • Fakultäten am Wissenschaftszentrum Weihenstephan
  • Die Studiengänge des WZW
  • Eignungsfeststellung für Bachelorstudiengänge
  • Internationale Rankings

Die Ziele des Wissenschaftszentrums Weihenstephan

Das Wissenschaftszentrum Weihenstephan (WZW) ist auf Forschung und Lehre im Bereich Ernährung, Landnutzung und Umwelt fokussiert. Die Professoren legen in den 30 Studiengängen besonderen Wert auf die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Forscher haben es sich zur Aufgabe gemacht, die großen Probleme des 21. Jahrhunderts zu bearbeiten: die Sicherung der Welternährung, die Verknappung fossiler Energieträger und den Klimawandel.


Die unterschiedlichen Forschungsrichtungen des WZW

Am WZW arbeiten alle Disziplinen der Lebenswissenschaften zusammen. Forschungsrichtungen des WZW sind zum Beispiel Holzforschung, Forschungsbrauerei, die Lehrstühle für Aquatische Systembiologie, Pflanzenzüchtung und die der Biologischen Chemie. Die meisten Studenten am Wissenschaftszentrum Weihenstephan streben einen Masterabschluss an.


Studiendekan Prof. Dr. Heinz Bernhardt des WZW im Interview

Professor Dr. Heinz Bernhardt ist Studiendekan für Agrar- und Gartenbauwissenschaften am WZW der TUM. Im Interview beschreibt er, was ein Studium am WZW ausmacht.

Für welche Berufe bilden sie aus? Gehen alle Absolventen in Wissenschaften?

Wir bilden für den gesamten agrarischen Bereich aus, das heißt, die Absolventen finden ihren Berufseinstieg in typischen Agrarberufen, zum Beispiel in der Landtechnik, in der Land- oder Forstwirtschaft und Forschung und Entwicklung.

Im weiteren Berufsweg nach dem Studium arbeiten sie dann auch in Bereichen, in denen man Agrarier nicht vermutet, beispielsweise im Bausektor oder in Versicherungen, also überall dort, wo eine breite ökonomisch naturwissenschaftliche Ausbildung gefragt ist. Und nicht wenige Absolventen bleiben in der Wissenschaft.

Können Sie an einem Beispiel deutlich machen, wie sich das Studium der Agrarwissenschaften von dem der Agrarwirtschaft unterscheidet?

Der Bachelor-Studiengang Agrarwissenschaft hat deutlich größere naturwissenschaftliche Anteile, auch Ökonomie spielt eine Rolle. Der Studiengang vermittelt breite Kenntnisse sowohl in den wissenschaftlich-theoretischen Grundlagen als auch im praktischen Bereich.


Das heißt, wir sind mit den Studierenden auch auf dem Feld und mit dem Traktor unterwegs. Der Bachelor bildet die Basis für den anschließenden Masterstudiengang. Der Anteil an WZW-Absolventen, die sich mit dem Bachelor begnügen, ist relativ gering und liegt bei maximal fünf Prozent. Wer am WZW beginnt, plant meist schon bei Studienbeginn, den Master oben drauf zu setzen.

Was bringt es den Studierenden, dass sie am WZW lernen?

Als Fakultät der Technischen der Universität München verbürgt sich das WZW für die exzellente Ausbildung- und Forschungsmöglichkeiten. Alle Studiengänge sind fachübergreifend ausgelegt, wie der Studiengang Agrarwissenschaften und Gartenwissenschaften zeigt: Er verknüpft natur-, ingenieur- und wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen mit einer vertieften Ausbildung in Tierwissenschaften und gartenbaulichen Kultursystemen.

Bereits im Grundstudium werden die jungen Menschen in die wissenschaftlichen Methoden eingearbeitet. Sie sind in Forschungsprojekte eingebunden, können ihre Abschlussarbeiten als wissenschaftliches Paper veröffentlichen und nehmen diese nicht selten als die Basis für eine spätere Promotion.

Am WZW wird die Eignung der angehenden Studierenden vorab geprüft. Warum?

Wir wollen die guten Kandidaten gewinnen mit dem Ziel, Studienabbrüche zu vermeiden. Das WZW misst seine Leistungsfähigkeit nicht an der Zahl der eingeschriebenen Erstsemester, sondern an der Anzahl der Absolventen, die von der ersten Minute an dabei sind. Die Durchschnittsnote des Abiturs zählt nur zu einem bestimmten Anteil.

Den Kern des Verfahrens bildet ein Gespräch mit dem Bewerber, an dem auch ein Studierender beteiligt ist. Wer zu uns kommt, muss begründen können, warum er welche Studienrichtung wählt. Oft hat das Gespräch Beratungscharakter, weil es den Abiturienten deutlich macht, was sie erwartet, und ob ihre Vorstellungen mit den Anforderungen des Fachs übereinstimmen.

Wer sich an der Schule schwer mit Naturwissenschaften getan hat, sieht ein, dass er in den ersten drei Semestern eine Menge nacharbeiten muss und das am besten mit viel Freude an der Materie. Im Großteil der Gespräche kommen die Kommission und der Bewerber zum gleichen Schluss: Entweder das Fach mit seinen Anforderungen und der angehende Studierende passen zusammen oder aber nicht.

