Was macht ein Tierwirt?




Berufsbild Tierwirt


Inhalt

  • Ausbildung – so fängt alles an
  • Die fünf Fachrichtungen 
  • Weiterbildungen – Das bringt mich noch weiter
  • Man lernt nie aus – Studium
  • Und danach? – Berufsperspektiven 

Die meisten von uns können keinen Tag ohne tierische Produkte. Morgens nach dem Aufstehen schnell Wollsocken anziehen und einen Kaffee gemacht. Die Milch darf im Kaffee natürlich nicht fehlen. Dazu noch ein Brötchen mit Salami und eins mit Honig. Und schon haben wir sowohl Produkte vom Schaf, vom Rind, vom Schwein und auch von Bienen. Da die Produkte großer Bestandteil unserer Nahrung sind, ist es besonders wichtig, dass diese eine gute Qualität haben. Und das ist Teil der Aufgaben eines Tierwirts.

Ausbildung – So fängt alles an

Die Ausbildung zum Tierwirt verläuft im klassischen dualen System. Dass bedeutet, du bist sowohl in einem landwirtschaftlichen Betrieb tätig, als auch regelmäßig in der Berufsschule. In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre. Mit Abitur und besonders guten Leistungen, hast du die Möglichkeit auf 2,5 Jahre zu verkürzen.

Du musst auch mal richtig mit anpacken können 

Du solltest vor allem ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Dazu können gute Noten in Mathe und Biologie, sowie handwerkliches Geschick nicht schaden. Je nach Fachrichtung musst du auch mal richtig mit anpacken können. Denn eine Kuh oder ein Schwein sind nicht immer ganz einfach zu händeln.

Als Tierwirt gehört das Füttern, Ställe ausmisten und die Pflege der Tiere zu deinen täglichen Aufgaben. Aber auch die Tierzucht ist ein großer Bestandteil deiner Ausbildung. Die Tierwelt ist bunt, genauso vielfältig sind deine Aufgaben als Tierwirt. Du wirst kaum einen Betrieb in der Landwirtschaft finden, der alle Nutztiere auf seinem Hof hält. Deswegen musst du dich am Anfang der Ausbildung auf eine Fachrichtung spezialisieren. In der Regel weißt du schon vor der Ausbildung, welche du wählst. Denn hiernach musst du dir deinen passenden Ausbildungsbetrieb aussuchen. Je nach Fachrichtung kommen noch individuelle Aufgaben dazu. Es gibt folgende Fachrichtungen, zwischen denen du wählen kannst:

agrajo Tierwirt Henne

Geflügelhaltung – Spezialisierung auf das Federvieh

In der Fachrichtung Geflügelhaltung bist du für die Versorgung und Vermarktung von Geflügel in Agrarbetrieben verantwortlich. Hier gibt es noch die Unterscheidung in Legehennen- oder Mastbetrieben. In diesen kümmerst du dich um die Zucht der Küken, um das Füttern und schließlich auch um die gelegten Eier. Hinzu kommt das regelmäßige Reinigen und Desinfizieren der Käfige und Ställe. Die Tierhygiene zu beachten sind das A und O dabei. Dafür gibt es bestimmte Tier-, Hygiene-, und Verbraucherschutzvorschriften. Mit denen setzt du dich aber ganz ausführlich in der Berufsschule auseinander.

Kälbchen füttern, melken und misten – Rinderhaltung

Wie der Name schon sagt, bist du in der Fachrichtung Rinderhaltung für Rinder zuständig. Auch hier gibt es nochmal Unterscheidungen zwischen Zucht-, Milch-, oder Schlachtrinder. In allen Betrieben kümmerst du dich jedoch um die Versorgung durch beispielsweise automatische Fütterungssysteme und um die Reinigung der Ställe. In Krankheitsfällen liegt es an dir, diese zu erkennen und die nötige ärztliche Versorgung sicherzustellen. Um den Fortbestand der Herden zu sicher, wählst du Tiere zur Zucht aus und kümmerst dich anschließend um die Kälber. In den Milchviehbetrieben gehört das Melken und der richtige Umgang mit Melkmaschinen auch zu deinen Aufgaben. Dazu behandelst du in der Berufsschule Themen wie Futtergewinnung und Weidewirtschaft.

