Direktvermarktung in der Landwirtschaft: Schritt für Schritt zum eigenen Laden

Die Direktvermarktung bietet im Agrarbereich ein großes Potenzial. Dies gilt sowohl für die eigene Reputation als auch aus wirtschaftlicher Sicht. Der Beitrag zeigt dir, welche Vorüberlegungen angestellt werden müssen und wie sich deine Erzeugnisse gewinnbringend vermarkten lassen. 

So kannst du entweder in deinem eigenen Betrieb oder als Ideengeber für den Hof deiner Eltern den Profit steigern.  

Die Vorteile der Direktvermarktung 

Die Direktvermarktung im Agrarbereich bietet dir eine ganze Reihe von Vorteilen. Dazu gehören unter anderem: 

  • höhere Gewinnspanne 
  • Unabhängigkeit 
  • Frische der Produkte 
  • direkter Kundenkontakt  

Gewinnspanne und Unabhängigkeit bei der Direktvermarktung

Zunächst kannst du durch das Selbstvermarkten höhere Gewinne erzielen. Dies ist nur logisch. Wenn du dich selbst um alles kümmerst und keine weiteren Firmen an den Umsätzen beteiligt werden müssen, bleibt mehr für dich übrig.  

Des Weiteren bist du unabhängiger. Bei der Direktvermarktung bist du nicht auf einen Zwischenhändler angewiesen. Das gilt unter anderem bezüglich der Preisgestaltung und verschiedener weiterer möglicher Vorgaben. Dies kann viele Freiheiten mit sich bringen und dir einigen Druck ersparen.  

Frische und direkter Kundenkontakt  

Zudem kannst du durch die Direktvermarktung die Frische deiner Produkte steigern. Dies liegt vor allem daran, dass durch den direkten Verkauf oftmals kürzere Lagerzeiten entstehen. Für dein Marketing, darauf gehen wir später noch ein, ist dies ein durchaus wichtiges und schlagendes Argument.  

Darüber hinaus kann der direkte Kundenkontakt als Vorteil gesehen werden. So besteht für dich die Möglichkeit, eine besonders umfangreiche Transparenz bezüglich deiner Produkte zu schaffen.  

Die direkte Kommunikation kann darüber hinaus für eine engere Kundenbindung sorgen. Zusätzlich bekommst du ein direkteres Feedback zu deinen Produkten. So kannst du auf mögliche Probleme und Kritik reagieren und dich stetig verbessern.  

Gleichzeitig ist es wichtig, mit solchen Beschwerden richtig umzugehen, um den Kunden schlussendlich doch noch zufriedenzustellen. So kannst du vermeiden, einen Abnehmer zu verlieren sowie negative Einflüsse auf deine Reputation hinnehmen zu müssen. Diese könnten zum Beispiel durch schlechte Bewertungen im Internet entstehen.  

Die passende Location für den Hofladen

In einem ersten Schritt kannst du eine passende Location für deinen eigenen Laden suchen. Hierbei gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten bzw. Herangehensweisen, die jeweils Vor- und Nachteile haben. Unter anderem zählen dazu:  

  • Nutzung einer Location direkt an deinem Hof 
  • Suchen eines Standortes in einer nahegelegenen Stadt  

Direktvermarktung: Der Laden direkt am Hof 

Eine Option besteht darin, deinen Laden direkt auf oder an dem Hof zu eröffnen. Dies hat den Vorteil einer besonderen Atmosphäre für die Kunden. Der Grund: Sie kaufen die Erzeugnisse direkt dort, wo sie produziert werden. Allerdings kommt es bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit stark darauf an, wo dein Hof gelegen ist. Sind direkt in der Nähe mehrere Dörfer, eine Kleinstadt oder sogar eine größere Stadt?  

Ist dies gegeben und du kannst davon ausgehen, durch diese Lage ausreichend Kunden zu haben, ist der Hof eine sinnvolle Location. Liegt er allerdings fernab von Städten oder Dörfern, musst du dich fragen, ob der Kundenzustrom aufgrund der Entfernung für ein gewinnbringendes Geschäft ausreicht.  

Natürlich kannst du mit einem guten Marketing dafür sorgen, dass deine Abnehmer aufgrund deiner Produkte den Weg gerne auf sich nehmen. Allerdings kann die Entfernung gerade in der Anfangsphase einige Komplikationen sowie ein eher langsames Geschäft mit sich bringen.  

Standort in einer nahegelegenen Stadt 

Alternativ kannst du überlegen, einen Standort in einer nahegelegenen Stadt zu suchen. Dann geht zwar der Charme des Hofes verloren, allerdings kannst du dies womöglich mit einer gemütlichen und thematisch passenden Gestaltung deines Ladens ausgleichen.  

Gleichzeitig kannst du so, sofern deine Produktionsstätte etwas abgelegen ist, die Chancen auf einen hohen Kundenzustrom steigern. Zusätzlich solltest du darauf achten, eine Location zu suchen, bei der es in der direkten Nähe keine weiteren ähnlichen Geschäfte gibt.  

So steigerst du die Einzigartigkeit deines Ladens. Darüber hinaus solltest du versuchen, den Nachteil der zusätzlichen Kosten für die Miete des Ladenlokals so gering wie möglich zu halten. Hier kann etwas Geduld bei der Suche hilfreich sein.  

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Über das Online-Marketing erreichst du unter anderem potentielle Kunden, die in den sozialen Medien aktiv sind. (© stock.adobe.com/luckybusiness)

Online-Marketing und E-Commerce 

Im nächsten Schritt kannst du dir über das Thema Marketing Gedanken machen. Heutzutage spielt das Internet hierbei eine große Rolle. Zudem kannst du womöglich einen zu deinem Laden gehörenden Online-Shop eröffnen.  

