INSNACK – Insekten als gesunder Snack zwischendurch?

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Zusammenfassung


Hallo Marc! Stell dich und dein Unternehmen bitte gern einmal kurz vor.

Mein Name ist Marc Schotter, ich bin 26 Jahre alt und der Gründer von INSNACK. Das Unternehmen habe ich im September 2018 gegründet, um die innovative und gesunde Proteinquelle der Speiseinsekten in Deutschland zu etablieren. Bisher haben wir verschiedene Snacks wie Müsliriegel, geröstete Grillen und neuerdings auch salzige Snacks herausgebracht.

Nun sind wir natürlich gespannt auf eurer Produkt. Was ist genau sind die Insektenknaller? Woraus wird er hergestellt und was ist das Besondere?

Die Knaller sind ein Extrudat und vergleichbar mit einem deutschen Snackklassiker – den Erdnussflips, nur in rund und gesünder und mit ordentlich Proteinpower. Wir nutzen als Proteinquelle den Buffalowurm. Das Ergebnis ist ein Snack, der nicht nur dem Körper gut tut und neben gesunden Proteinen, Kohlenhydraten, wenig Zucker und wenig gesundem Fett auch für Nachhaltigkeit unter den Konsumgütern sorgt. Viele Kunden loben vor allem, dass man keine fettigen Finger bekommt. Das basiert vor allem auf der Tatsache, dass wir die Gewürze direkt während des Herstellungsverfahrens (der Extrusion) einarbeiten und nicht im Nachhinein mit Fett hinzufügen müssen.


Ein Sprung, der mich erkennen ließ, dass es auf der anderen Seite deiner maximalen Angst nur das Beste gibt, was du dir vorstellen kannst!

Marc Timothy Schotter nach seinem BUNGEE-SPRUNG

Wie seid ihr darauf gekommen, ein nachhaltiges, Snackprodukt zu entwickeln? Wie und wo ist die Produktidee entstanden?

Die Idee zu INSNACK ist vor allem während einer Weltreise entstanden, bei der mir bewusst wurde, dass wir vor großen Herausforderungen in der Zukunft stehen. Der Klimawandel bedroht uns alle und vor allem der Anblick von vielen Missständen in fernen Ländern hat mich wach gerüttelt. Ob die Plastikberge an den vermeintlichen Traumstränden, klimabedingte Evakuierungen durch extreme Wetterverhältnisse oder brutale Hitzewellen. Auch ich hatte durch meine Reise für viel Co2 und Verschmutzung gesorgt und man fängt bei so einer Reise an, viel zu reflektieren.

Zudem habe ich eine persönliche Leidenschaft für gesunde und nachhaltige Ernährung und wollte mein Wissen und meine Ideen weitergeben. Während meines Aufenthalts bin ich in Thailand auf eher touristische Art und Weise auf das Thema der Speiseinsekten gestoßen. In meinem darauffolgenden Studium bin ich nochmal auf das Thema aufmerksam geworden und war fasziniert, wie nachhaltig und proteinreich die Insekten eigentlich sind. Das ist einem in Thailand nicht so bewusst.

Das Team rund um INSNACK.
Das Team rund im INSNACK. Von links nach rechts: Noah, Markus Vicky und Marc. ©INSNACK

Nachhaltigkeit ist bereits seit Jahren in aller Munde. Wieso ist genau eurer Produkt nicht nur gesund sondern auch nachhaltig für die Umwelt?

Das Wort Nachhaltigkeit ist mittlerweile inflationär benutzt und sicherlich darf man sich die Frage stellen, warum ausgerechnet ein Konsumgüterprodukt wie ein Snack denn für Nachhaltigkeit sorgen soll. Mir gefällt die Definition, dass Nachhaltigkeit vor allem aus drei Säulen besteht. Nachhaltigkeit bedeutet, dass sozio-kulturelle, ökologische und ökonomische Ressourcen nur soweit ver- und gebraucht werden, dass sie auch zukünftigen Generationen in der gleichen Qualität und Quantität zur Verfügung stehen können.

Unter dem Strich befinden wir uns auf einem Weg, bei dem wir leider zu schnell unsere Ressourcen aufbrauchen und unsere Nachwelt nicht mehr diese Entscheidungsvielfalt und Freiheit genießen wird, die wir noch heute so wertschätzen. Die Lebensmittelindustrie spielt eine gewichtige Rolle, wenn es um das Thema Co2 Austoß und Umwelteinfluss geht. Wir brauchen neuartige Wege, Lebensmittel und Proteinquellen möglichst effizient und sauber zu erschließen. Hierzu gehört auch die Speiseinsektenzucht. Eine Speiseinsektenzucht kann dank eines Circular Economy Prinzips extrem sparsam mit Ressourcen umgehen, indem zum Beispiel Seitenströme (Nebenprodukte in der Herstellung aus Rohstoffen, die nicht gebraucht werden) an Insekten verfüttert werden. Die Insekten verbrauchen im Vergleich zu anderen Tieren wie Rindern, Schweinen oder Hühnern deutlich weniger Ressourcen und können auch bei lokaler Zucht mit einigen pflanzlichen Proteinen mithalten, die importiert werden.

Wie werden die Insekten gezüchtet? Hier besucht Marc eine Insektenfarm in Finnland. ©INSNACK

Uns interessiert auch der Entwicklungsprozess. Wie war der Weg von der Idee bis zum maschinell produzierten Produkt?

