Was macht ein Fleischer?

Fleischer (auch als Metzger oder Schlachter bezeichnet) sind für die Zubereitung des Fleisches ab dem Schlachthof bis zur Fleischtheke verantwortlich. Du sorgst also unter anderem dafür, dass es auf den Grillpartys im Frühjahr und nicht an Fleisch mangelt und im Herbst und Winter das Gulasch auf den Tisch kommen kann.

Fleisch ist dein Gemüse? Du hast dich schon immer gefragt, wie ein Schwein oder Rind in die Fleischtheke wandert? Und was sind eigentlich die Unterschiede zwischen einem Metzger und Fleischer? Dann lies auf agrajo in die Ausbildung zum Fleischer rein.

Metzger, Fleischer oder Schlachter: Was ist der Unterschied?

Wer sich über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren möchte, wird schnell darauf stoßen, dass in Stelleanzeigen Fleischer oder Metzger gesucht werden, die Aufgaben aber gleich sind. Doch woran liegt das und gibt es einen Unterschied zwischen einem Fleischer und einem Metzger?

Die Berufe Fleischer und Metzger unterscheiden sich wenig in den Aufgaben und Tätigkeiten, aber vor allem in der Regionalität. Wird in West- und Süddeutschland vor allem der Fleischer aufgesucht, kaufen die Ostdeutschen ihr Fleisch beim Fleischer. Nur der Schlachter hebt sich vom Metzger und Fleischer dadurch hervor, dass er vor allem die Tiere schlachtet und eher selten auch in einem Geschäft verkauft.


Tätigkeiten und Aufgaben als Fleischer

Verkauf und Beratung hinter Fleischtheke

Zu deinen täglichen Aufgaben und Tätigkeiten als Fleischer gehören das Fleisch zerlegen, die Herstellung der verschiedenen Produkte, das Dekorieren der Fleischtheke und zuletzt die Beratung der Kunden und das Verkaufen der Waren. Zudem musst du als Fleischer das Fleisch brühen, kochen und räuchern können. Die täglichen Aufgaben spiegeln sich im Ablauf der Fleischer-Ausbildung wieder.

Vielfältige Aufgaben eines Metzgers: Verarbeiten und Zubereiten

Der Aufgabenbereich als Metzger ist sehr abwechslungsreich und vielfältig. Jeden Tag werden verschiedenste neue Kreationen, ob bei der Panade oder einer neuen Wurst, hergestellt, probiert und verkauft. Dabei ist Kreativität gefragt. Das tägliche Werkzeug geht mittlerweile weit über ein Messer hinaus. Moderne Fleischereitechnik erleichtert dir das Arbeiten sehr.


Neben dem Fleisch in der Theke, gibt es noch Feinkosterzeugnisse. Die Zubereitung der Salate, Konserven und Fertiggerichte gehört zusätzlich zu dem Alltag für dich als Fleischer.

In der Lebensmittelbranche gelten sehr strenge Hygienevorschriften. Diese zu kontrollieren und einzuhalten ist das oberste Gebot als Fleischer. Denn dies trägt maßgeblich zur Qualitätssicherung bei.


Steckbrief: Die Ausbildung zum Fleischer

Berufstyp:staatlich anerkannte Berufsausbildung
Ausbildungsart:duale Ausbildung
Lernorte:Berufsschule und Ausbildungsbetrieb
Ausbildungsdauer:3 Jahre
Ausbildungsgehalt: 620€ bis 790€ (1. Ausbildungsjahr), 810 bis 1.120€ (3. Ausbildungsjahr)

Arbeitsplatz: Hier kommen Fleischer zum Einsatz

Als Fleischer bist du vor allem hinter der Theke zu finden. Diese können sich in großen Einkaufsläden oder aber auch in kleinen Fleischereien befinden. Wenn du gerade mal nicht verkaufst, wirst du im Lager oder in der Küche zu finden sein. Dienstfahrten, um das Fleisch vom Schlachthof zu holen, kann je nach Betrieb auch zu deinem Aufgaben gehören.

Der tägliche Kundenkontakt eines Fleischers gestaltet den Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich. (Foto: stock.adobe.com/Kzenon)

Voraussetzungen: Das brauchst du, um Fleischer zu werden

Diese Skills wünschen sich Ausbildungsbetriebe in der Regeln von angehenden Fleischern:

  • mindestens Hauptschulabschluss
  • Zuverlässigkeit
  • Kreativität
  • Kundenfreundlichkeit
  • Handwerkliches Geschick
  • Sorgfalt und Genauigkeit

Der Job passt perfekt zu dir, wenn du:

  • die Fähigkeit hast, Blut zu sehen
  • Spaß am verkaufen hast
  • gut mit Kälte umgehen kannst
  • das Schulfach Biologie in der Schule mochtest

Ausbildung: So wirst du staatlich anerkannter Fleischer

Die Ausbildung zum Fleischer / Metzger ist staatlich anerkannt und findet im dualen System statt. Du erlernst den Beruf also sowohl in der Berufsschule als auch in deinem Ausbildungsbetrieb. In der Regel dauert die Ausbildung 3 Jahre, du hast aber mit Abitur und sehr guten Noten in der Berufsschule die Möglichkeit die Ausbildung zu verkürzen.

