Was macht ein Imker?

Berufsbild des Imkers 


Überblick:

  • Aufgaben
  • Voraussetzungen
  • Ausbildung
  • Weiterbildungen
  • Studium
  • Aussichten nach der Ausbildung

Imkerei wird bei vielen vor allem als Hobby oder Freizeitbeschäftigung angesehen. Dabei ist der Imker schon seit langem eine Berufsausbildung, die hohe Einsatzbereitschaft und selbstständiges Arbeiten verlangt.

Generelles – Aufgaben eines Imkers

Als Imker/-in hältst du Bienen. Dazu gehört diese zu betreuen und die einzelnen Bienenvölker zu vermehren. Ohne die Bienenköniginnen läuft nichts in dem Kasten. Diese sorgt als einziges geschlechtsreifes Weibchen für Nachkommen und steuert das Bienenvolk durch bestimmte Duftstoffe. Ohne eine Königin gibt es keine neuen Bienenvölker. Deswegen ist das Heranzüchten neuer Bienenköniginnen essenziell wichtig als Imker.

Es braucht Platz für die neuen Bienenvölker, also werden neue Bienenstöcker gebraucht. Handwerkliches Geschick ist also von Vorteil, denn diese zu bauen oder ggf. zu reparieren gehört auch zu deinen Aufgaben als Imker.

Anschließend gehört auch das Gewinnen und Vermarkten von Honig mit zu deinen Aufgaben. Auch kaufmännische und betriebswirtschaftliche Aufgaben sind Teil deines Arbeitsalltags. Da die meisten Imker das Imkern als selbstständige Nebenerwerbstätigkeit ausüben, sind diese Grundkenntnisse gold wert.

Von Vorteil – Voraussetzungen

Die wohl wichtigste Voraussetzung, um Imker zu werden, ist wohl, dass du dich nicht um herumsummende Tierchen ärgerst. Respekt vor den Bienen ist sehr wichtig. Angst solltest du jedoch keine haben. Obwohl du, mit immer mehr Erfahrung und Verständnis für die kleinen Tiere, diese mit Sicherheit auch verlieren würdest. Dazu wird von dir als Imker eine hohe Einsatzbereitschaft und selbstständige Arbeitsweise verlangt. Dein Arbeitsplatz ist vor allem Draußen. Daher sind Allergien wie Heuschnupfen und eine Pollenallergie nicht von Vorteil.

Kaufmännische und Betriebswirtschaftliche Aufgaben wirst du auch übernehmen müssen. Aus diesem Grund ist ein Grundverständnis von Vorteil, aber nicht essenziell wichtig. Denn dies wirst du in der Ausbildung noch erlernen.

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Imker werden – Ausbildung

Der Ausbildungsberuf Imker heißt fachgerecht Tierwirt, Fachrichtung Imkerei. Diese Ausbildung ist eine duale Ausbildung. Du bist also sowohl in der Berufsschule als auch im Betrieb.

Das erste Jahr verbringst du in einer landwirtschaftlichen Berufsschule. Hier erlernst du alle Grundlagen für den Ausbildungsberuf Tierwirt. In den ersten zwei Jahren hast du noch zusammen mit allen anderen Tierwirten Berufsschule. So erlernst du die gleichen Grundlagen wie die zukünftigen Tierwirte, Fachrichtung Rinder- oder Schweinehaltung.

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Deine ersten Lernfelder sind nicht immer nur explizit auf deinen Beruf des Tierwirts ausgerichtet. So erlernst du beispielsweise wie du neue Mitarbeiter in den Betrieb einführt. Auch die ersten Schritte in Sachen Geräte, Maschinen und Anlagen werden dir beigebracht. Also, worauf zu achten ist bei der Pflegen oder Wartung.

Danach wird es dann schon ein bisschen spezifischer. Dir wird gezeigt, wie man Tierunterkünfte herrichtet und instand hält. Dazu gehören Verletzungsgefahren zu beseitigen und die richtige Ausstattung. Ebenso wichtig ist die Berechnungen, wie viele Tiere in einem Stall platz haben. Hierzu gibt es Richtlinien und Gesetze, an die man sich halten muss. Auch das wird dir gezeigt.

