Precision Farming aus dem Hörsaal

Agriculture

Herr Prof. Wrenger, was zeichnet den Studiengang Precision Farming aus?

Prof. Wrenger: Das Studium an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe zeichnet sich durch den Fokus auf Technik aus. Die landwirtschaftlichen Grundlagen sind zwar eine wichtige Säule des Studiums, die Vertiefung geht aber ganz klar in Richtung Informationstechnik, Automatisierung, Mechatronik, Geoinformation und BigData.

Die technischen Voraussetzungen sind bereits an der Hochschule vorhanden, die landwirtschaftliche Komponente befindet sich im Aufbau. Die Technik soll mittels Bodenproben, Drohneneinsatz usw. auf einem Versuchsfeld anschaulich gemacht werden. Wir haben das Glück, dass der Standort Höxter stark land- und forstwirtschaftlich geprägt ist und wir schon seit längerem mit der regionalen Politik und den Verbänden, wie zum Beispiel der Landwirtschaftskammer, zusammenarbeiten. Somit hatten wir ausreichend Unterstützung beim Aufbau des Studienganges, auch in finanzieller Hinsicht.

Studenten des Studienganges Precision Farming bei einer Feldstudie

Was sind die Vorrausetzungen, die Sie sich von den Bewerbern wünschen?

Prof. Wrenger: Grundsätzlich braucht man nur die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Wir haben bewusst auf das Ablegen von Vorpraktika oder vorangehender Ausbildung verzichtet, um viele anzusprechen. Ich persönlich erhoffe mir von meinen künftigen Studierenden Interesse an landwirtschaftlichen Themen, darunter insbesondere Landmaschinentechnik und Automatisierung. Praktische Kenntnisse erhalten die Studenten und Studentinnen im sechsten Semester, in dem sie ein mehrmonatiges Praktikum im In- oder Ausland absolvieren. Zudem bearbeiten die angehenden Smart-Farming-Spezialisten im fünften Semester ein umfangreiches interdisziplinäres Projekt, bei dem wir auch mit anderen Bereichen der Forschung kooperieren.

Sind Auslandsaufenthalte erwünscht?

Prof. Wrenger: Ja, ein Auslandsaufenthalt während des Studium ist erwünscht, jedoch kein Muss. Eine gewisse Zeit im Ausland ist aber gerade in unserem Studium vielversprechend und auch von den Arbeitgebern gern gesehen, da es in anderen Ländern viele neue Herausforderungen gibt. Ein Student verbrachte zum Beispiel eine gewisse Zeit in Russland, wo die Landwirtschaft mit großen Schlägen ganz anders ausgeprägt ist als hier. In den Ländern Dänemark, USA und Großbritannien ist Precision Farming auch etwas weiter entwickelt als hierzulande, zumindest sind diese Länder tendenziell offener gegenüber der Thematik als Deutschland.

Was sind die anschließenden Berufsfelder?

Prof. Wrenger: Die Absolventen und Absolventinnen können beispielsweise den elterlichen Betrieb übernehmen und mit einer ganz neuen Perspektive an die betrieblichen Aufgaben herangehen. Auch bekunden namhafte Landmaschinenhersteller bereits großes Interesse an künftigen Arbeitnehmern mit einer sogenannten Klammerfunktion: Die Absolventen bringen umfassendes Wissen aus allen Bereichen mit. Auch von IT-Spezialisten und anderen Dienstleistern erwarten wir großes Interesse an unseren Hochschulabsolventen.

 

Studiengang Precision Farming:

Standort: Höxter in der Nähe von Paderborn und Bielefeld

Schwerpunkte: Planung und Entwicklung von landwirtschaftlichen Produktions-, Haltungs- und Konversionsanlagen auf Basis hochautomatisierter Landmaschinen-Technik und Big Data-Ansätzen.

Regelstudienzeit: sieben Semester

Start: Wintersemester 2018/19

Studierende: 40 bis 100

Abschluss: Bachelor of Science (B. Sc)