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird dein Wissen in Form einer Zwischenprüfung abgefragt. Diese soll dir aufzeigen, welche Themen du für die Abschlussprüfung vielleicht noch mal vertiefen solltest. Am Ende der drei Jahre schließt du deine Ausbildung mit der Abschlussprüfung ab. Zulassungsvoraussetzung dafür ist unter anderem die bestandene Zwischenprüfung. Die Abschlussprüfung zum Fleischer besteht aus zwei Teilen – der schriftlichen Abschlussprüfung und der praktischen Abschlussprüfung.

Ausbildungsinhalte: das lernst du über das Berufsbild Fleischer

Die Theorie hinter dem Beruf als Fleischer erlernst du in der Berufsschule. Wie du diese dann anwendest, bekommst du beim täglichen Arbeiten in deinem Ausbildungsbetrieb gezeigt. Im ersten Jahr erlernst du erstmal die Grundlagen in Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht.

Hier lohnt es sich besonders gut aufzupassen, denn darin behandelt ihr unter anderem auch deine Rechte als Azubi. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sind auch wichtige Grundlagen, die du in der Berufsschule erlernst. Aber nicht nur der eigene, sondern auch der Umweltschutz ist sehr wichtig.

Andere wichtige Bestandteile deiner Ausbildung sind:

  • Vorbereiten von Arbeitsabläufen
  • Arbeiten im Team
  • Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen
  • Umgang von Anlagen, Maschinen und Geräten
  • Beurteilen, Zerlegen und Herrichten des Fleisches
  • Herstellung von Koch-, Brüh- und Rohwurst, von Pökelware und Hackfleisch
  • Verpacken der Produkte
Jedes Tier hat verschiedene Bestandteile die unterschiedlich verwertet werden. All das lernst du in der Berufsschule. (Foto: stock.adobe.com/Denys Holovatiuk)

Gehalt: So viel verdienst du in der Fleischer-Ausbildung

Wie in fast allen Branchen variiert das Ausbildungsgehalt je nach Betrieb. Dazu sind manche Betriebe an einen Tarifvertrag gebunden, andere nicht. Dein Ausbildungsgehalt kannst du aber bei deinem Ausbildungsbetrieb erfragen und in deinem Ausbildungsvertrag nachlesen. Im Durchschnitt verdient ein Fleischer Azubi monatlich :

  • Erstes Ausbildungsjahr: 630 bis 790 Euro
  • Zweites Ausbildungsjahr: 720 bis 910 Euro
  • Drittes Ausbildungsjahr: 810 bis 1.120 Euro

Doch wie viel verdient ein ausgelernter Metzger? Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt durchschnittlich bei 1.700 bis 2.000 Euro brutto. Das Gehalt steigt mit wachsender Berufserfahrung. Eine andere Möglichkeit, um dein Gehalt als Fleischer /Metzger zu steigern, ist die Weiterbildung in Form eines erlangten Meistertitels als Fleischermeister.


Weiterbildungen dem Ausbildungsberuf Fleischer

Um dich im Fachbereich weiterzubilden, kannst du nach deiner Ausbildung direkt eine Meisterschule hinten dranhängen. Diese kannst du sowohl Vollzeit als auch berufsbegleitend machen. Nur für den Fall, dass du keinen Schulabschluss hast, ist eine mehrjährige Berufserfahrung als Fleischer die Voraussetzung. Berufsbegleitend dauert die Weiterbildung zum Fleischermeister ca. ein Jahr. Hast du den Titel Fleischermeister erlangt, wird auch dein Gehalt steigen und du kannst dich auf Stellenangebote für Fleischermeister bewerben.


Du willst lieber mit lebendigen Tieren arbeiten? Hier stellen wir dir die Ausbildungsberufe zum Tierwirt und Landwirt vor.

Der Beitrag hat dein Interesse geweckt und erfüllst die Voraussetzungen um Fleischer zu werden? Dann bewirb dich auch Stellenangebote für Fleischer und erlebe einen spannenden Beruf voller Abwechslung und Herausforderungen.

Weitere Informationen zur Ausbildung und zum Berufsbild Fleischer findest du auch unter: Berufenet – Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit (BIZ)


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