Weitere Lernfelder deiner Ausbildung sind unter anderem der Umgang mit Tieren. Wie kannst du ihr Verhalten einordnen, um dann richtig drauf zu reagieren. Das ist nicht nur für die Tiere wichtig, um stressfrei zu leben. Vor allem kannst du dich so vor Verletzungen durch die Tiere schützen.

Wie viel Futter braucht ein Tier? Und noch viel wichtiger, welche Nährstoffe benötigen meine Tiere? Mit den Fragen setzt ihr euch auch in der Berufsschule auseinander. Das richtige Futter ist nicht nur wichtig, um optimale Erträge zu erzielen. Es ist auch essenziell, um den Tierbestand Gesund zu halten.

Zum Schluss lernst du, wie man Abfälle entsorgt und Nebenprodukte verwertet.

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Jetzt geht’s um die Biene 

Spezifischer wird’s dann für dich ab dem 3. Jahr. Hier werdet ihr in eure Fachrichtungen unterteilt und bekommt gesondert Unterricht.

  • Bienen versorgen
  • Bienenvölker reproduzieren
  • Bienenprodukte gewinnen
  • Bienenprodukte vermarkten
  • Bei der Führung einer Berufsimkerei mitwirken

Weiterbildungen

Nach deiner Ausbildung kannst du deinen Meister machen. Du bist zur Teilnahme, durch deine bestandene Abschlussprüfung plus zusätzlich mindestens drei Jahre Berufserfahrung, berechtigt. 

Durch die Teilnahme an entsprechenden Kursen, wirst du optimal auf deine Meisterprüfung vorbereitet. So ein Vorbereitungskurs ist freiwillig und keine Voraussetzung für die Prüfungszulassung. Allerdings kennen sich die Lehrgangsleiter mit dem Aufbau und dem Inhalt der Prüfung sehr gut aus. Du kannst also durch wertvolle Tipps und Tricks profitieren. Es gibt nicht zu jeder Jahreszeit und in jedem Bundesland solche Kurse. Deswegen ist eine frühzeitige Recherche hier sehr wichtig.

Derzeit bieten drei Bundesländer Meisterprüfungen im Beruf Tierwirt, Fachrichtung Imkerei an:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Niedersachsen

Studium

Um deine beruflichen Perspektiven zu erweitern, kannst du nach deiner Ausbildung noch ein Studium beginnen. Einen speziellen Studiengang zur Branche der Imkerei gibt es nicht. Jedoch kommt das Landwirtschafts- oder Biologiestudium dem ganzen am nächsten. Hier solltest du dich wirklich gut informieren, inwieweit dich das Studium weiterbringt. Finde erst genau heraus, in welche berufliche Richtung du möchtest.

Aussichten nach der Ausbildung

Laut der Initiative bee careful gibt es in Deutschland rund 100.000 Imker. Davon sind nur ein Prozent haupt- oder nebenberuflich Imker. Und das nicht ohne Grund. Pro Bienenvolk kann man mit einem durchschnittlichen Umsatz pro Jahr von 500 € rechnen. Also braucht ein Imker rund 100 Bienenvölker, um davon hauptberuflich leben zu können. Denn nach den Abzügen von Steuern und Sozialabgaben bleibt sonst nicht mehr viel übrig.

Im Angestelltenverhältnis kann man mit einem Einkommen von 1.600 € bis 1.900 € brutto rechnen. Allerdings ist die Job Lage als Imker nicht sehr leicht. Aus diesem Grund gibt es vor allem Imker, die dies als Hobby oder eventuell als Nebenerwerb machen.

Hier geht’s zu einem Interview mit Petra Friedrich, die stellvertretend für den Deutschen Imkerbund e.V. mit uns gesprochen hat. 

Autor: agrajo-Redaktion
Bildquelle: pixabay.com

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