Rosa und Ringelschwanz – Alles rund ums Schwein

Auch in der Fachrichtung Schweinehaltung ist das Wichtigste die Versorgung der Tiere und das Reinigen der Ställe. In der Schweinehaltung gibt es Zucht- und Mastbetriebe, obwohl dies nicht zwanghaft voneinander zu trennen ist. Eine weitere Aufgabe ist die Überwachung und Kontrolle der Ferkelgeburten.

Schäferei – auch der Umgang mit Hunden wird erlernt

Als Schäfer erlernst du auch die Grundlagen eines Tierwirts kennen. Dazu gehören die Versorgung und Pflege der Tiere. In der Fachrichtung Schäferei gibt es jedoch eine spannende Besonderheit. Du erlernst neben dem Umgang mit Schafen auch den Umgang mit Hunden. Denn zu jedem Schäfer gehört ein Hütehund. Also sind zusätzliche Aufgaben in deiner Ausbildung Hütetechniken und die Produktion der Wolle.

Bienchen, Bienchen – summ herum 

Zu guter Letzt gibt es noch die Fachrichtung Imkerei. In dieser lernst du den Umgang mit Bienen, die Produktion von Honig und das Heranzüchten neuer Bienenvölker. Hier ist vor allem handwerkliches Geschick gefragt. Denn die Bienenstöcke müssen Instandgehalten oder sogar selbst gebaut werden. Die Verarbeitung vom Honig ist auch Bestandteil des Berufs.
Wenn du dich noch mehr über Imker informieren möchtest, schau doch in unser spezifisches Berufsbild: Was macht eigentlich ein Imker?

Weiterbildungen – Das bringt mich noch weiter

Noch nicht genug vom Lernen? Kein Problem. Nach deiner Ausbildung kannst du dich natürlich noch weiterbilden. Die Landwirtschaftskammern haben ein breitgefächertes Angebot. Unter anderem Sachen wie Klauenpflege, stressarmes Herdenmanagement oder auch Schafschurlehrgänge. Infos dazu bekommst du direkt bei den Landwirtschaftskammern oder deren Kreisstellen in deiner Nähe.

Landwirtschaft liegt dir einfach im Blut? Dann kannst du auch deinen Landwirtschaftsmeister machen und Landwirt werden. Hier erlernst du neben Planung und Steuerung der tierischen Produktion auch die Bereiche der pflanzlichen Produktion kennen. Hier gibt es verschiedene Voll- oder Teilzeit Modelle. Je nachdem, für welches du dich entscheidest, beträgt die Zeit der Weiterbildung ein bis zwei Jahre.

 Man lernt nie aus – Studium

Wenn du die Nase noch nicht voll hast vom Büffeln, kannst du nach deiner Ausbildung natürlich noch ein Studium starten. Voraussetzungen sind Abitur, Fachabitur oder drei Jahre Berufserfahrung. Dies variiert je nach Hochschule.

In Deutschland gibt es ein breitgefächertes Studienangebot. Agrarwissenschaften, Forstwissenschaften, Landespflege oder auch Ernährungswissenschaften sind zum Beispiel verwandte Studiengänge zu deiner Ausbildung. Je nachdem, wo du dich in der Zukunft siehst, kannst du selbstverständlich auch etwas ganz anderes studieren.

Und danach? – Berufsperspektiven 

Als Tierwirt arbeitest du später auf landwirtschaftlichen Betrieben. Aber auch die Türe zur Selbstständigkeit steht dir offen. Hier solltest du dir neben deinem Fachwissen noch genügend betriebswirtschaftliches Wissen aneignen

Autor: agrajo-Redaktion
Bildquelle: pixabay.com

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