Alles hat klassich angefangen in einer Startup Küche. Mein damaliger Mitgründer (hat INSNACK im Frühjahr 2019 verlassen) und ich wollten einen Proteinriegel kreieren. Dann haben wir uns Grillenmehl bestellt und haben losgelegt. Die ersten Versuche mit Rezepten aus dem Internet verliefen ziemlich gut, wobei wir deutlich zu viel Sirup und Zucker benutzt hatten. Das Grillenmehl hat eine sehr spezifische Geschmacksnote, die man kreativ in die Zutaten mit einbauen muss.

Bei den Knallern nutzen wir die Extrusion und das kann nur mit einer ordentlichen Maschine gelingen, die aber deutlich teurer in der Beschaffung ist. Hier habe ich mir von Anfang an einen Lohnhersteller gesucht, der mir bei der Produktentwicklung unter die Arme greifen kann.


Könnt ihr uns noch etwas zu euren Kunden und Abnehmern sagen? Wo gibt es INSNACK schon oder wo darf INSNACK auf keinen Fall fehlen?

Unser Snacks richten sich an Pioniere der Nachhaltigkeit, an Sportler, an urbane Menschen die offen sind für Neues oder aber auch an junge Familien und Kinder. Wir sind eine sehr offene Brand ohne spezifische Nische. Das Ziel ist es, dass Speiseinsekten für eine breite Masse zugänglich gemacht wird. Es muss nicht jeder zugreifen, aber wir sind offen für jede Kundin oder Kunden.

Bisher gibt es unsere Produkte vor allem in den größeren Supermarktsketten wie REWE oder EDEKA (siehe Store Locator auf www.insnack.de). Daneben haben wir unseren Onlineshop. Durch Corona sind viele Pläne leider nach hinten verschoben worden. Wir wollten vor allem viele Offices und auch kleinere Coffee Stores mit unseren Snacks ausstatten, aber das ist aus bekannten Gründen mittlerweile schwieriger.

Welche Produkt-Variationen gibt es? Gibt es schon Weiterentwicklungsideen für INSNACK?

Aktuell gibt es drei Sorten: Salz & Pfeffer, Paprika und Rosmarin & Tomate. Wir werden im neuen Jahr nochmal Anpassungen der Rezepturen machen und klar schaut man als Startup immer in die Zukunft und so viel darf ich bereits sagen: Es wird auch eine süßere Variante der Knaller kommen 😉


Welche Pläne habt ihr für die Zukunft? Welche Ziele habt ihr mit INSNACK?

Simpel gesagt, wollen wir die globale Marke für gesunde und leckere Snacks mit Insektenmehl werden. Primär soll das mit der Etablierung der Marke in Deutschland und Europa funktionieren. Später kann ich mir auch gut vorstellen auch in Asien auszurollen. Hier ist natürlich die psychologische Hürde für den Konsum von Insekten deutlich geringer.

Warum ist es für euch persönlich wichtig, etwas für die Umwelt zu tun?

Ich bin absolut Teil der Generation Y, der Millennials, die sich immer wieder nach ihrem Purpose im Leben fragen. Und diesen habe ich Standpunkt heute mit INSNACK gefunden. Gerade Corona hat gezeigt, dass wir die Dinge neu anpacken müssen und vor allem Mut benötigt wird, um die notwendigen Schritte hin zu einer besseren und gesünderen Welt zu machen. Aber wichtig ist, hierbei nicht seinen Spaß zu verlieren. Und hierfür soll INSNACK ganz klar stehen.

INSNACK macht süchtig
INSNACK – macht süchtig! ©INSNACK

Hast du noch ein paar abschließende Wort für alle, die auch eine bahnbrechende Idee im Kopf haben, die der Umwelt zugutekommt?

Do. Or do not. There is no try. Ein Zitat von Meister Yoda (achtung Nerd Alarm!), dass ich seit meiner Reise dauerhaft mit mir herumtrage. Jede Idee die man hat, sollte man nach außen kommunizieren und auch den Mut aufbringen, diese umzusetzen. Vor allem, wenn es dann auch noch für einen so guten Zweck dient. Wir brauchen mehr mutige UnternehmerInnen, die die Dinge anpacken und umkrempeln. Herausforderungen werden sich immer in den Weg stellen, aber nur dadurch lernt man.

Corona zwingt uns nach innen zu hören und ein neues Verständnis unserer Lebensweise zu definieren. Für viele ist das der Austritt aus der Komfortzone, aber genau das bedeutet Wachstum. Während meiner Reise habe ich einen Bungee Jump aus 200 Metern gemacht. Mir wurde klar, dass alle guten Dinge auf der anderen Seite der Angst liegen. Das heißt konkret, bezwingt man seine Angst, dann passieren unglaublich gute Dinge im Leben.


Diesen Mut zu haben kann ich nur allen ans Herz legen.


Herzlichen Dank für das Interview! Du leistest mit INSNACK einen großen Beitrag für die Umwelt. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg sowohl privat als auch mit eurem Unternehmen. Ganz nach eurem Motto: #poweredbyinsects


Du bist neugierig auf INSNACK geworden? Schau auf www.insnack.de vorbei. Hier findest Du noch mehr Infos und News zum Spoonie.

Dir hat unser Artikel über INSNACK gefallen und du willst mehr über nachhaltige Ideen erfahren? Dann schau doch mal in unseren Artikel Spoontainable – Der essbare, nachhaltige Eislöffel oder „Die Gemüslichen“ – Biogemüsekisten im Abo aus dem Lautertal hinein.

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Autor: agrajo-Redaktion im Interview mit Marc Schotter

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