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Universität Rostock: Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät

Die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät ist eine von neun Fakultäten der Universität Rostock. Die bundesweit einzigartige Kombination von Agrar- und Umweltwissenschaften lockt Studierende aus dem In- und Ausland in die Hansestadt an der Ostsee.
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Die Universität Rostock wurde bereits 1419 gegründet und ist somit die älteste Universität im Ostseeraum und in Nordeuropa. Rostock ist durch seine Lage an der Küste geprägt. Wichtige Wirtschaftszweige sind seit Jahrhunderten die Fischerei, die Landwirtschaft, der Seehandel und die Maritime Wirtschaft. Daher spiegelt sich die geografische Lage zwischen Meer und Land auch in Studiengängen und Forschungsfeldern der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät wider. Beispielsweise im Master-Studium der Aquakultur und im interdisziplinären Forschungsschwerpunkt „Agricoast – Nachhaltige Ressourcennutzung in küstennahen Agrarlandschaften“. Auch die Umweltwissenschaften sind hier integriert und beschäftigten sich beispielsweise mit Fragen der Deichgestaltung und des Küstenschutzes. Gegenwärtig sind in den Studiengängen an der Fakultät rund 700 Studenten eingeschrieben.
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Professor Dr. Elmar Mohr ist Dekan der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Rostock.
Ist der Bachelor-Studiengang Agrarwissenschaft auch geprägt von der Nähe zur Küste?
 
Nur indirekt, denn der Schwerpunkt liegt auf den Inhalten der Agrarwissenschaften. Doch nach dem fünften Semester haben Studierende die Wahl zwischen Pflichtmodulen aus den Bereichen „Tier“, „Boden & Pflanze“, „Praxis“ und „Aquakultur“. Je nachdem, wo der persönliche Schwerpunkt liegt, beschäftigen sich die Studierenden beispielsweise mit den spezifisch agrarischen Problemen der Küste und des Binnenlands. Wie können Deiche nachhaltig bepflanzt werden? Wie wird die Beweidung durch Tiere in Küstenregionen gestaltet? Diese Problemfelder werden auch im Schnittfeld Agrarwissenschaft und Umweltwissenschaft behandelt. 
Ein anderes Pflichtmodul, das „Wissenschaftliche und Experimentelle Arbeiten“, bereitet die Studierenden durch forschendes Lernen nicht nur gezielt auf die Bachelorarbeit vor, es vermittelt auch Grundsätze der Versuchsplanung und Auswertung. Dabei können aquawissenschaftliche Fragestellungen, aber auch Alltagsprobleme landwirtschaftlicher Unternehmen wissenschaftlich hinterfragt und bearbeitet werden.

Ihre Fakultät bietet vier Master-Studiengänge an: Aquakultur, Nutztierwissenschaften, Pflanzenproduktion und Umwelt sowie Umweltingenieurwissenschaften. Wie hoch ist  der Anteil der Bachelor-Absolventen der Agrarwissenschaften, die das Master-Studium anschließen?

Der Anteil der Bachelor-Studenten, die ein Master-Studium anschließen, liegt bei weit über 90 Prozent. Dabei nehmen einige Studierende die Möglichkeit war, den Studienort zu wechseln. Umgekehrt erhalten wir nahezu genauso so viele „Neuzugänge“, wie uns Studierende verlassen.

In Deutschland zählt Ihre Fakultät zu den drei Anbietern eines Master-Studiengangs Aquakultur. Was lernen die Studierenden?
 
Die Aquakultur mariner und im Süßwasser lebender Organismen ist ein vielfältiges Wirtschafts- und Forschungsfeld und die Bedeutung nimmt weltweit zu. Um eine zukunftsfähige Aquakultur auszubauen, brauchen die angehenden Spezialisten Kenntnisse in verschiedenen Disziplinen: von der Biologie der Organismen über die industrielle Produktion und anlagentechnische Umsetzung bis hin zu rechtlichen Grundlagen, Marketing sowie Betriebsführung.
In unserem forschungsorientierten Studiengang lernen Studierende vertiefte Kenntnisse  über die marine Fischaquakultur – landgestützte sowie seegestützte, das Sea-Ranching und die Aquakultur aquatischer Algen. Darüber hinaus erwerben sie Kompetenzen der Betriebswirtschaft, des Fischerei-, Umwelt- und Naturschutzrechts sowie des technischen Anlagenbetriebs. Neu ergänzt haben wir den Bereich Aquaponik, eine Kombination der Aquakultur- und Pflanzenzucht. Am interdisziplinären Studium sind sieben Fakultäten der Universität Rostock beteiligt sowie spezialisierte außeruniversitäre Einrichtungen.

