Was macht ein Fischwirt?

Fischwirt

Als Fischwirt oder Fischwirtin lernst Du während der dreijährigen Ausbildung alles rund um die Fischerei, die Fischzucht und alles Wichtige zu aquatischen Nutztieren vom Ei bis zum verzehrfertigen Produkt. Du lernst nicht nur althergebrachte Techniken zum Fischfang, sondern auch moderne Vermehrungsmethoden und Aufzuchtverfahren. Absolvieren kannst Du die Ausbildung in Unternehmen der Aquakultur und Binnenfischerei.

Zu den alltäglichen Aufgaben gehört die Fütterung und Pflege der Tiere sowie die Instandhaltung der Anlagen.

Berufsschwerpunkte
  1. Fischhaltung und Fischzucht: Zucht von Fischen in künstlich angelegten Teichen mit anschließender Verarbeitung und Vermarktung.
  2. Kleine Hochsee- und Küstenfischerei: Das Fangen von Fischen und Schalentieren.
  3. Seen- und Flussfischerei: Fischfang in Seen und Flüssen mit anschließendem Verkauf und Pflege des Lebensraumes der Fische.
Voraussetzungen

Hast Du bereits einen vertrauten Umgang mit Fischen, da Du zum Beispiel privat Deinen Fischerschein gemacht hast, und Du gehst gerne Angeln? Beste Voraussetzung für die Ausbildung zum Fischwirt.

Generell solltest Du Verständnis für fischereibiologische Vorgänge haben. Hilfreich sind auch eine gewisse technische Begabung, handwerkliches Geschick und betriebswirtschaftliches Verständnis.
Neben Ausdauer und Kraft, was gerade beim Abfischen erforderlich ist, da die Fische sehr schwer sein können, solltest Du auch keine Berührungsängste mit Wasser haben. Es kann schon mal vorkommen, dass Du als Fischwirt lange im Wasser stehen musst, oft auch bei kalten Wassertemperaturen.

Auch solltest Du seefest sein. Mache Dir bewusst, dass Du nicht nur bei schönem Wetter arbeiten wirst, sondern auch bei Wind und Wetter. Da kann es schon mal einen starken Seegang geben. Das ist nichts für einen schwachen Magen.

In den Wintermonaten kann es etwas ruhiger werden, aber generell solltest Du Dich auf lange Arbeitszeiten – bis alle Fische eingeholt sind – einstellen.

Lehrinhalte

Neben naturwissenschaftlichen Grundlagenfächer, wie Physik, Chemie und Biologie, wirst Du die Fischsorten und ihre Anatomie kennenlernen. Weitere Kenntnisse erlangst Du in Gewässerbeschaffenheit. Antworten auf die Fragen „Welche Fische wohnen in welchen Gewässer und was kannst Du daraus schließen?“ sollte für Dich nach der Ausbildung zum Fischwirt kein Problem mehr sein.

Gewässer zum Fischen:

  • Seen
  • Talsperren
  • Flüsse
  • Bäche
  • Kanälen
  • Stau und Rückhaltebecken

Auf Exkursionen wirst Du Dir vor Ort ein Bild von Gewässern und deren Wasserqualität machen können. Da Fische ein ideales Ökosystem brauchen, lässt sich anhand der Wasserbewohner und Pflanzen schnell auf die Wasserqualität schließen. Auch dies sind Lehrinhalte der Ausbildung zum Fischwirt.

Als Fischwirt der kleinen Hochsee- und Küstenfischerei musst Du die Vorschriften des Seemannsgesetzes und die Schiffsbesetzungsverordnung kennen. Auch diese rechtlichen Fakten werden Dir nähergebracht.

Neben der Gewässerkunde erfährst Du etwas zur fachgerechten Verarbeitung der Fische. Die gefangenen Fische müssen im Nachhinein nach Art und Größe sortiert werden. Dies wird meistens in Teamarbeit gemacht. Daher ist auch Teamfähigkeit keine schlechte Eigenschaft. In der Regel werden kleine, aussortierte Fische als Nachzucht verkauft. Die übrigen Fische werden geschlachtet, geschuppt, zerlegt und konserviert. Anschließend werden diese Fische verkauft. All diesen Aufgaben wirst Du nach der Ausbildung gewachsen sein.

Mögliche Arbeitgeber
  • Betriebe der Kutterfischerei
  • Frischfisch-, Krabben und Muschelfischerei
  • Betriebe der Seen- und Flußfischerei
  • Fischfarm
  • Fischverkauf
Weiterbildung

Nach zweijähriger Berufspraxis als Fischwirt, kannst Du Dich zum Fischwirtschaftsmeister fortbilden. Du kannst aber auch den Weg einer akademischen Fortbildung durch die Spezialisierungen im Bereich der Fischereibiologie und Aquakultur wählen. Dies ist an verschiedenen deutschen Universitäten möglich. Zum Beispiel gibt es den Masterstudiengang „Fishery Science and Aquaculture/Fischwirtschaft und Gewässerbewirtschaftung“ als Ausbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Weitere Artikel zu dem Thema