Landwirtschaft, Agrarwirtschaft, Landbau

Junge Landwirte Auf Dem Feld

Zusammenfassung 

  • Bereiche der Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft
  • Die landwirtschaftliche Erzeugung
  • Neue Aufgabenfelder der Landwirtschaft
  • Studium der Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft
  • Ausbildung an Fachschulen
  • Berufsbezeichnungen in Stellenanzeigen
  • Arbeitgeber in der Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft
  • Einkommen in der Landwirtschaft

Bereiche der Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft

Zur Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft zählen mehrere Unterbranchen. Denn die landwirtschaftliche Produktion umfasst den Ackerbau, Obstbau, Gemüsebau, Weinbau und Hopfenbau, die Grünlandnutzung sowie die Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung und Zucht. Eine weitere Funktion der Landwirtschaft in neuerer Zeit: Äcker und landwirtschaftlich genutzte Flächen versorgen zahlreiche Industrien mit nachwachsenden Rohstoffen, vor allem leisten sie einen immer größeren Beitrag für die Energieversorgung.

Einen landwirtschaftlichen Betrieb führen

Zu den traditionellen Aufgaben der Landwirtschaft gehört es, land- und tierwirtschaftliche Produkte zu erzeugen, zu lagern, zu konservieren und zu vermarkten. Die Betriebe, ob familiengeführte Kleinbetriebe oder industrielle Großbetriebe, bestimmen weitgehend selbst, auf welche Unterbranchen sie sich konzentrieren oder welche sie kombinieren.

Junge Landwirte bei der Weizenkontrolle.


Das Führen eines landwirtschaftlichen Betriebs jeder Größenordnung verlangt auch typische betriebswirtschaftliche Aufgaben wie Kostenkalkulation, Rechnungserstellung, Führen der Stallbücher sowie Futtermittel- und Verbrauchsnachweise, Beobachtung der Preisentwicklungen auf regionalen, nationalen oder globalen Märkte und weitere verwaltende Tätigkeiten.

Neue Aufgabenfelder der Landwirtschaft

Zu den neueren Aufgabenfeldern der Landwirtschaft zählen die Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen sowie ihre energetische Verwertung. Viele Betriebe der Landwirtschaft sind gleichzeitig Rohstoffproduzenten, beispielsweise von Pflanzenöl für Biodiesel und Bioethanol, und Betreiber von Kraftwerken (Biogasanlagen).
Da die Bandbreite der Tätigkeitsfelder in der Landwirtschaft groß ist, existieren viele berufliche Zugangswege von speziellen Fachausbildungen bis zu unterschiedlichen Studiengängen.

Studium der Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft

Unter den Hochschulausbildungen ist vor allem das Studium der Agrarwirtschaft zu nennen. Gerade große Betriebe setzen heute für Leitungstätigkeiten ein Studium voraus. Tendenziell zeichnet sich ab, dass die Anzahl der Stellenangebote für studierte Agrarwirtschaftler und Landwirtschaftler steigen wird, da die industrielle Agrarproduktion mit ihren diversen Absatzmärkten zunehmend Fachleute mit betriebswirtschaftlichen und produktionstechnischen Kenntnissen benötigt.

Fast alle Hochschulen, die den Studiengang Agrarwirtschaft anbieten, ermöglichen den Abschluss zum Bachelor Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft. Je nach Studiengang besteht die Möglichkeit, sich auf einzelne Gebiete wie Tierproduktion, Geflügelhaltung, Gemüseanbau, Vertrieb oder Unternehmensführung zu spezialisieren. Die im Studium erlernten betriebswirtschaftlichen Kenntnisse befähigen auch dazu, einen Hof zu übernehmen oder eine Leitungsfunktion in einem großen Unternehmen der Agrarwirtschaft zu übernehmen.

Ausbildung an Fachschulen

Landwirt ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, der mit zu den bekanntesten grünen Berufen zählt neben der Fachkraft Agrarservice, dem Tierwirt und dem Pflanzentechnologen. Die Ausbildung ist bundesweit geregelt. Sie dauert drei Jahre und wird in einem landwirtschaftlichen Betrieb absolviert. Staatlich geprüfte Landwirte arbeiten auf dem eigenen Hof oder als Angestellte in einem Betrieb. Sowohl die gelernten Landwirte als auch die Fachkräfte für den Agrarservice können sich beruflich spezialisieren, beispielsweise als Landwirtschaftsmeister, Agrarservicemeister oder Tierwirtschaftsmeister.

