Was macht eine Tierarzthelferin?

Die Medizin interessiert dich und du hast eine Leidenschaft für Tiere? Wir haben den passenden Beruf für dich, der Medizin und Tierliebe vereint: Tierarzthelferin oder Tierarzthelfer.

Tierarzthelferin

Als Tierarzthelferin brauchst du mehr als ein Händchen für Tiere. Was damit gemeint ist und was in diesem Beruf auf dich zukommen wird, haben wir in unserem Berufsbild für dich zusammengefasst.


Zusammenfassung

  • Aufgaben und Tätigkeiten einer Tierarzthelferin
  • Steckbrief
  • Arbeitsplatzmöglichkeiten
  • Voraussetzungen
  • Ausbildungsablauf
  • Gehalt
  • Weiterbildungsmöglichkeiten

Welche Aufgaben hat eine Tierarzthelferin?

Als Tierarzthelferin oder tiermedizinische Fachangestellte assistierst und unterstützt du einen Tierarzt bei der Arbeit. Deine Aufgaben sind sehr vielfältig und verantwortungsvoll. Tiere sind, wie wir Menschen, sehr anspruchsvolle Patienten. Das verlangt viel von dir ab. Oft hast du sogar zwei „Patienten“, um die du dich gleichzeitig kümmern musst: Das Tier und sein „Frauchen“ oder „Herrchen“. Tierbesitzer leiden nämlich mit ihrem Tier mit, manchmal sogar mehr als das Tier selbst.


Tierhalter leiden beim Tierarztbesuch mit.


Nicht immer muss eine Krankheit oder Verletzung der Grund eines Tierarztbesuches sein. Auch für Impftermine oder Kontrolluntersuchungen brauchen Tierhalter einen Tierarzt. Unabhängig vom Grund bedeutet der Arztbesuch aber meist Stress oder sogar Angst für das Tier. Daher ist es eine wichtige Aufgabe, das Tier zu beruhigen und abzulenken.

Generell hängen die Aufgaben von deinem Einsatzort ab. Die Arbeit mit Groß- und Nutztieren unterscheidet sich von der Arbeit mit Klein- und Haustieren. Es wird jedoch immer ein Mix aus organisatorischen und praktischen Aufgaben sein:

  • Vergabe und Organisation von Terminen
  • Vorbereitung von Terminen oder Operationen
  • Assistenz bei Operationen
  • Schreiben von Rechnungen und Arztbriefen
  • Durchführung der Abrechnung
  • Pflege der Tages- oder Übernachtungsgäste

Steckbrief – Berufsbild Tierarzthelferin

Berufstyp:Anerkannter Ausbildungsberuf
Ausbildungsart:Duale Ausbildung
Ausbildungsdauer:3 Jahre
Lernorte:Ausbildungsbetrieb und Berufsschule
Vergütung: ca. 700 € im 1. Lehrjahr bis 800 € im 3. Lehrjahr

Wo arbeitest du als Tierarzthelferin?

Als Tierarzthelferin kannst du in Tierarztpraxen oder Tierkliniken, auf Bauernhöfe, in Zoos oder Tierheimen arbeiten. Generell liegt die Wahl bei dir.

Je nachdem, ob du lieber mit Katzen, Hunden, Hamstern oder Kaninchen arbeiten magst, wählst du eine Tierarztpraxis für Kleintiere oder ein Tierheim aus. Für einen absoluten Pferdeliebhaber ist beispielsweise eher eine Pferdetierklinik der richtige Arbeitsplatz. Möchtest du lieber mit verschiedenen Groß- und Nutztieren arbeiten? Auch hier gibt es Möglichkeiten. Ein Landwirt kann seine Nutztiere, wie Kühe oder Schweine, nur schwer in eine Praxis bringen. Daher behandeln Tierärzte für Groß- und Nutztiere ihre Patienten direkt auf dem Bauernhof.

Alles ist möglich! Du entscheidest, was dich mehr interessiert oder dir mehr liegt.

Was solltest du mitbringen?

Es gibt keine rechtlich vorgeschriebene Schulbildung, um die Ausbildung zur Tierarzthelferin zu starten. Wünschenswert ist ein Realschussabschluss oder ein höherer Schulabschluss. Keine Angst, auch mit einem Hauptschlussabschluss hast du Chancen auf diese Ausbildung.

Grundvoraussetzung für den Beruf der medizinischen Fachangestellten ist ein sehr gutes Händchen und Gespür für Tiere, aber auch für Menschen. Daneben solltest du beim Anblick von Blut, Verletzungen oder Spritzen nicht ohnmächtig werden. Denn das gehört zu deinem Arbeitsalltag dazu, egal wo du in deinem Beruf arbeiten wirst. Bringst du zudem noch folgende Eigenschaften mit, bist du perfekt für den Beruf:

  • Nervenstärke
  • Organisationstalent
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Einfühlungsvermögen
  • Naturwissenschaftliches Grundverständnis und Interesse, vor allem in Biologie

Als Tierarzthelferin solltest du den Anblick von Blut, Verletzungen und Spritzen gut ertragen können.


Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung zur Tierarzthelferin ist ein klassischer Ausbildungsberuf. Die Ausbildungdauer beträgt in der Regel 3 Jahre und erfolgt dual. Das heißt, du nimmst am theoretischen Unterricht in einer Berufsschule teil und kannst die Theorie in deinem Ausbildungsbetrieb in die Praxis umsetzen.

In deinem Ausbildungsbetrieb wirst du feste Aufgaben übernehmen dürfen, die je nach Ausbildungsgrad immer verantwortungsvoller sein werden. Als Nachweis für deine Tätigkeiten wirst du ein Berichtsheft führen, das regelmäßig kontrolliert wird, sowohl vom Ausbilder als auch von der Berufsschule.

Nach dem 2. Lehrjahr steht eine Zwischenprüfung an. Diese dient vor allem zu deiner eigenen Kontrolle. So siehst du direkt, ob du genug Lernaufwand in deine Ausbildung investierst oder wo du noch Intensivierungsbedarf hast, um die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren.

Am Ende der Ausbildung erwartet dich die Abschlussprüfung. Nach erfolgreich bestandener Prüfung darfst du die Berufsbezeichnung staatlich anerkannte tiermedizinische Fachangestellte tragen und als ausgelernte Tierarzthelferin arbeiten.

Gehalt

Wie in jedem Beruf ist das Geld ein wichtiger Punkt. Jeder von uns hat laufende Kosten, die du allein mit Tierliebe nicht decken kannst. Seit dem 1. Januar 2020 gelten für Auszubildende zur tiermedizinischen Fachangestellten neue Tarifvereinbarungen. Hier sind die durchschnittlichen, monatlichen Brutto-Ausbildungsgehälter für tarifgebundene Tierarztpraxen:

  • 1. Ausbildungsjahr: ca. 700 €
  • 2. Ausbildungsjahr: ca. 750 €
  • 3. Ausbildungsjahr: ca. 800 €

Nicht nur während der Ausbildung, sondern auch beim Einstieg in den Beruf als ausgelernte Tierarzthelferin hängt das Gehalt von deinem Arbeitsplatz ab. Es gibt Unterschiede, ob du in einer Tierarztpraxis, einer Tierklinik oder direkt in der Forschung tätig bist und ob dein Betrieb tarifgebunden ist und bezahlt. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt liegt jedoch meistens zwischen 1.800 Euro und 2.200 Euro brutto monatlich. Mit zunehmender Berufserfahrung steigert sich in der Regel dein Gehalt. Auch Weiterbildungen oder Fortbildungen führen dazu, dass dein Verdienst ansteigt.

Wie kannst du dich nach der Ausbildung weiterbilden?

Möchtest du nach der Ausbildung noch tiefer in das Fachgebiet der Tiermedizin einsteigen und dich weiterbilden? Dazu hast du viele Möglichkeiten.

Zum einen kannst du Fortbildungen besuchen, die direkt auf deinen Ausbildungsberuf aufbauen:

  • Parasitenbehandlung
  • Zahnbehandlung
  • Umgang mit Tierbesitzern
  • Narkose- und Schmerzmanagement

Liegen dir vor allem die organisatorischen Aufgaben und die Büroarbeit? Dann ist die Weiterbildung zum Betriebswirt oder Bürofachwirt eine Chance. Durch diese Weiterbildung kannst du mehr Verantwortung in Tierpraxen oder Kliniken übernehmen.

agrajo.com Tierarzthelferin Labor
In der biotechnologischen Forschung ist der Arbeitsplatz das Labor.

Möchtest du lieber in die Forschung gehen. Dann ist die Weiterbildung zum Biotechniker möglich. Hier hättest du weniger Patientenkontakt, denn dein Arbeitsplatz verlagert sich ins Labor. Vorteil ist, dass du durch deine biotechnologische Forschung den Dingen genau auf den Grund gehen kannst.

Für alle Theoretiker, die ihr Wissen stark intensivieren möchten oder für diejenigen, die merken, dass ihnen das Assistieren des Tierarztes nicht genügt, gibt es noch eine andere Möglichkeit: Das Studium.

Hier kommt in erster Linie die Studienrichtung Tiermedizin in Frage. Aber auch Studiengänge wie Biologie, Tierwissenschaften oder Pharmazie sind denkbar. Es gibt ein breites Angebot an Studiengängen, die auf den Beruf Tierarzthelferin anlehnen oder aufbauen. Hier liegt die Wahl der Fachrichtung wieder ganz bei dir und hängt von deinen Interessen und deinem späteren Berufsziel ab. Ein Studium ist immer eine Herausforderung, aber es gibt keinen Grund sich dieser nicht zu stellen.

Konnten wir dein Interesse am Beruf Tierarzthelferin wecken? Dann starte in einen Berufsalltag mit verantwortungsvollen Aufgaben und vielen verschiedenen, tierischen Patienten.

Autor: Dagmar Pfeiffer
Bildquellen: Adobestock, pixabay.com

Weitere Artikel zu dem Thema