Für Studierende, die sich über die Fachrichtung noch nicht im Klaren sind, bietet das zweisemestrige Studium Naturale eine wertvolle Vorbereitung und Orientierungshilfe. Wir finden es fair, die Studierenden aufzuklären, denn unsere Studiengänge sind nicht darauf angelegt, aus Kapazitätsgründen Studenten rausprüfen zu müssen. Wir wollen mit den Studierenden bis zum Masterabschluss zusammenbleiben.


Studienfakultäten am Wissenschaftszentrum Weihenstephan


Im WZW arbeiten Biologen, Physiker, Chemiker und Ingenieure zusammen mit Agrar-, Forst- und Umweltwissenschaftlern, Ernährungswissenschaftlern und Lebensmitteltechnologen.  Die Primärproduktion, also die Erzeugung von pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln und Rohstoffen, steht im Mittelpunkt.

Einzigartig am WZW ist die Verknüpfung der agrarwissenschaftlichen Disziplinen mit der Lebensmitteltechnologie, der Ernährungswissenschaft und der Medizin. So können Nahrungsmittel von ihrer Entstehung über ihre Verarbeitung bis hin zu ihrer Wirkung auf den Menschen wissenschaftlich untersucht werden.

Im WZW werden in unterschiedlichen Disziplinen die zellulären Prozesse und Mechanismen auf molekularer Ebene erforscht, um den Organismus mit seinen Funktionen, Wirkungen und möglichen Störungen zu verstehen. Wie Mensch, Tier und Pflanze in und mit ihrer Umwelt interagieren, wird dann auf Ebene der Ökosystemforschung untersucht.

Die beteiligten Fachgebiete am WZW reichen von der Genetik und der molekularen Pflanzenzüchtung über die Vegetations- und Tierökologie bis hin zur Ökoklimatologie. Das spiegelt sich in den sechs Studienfakultäten wieder:

  • Agrar- und Gartenbauwissenschaften
  • Biowissenschaften
  • Brau- und Lebensmitteltechnologie
  • Ernährungswissenschaften
  • Forstwissenschaften und Ressourcenmanagement
  • Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung

Die Studiengänge des WZW

2016 zählte das WZW rund 3.500 Studierende, die von 82 Professoren betreut werden. Für die über 30 Studiengänge bewerben sich jedes Jahr weit mehr Studierende als aufgenommen werden können. Eine Auswahl der Studiengänge:

  • Bachelor Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften
  • Bachelor Nachwachsende Rohstoffe
  • Bachelor of Science in Forstwissenschaften und Ressourcenmanagement
  • Master of Science in Forst- und Holzwissenschaft
  • Master Agrarmanagement
  • Master Agrarsystemwissenschaften
  • Master Gartenbaumanagement
  • Master Horticultural Science
  • Master Life Science Economics and Policy
  • Master Nachwachsende Rohstoffe

Am WZW gibt es derzeit 16 Masterstudiengänge, hier bestehen keine Wartezeiten. Bei manchen Studiengängen, beispielsweise beim Master Life Science Economics and Policy ist ein Beginn aber nur einmal im Jahr möglich.

Allein die Studienfakultät Agrar- und Gartenbauwissenschaften bietet inzwischen sechs Masterstudiengänge an, drei davon in Kooperation mit der HSWT (Agrarmanagement, Gartenbaumanagement und Nachwachsende Rohstoffe).


Eignungsfeststellung für Bachelorstudiengänge

Seit dem Wintersemester 2000/2001 nutzt das WZW das sogenannte Eignungsfeststellungsverfahren, um für grundständige Studiengänge und deren spezifische Anforderungen möglichst motivierte und engagierte Bewerber auszuwählen.


In die Bewertung fließen neben der Abiturnote auch fachspezifische Einzelnoten ein sowie die schriftlichen Begründung zur Wahl des Studiengangs (Motivationsschreiben), eine eventuell angeforderte Arbeitsmappe sowie, falls vorhanden, weitere Kriterien wie eine einschlägige abgeschlossene Berufsausbildung, die erfolgreiche Teilnahme an Forschungswettbewerben oder anderem.

Dem Verfahren müssen sich alle Bewerber unterziehen, die sich für folgende Studiengänge interessieren:

Bewerber, die nicht bereits in der ersten Stufe anhand der schriftlichen Bewerbungsunterlagen zugelassen oder abgelehnt wurden, werden zu einem Auswahlgespräch eingeladen.

Internationale Rankings

Das Wissenschaftszentrum Weihenstephan (WZW) der Technischen Universität München (TUM) belegt im internationalen Fächerranking Spitzenplätze: Im QS Subject Ranking 2013, welches die weltweit besten Universitäten nach Fächern getrennt auflistet, ist die Life Science-Fakultät der TUM gleich mehrfach dabei.

In den Agrar- und Forstwissenschaften, die 2013 neu in das Ranking aufgenommen wurden, konnte das Wissenschaftszentrum Weihenstephan aus dem Stand eine Spitzenplatzierung erringen: Die TU München liegt hier im weltweiten Vergleich auf Rang 41. Damit gilt sie in den Agrar- und Forstwissenschaften als zweitbeste deutsche Universität, ganz knapp nach Hohenheim (Rang 37).

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Autor: Christiane Siemann
Bildquelle: TU München, AdobeStock, Imago

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