Junger Landwirt auf dem Traktor.


Wer als Landwirt mit Berufsausbildung eine Leitungsfunktion anstrebt, kann sich an landwirtschaftlichen Fachschulen weiterqualifizieren, beispielsweise in Richtung Agrartechnik oder Agrarbetriebswirtschaft. Die Auswahl der Weiterbildungen an Fachschulen ist groß, die Palette reicht vom Fachagrarwirt für Baumpflege/Sanierung oder Besamungswesen bis zum Fachagrarwirt für landwirtschaftliche Direktvermarktung.

Ein weiterer, häufig nachgefragter Ausbildungsberuf ist der staatlich geprüfte Agrarbetriebswirt. Diese schulische Weiterbildung wird an landwirtschaftlichen Fachschulen angeboten, für die je nach Bundesland andere Zugangsregeln gelten: Viele setzen den Abschluss in einem anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsberuf voraus sowie Berufspraxis. In einigen Bundesländern muss der Abschluss als staatlich geprüfter Wirtschafter im Bereich Landwirtschaft vor der Weiterbildung zum Agrarbetriebswirt erworben werden.

Je nach Bundesland dauert die Weiterbildung zwischen einem Jahr und drei Jahren. Dabei erlernen die angehenden Agrarbetriebswirte unter anderem Unternehmensführung, Betriebslehre, Physik, Technik der landwirtschaftlichen Produktion, Baukunde, Arbeitslehre sowie Berufs- und Arbeitspädagogik. Informationen geben die Landwirtschaftskammern der Bundesländer.

Berufsbezeichnungen in Stellenanzeigen

So vielfältig die Zugangswege und Aufgaben der Landwirtschaft sind, so vielfältig sind die Jobtitel. Die Bezeichnung Landwirt verwenden viele Arbeitgeber in Stellenanzeigen nur als Oberbegriff. Meistens kombinieren sie diese Angabe mit einer weiteren Beschreibung, die Aufschluss darüber gibt, wie das Profil des gesuchten Mitarbeiters aussehen sollte. Das genaue Lesen der Stellenanzeige gibt nicht nur Aufschluss darüber, welche Tätigkeiten und welche Verantwortungsbereiche Bewerber erwarten, sondern auch, ob eine berufliche Ausbildung oder ein Studium vorausgesetzt wird. Eine Auswahl der Jobtitel:

Arbeitgeber Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft

Zu den Arbeitgebern in der Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft zählen landwirtschaftliche Familienbetriebe ebenso wie agrarindustrielle Großbetriebe. Auch Sonderkulturbetriebe in der Pflanzenproduktion, Agrar-Genossenschaften oder agrartechnischen Dienstleistungsunternehmen suchen permanent Mitarbeiter.
Unternehmen sind beispielweise Alta Genetics Inc, KWS oder KTG Agrar.

Einkommen in der Landwirtschaft

Die Höhe des Einkommens ist zum einen von der Ausbildung abhängig, zum anderen von der Art des Arbeitgebers (Familienbetrieb, Pachtbetrieb, Großbetrieb). Zudem gilt nicht bei allen Arbeitgebern ein Tarifvertrag. Einzelne Tarifverträge können in der Tarifdatenbank des Statistischen Bundesamtes verglichen werden. Je nach Bundesland, Branche und Tarifvertrag kann das Gehalt in der Landwirtschaft niedriger oder höher ausfallen.

Angestellte in der Landwirtschaft mit Hochschulabschluss, der sie auch zur Führung eines Betriebs befähigt, erhalten ein Gehalt von 3.555 Euro brutto pro Monat. In tariflich gebundenen Betrieben bekommen die Mitarbeiter zusätzlich Zuschläge für Mehrarbeit, Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit, teilweise auch Sonderzahlungen wie das 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen.

Festzuhalten bleibt: Das Gehalt in den zahlreichen Unterbranchen zeigt je nach Qualifikation und Tätigkeit eine große Spannbreite, es kann zwischen 1.360 Euro (Mindestlohn seit dem 1. Januar 2015 für tariflich nicht gebundene Betriebe) und 4.000 Euro brutto liegen.

Aktuelle Jobs und Stellenangebote aus der Landwirtschaft und Agrarwirtschaft findest du im agrajo-Stellenmarkt.

Autor: Christiane Siemann, Redakteurin
Bildquelle: Adobestock

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