Marketing im Internet 

Für das Marketing im Internet gibt es verschiedene Möglichkeiten. Unter anderem zählen dazu:  

  • eine eigene Homepage 
  • Social-Media 
  • Berichte und Interviews in lokalen Online-Zeitungen  

Eine eigene Homepage kann als Basis für alle deine Marketingaktivitäten im Internet dienen. Hier kannst du einige Infos über dich und deinen Hof veröffentlichen, die du mit passenden Bildern untermalst. Die Webseite kann dann bei allen anderen Werbeaktionen im Netz verlinkt werden.  

Mittlerweile brauchst du für die Erstellung keinen Programmierer mehr. Vielmehr kannst du diesen Schritt selbst umsetzen – mithilfe eines entsprechenden Baukastens.

In diesem Rahmen kannst du dann zwischen verschiedenen Design-Optionen wählen und deine Webseite so gestalten, wie es dir am besten gefällt. Zusätzlich hast du unter anderem die Möglichkeit, einen eigenen Online-Shop zu integrieren (dazu gleich mehr).  

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Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte über Social Media

Eine weitere Option, deinen Laden zu bewerben, besteht in der Nutzung sozialer Medien. Dazu gehören unter anderem:  

  • Facebook 
  • Instagram 
  • TikTok 

Welche dieser Möglichkeiten für dich ideal ist, solltest du mit ein wenig Ausprobieren herausfinden. Allerdings gibt es Unterschiede. Mit Facebook erreichst du eine breite Zielgruppe, mit TikTok vor allem jüngere Menschen.  

Auf Instagram wiederum musst du durch ansprechend aufbereitete Bilder überzeugen – eine Chance also, deinen Laden und deine Produkte optisch in ein besonders positives Licht zu rücken.  

Zusätzlich kannst du überlegen, ob es Möglichkeiten gibt, ein Interview oder einen Bericht in lokalen Online-Zeitungen zu bekommen. Gleiches gilt für die örtliche Printpresse. So kannst du weitere Aufmerksamkeit für deinen Laden generieren und Menschen aus der Region womöglich als Kunden gewinnen.  

Der eigene Online-Shop zum Hofladen

Wie bereits angeklungen hast du die Möglichkeit, auf deiner Webseite einen eigenen Online-Shop zu integrieren. Hier kannst du verschiedene Produkte verkaufen, die du aus deinen Erzeugnissen herstellst – oder eben einige Erzeugnisse selbst. Falls du im Betrieb deiner Eltern tätig bist, kannst du diese Aufgabe ebenfalls übernehmen. Zu den Produkten zählen zum Beispiel:  

  • Säfte 
  • Marmeladen 
  • Nüsse 
  • Eier
  • Milch und Milchprodukte

Beim Verkauf einiger deiner Roherzeugnisse musst du einen Weg finden, eine ausreichende Kühlung sicherzustellen. Bedenke: Bestellungen können nicht nur aus deiner Region, sondern auch aus anderen Teilen der Bundesrepublik kommen – es sei denn, du beschränkst den Verkauf einiger Produkte auf ein regionales Gebiet. 

Auf agrajo haben wir bereits über „Die Gemüslichen“, die Biogemüsekiste im Abo aus dem Lautertal berichtet – lies jetzt rein!

Bürokratisches: Die Vermarktungs-Fragen musst du klären

Darüber hinaus musst du dich bei der Gründung deines eigenen Ladens mit einigen bürokratischen Faktoren beschäftigen. Dazu gehört unter anderem eine Anmeldung beim Gewerbeamt und Finanzamt.  

Zuvor solltest du dir Gedanken machen, welche Rechtsform du wählst. Dazu gehört unter anderem, mit wie vielen Personen du deinen Laden gründest, wie risikoreich das Vorhaben ist und wie die Haftung im Fall der Fälle aussehen soll.  

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Falls du dich mit den Themen Rechtsform und Steuern nicht besonders gut auskennst, kann eine Beratung sinnvoll sein.(© stock.adobe.com/Rido)

Darüber hinaus solltest du dich frühzeitig mit dem Thema Steuern beschäftigen. Womöglich kennst du dies bereits von deinem Landwirtschaftsbetrieb. Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, einen Steuerberater hinzuziehen, der in diesem Bereich Expertise mitbringt.  

Direktvermarktung: Was ist dein Markenkern?

Des Weiteren kannst du dich damit beschäftigen, von Beginn an einen bestimmten Markenkern zu finden. Was macht eure Produkte und eure Marke besonders? Der Kern kann zum Beispiel in der besonderen Expertise für gewisse Produkte und Erzeugnisse liegen.  

Zudem kannst du auf Produkte setzen, für welche die Region in besonderem Maße bekannt ist. Auf diese Weise grenzt du dich womöglich ein wenig von der Konkurrenz ab und schaffst Kaufargumente für potenzielle Kunden.   

Gleiches gilt, wenn du dich auf einen bestimmten Bereich spezialisierst, der überregional populär ist. Dies könnten zum Beispiel Bio-Produkte sein, die sich einer immer größeren Beliebtheit erfreuen – dies liegt sicherlich auch am wachsenden Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit. Welche Produkte in diesem Bereich besonders gerne gekauft werden, erfährst du online im Öko-Barometer 2020.

Fazit: So startest du eine erfolgreiche Direktvermarktung

Auf dem Weg zu deinem eigenen Laden solltest du mehrere Faktoren berücksichtigen. Dazu zählen neben der Location das Marketing, die Produktauswahl sowie die Bürokratie im Hintergrund. So kannst du eine enge Kundenbindung schaffen und zudem womöglich deine Gewinne steigern.  


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