Verschiedene Arbeitgeber in der Aquakultur kooperieren mit uns und bieten Praktikumsplätze für die Studenten an: neben Unternehmen aus der freien Wirtschaft auch öffentlich-rechtliche Forschungsinstitutionen, zum Beispiel das Institut für Ostseeforschung in Warnemünde, das von Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock und das Max Rubner-Institut in Hamburg.

Welche Tätigkeitsfelder erwartet Master-Absolventen der Aquakultur?

Einige von ihnen gehen in die Wissenschaft, andere in die Forschung und Entwicklung bei privaten Arbeitgebern. Ein größerer Teil der Absolventen findet derzeit Beschäftigung in Aquakultur-relevanten Betrieben und in der Fischereiwirtschaft – sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in anderen Bundesländern. Andere Absolventen setzen derzeit ihre wissenschaftliche Karriere an nationalen und internationalen Institutionen fort beispielsweise in Island, Holland oder Dänemark. Dabei hilft ihnen die Auslandserfahrung, die sie während ihres Studiums zum Beispiel in Australien, China, Norwegen, Chile oder Südafrika erworben haben.

Die Fakultät steht nicht nur für Kompetenz in Aquakultur, auch der Master-Studiengang Nutztierwissenschaften zieht Studierende aus dem ganzen Bundesgebiet an.

Richtig, einer unserer Forschungsschwerpunkte liegt in der Nutztierwissenschaft. Der forschungsorientierte Studiengang profitiert von der engen Kooperation mit unseren außeruniversitären Partnern wie dem Leibniz-Institut für Nutztierbiologie, der Landesforschung Mecklenburg-Vorpommern und einer Beratungsgesellschaft. Er kombiniert die grundlagenorientierte Forschung  mit Praxisfragen. Im Vordergrund steht die tiergerechte, ressourcen-, umwelt- und klimaschonende Erzeugung von tierischen Lebensmitteln. Auf der Basis von agrar-, natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Grundlagen beschäftigen sich Studierenden mit den komplexen Zusammenhängen in der Tierproduktion einschließlich der Wechselwirkungen mit Umwelt und Gesellschaft. Sie erwerben Wissen über weltweite Probleme der Produktion tierischer Produkte, Behandlung und Aufbereitung von Abprodukten, Schadgasen sowie die Erzeugung von Bioenergie.
Die Absolventen übernehmen häufig Führungspositionen in größeren Agrarbetrieben oder in der Futtermittelindustrie. Andere gehen in die Beratung und in Verbände. 

Gibt es weitere Unterschiede zu anderen agrarwissenschaftlichen Fakultäten?

Einerseits ist es die besondere Fächerkombination Agrar- und Umweltwissenschaften mit ihren interdisziplinären Studiengängen. Andererseits gehören wir mit 700 Studierenden zu den kleineren Fakultäten, sodass wir die Studierende vom ersten Semester an sehr gut betreuen können. Neben spezifischen Tutorien gibt es auch studentische Seminargruppen, die von höheren Semestern betreut und rege genutzt werden. Stolz sind wir auch auf die zahlreichen Kooperationen mit außeruniversitären Institutionen. Eine Besonderheit ist der „WissenschaftsCampus Rostock Phosphorforschung“. Zusammen mit fünf Leibniz-Instituten werden hier Strategien erarbeitet, wie mit dem weltweit begrenzten Phosphor-Vorkommen umgangen werden kann. 
Ein Trumpf ist natürlich auch die Lage: Nur wenige Universitäten haben einen Campus fast in Meeresnähe, dazu in einer Stadt, die für Studenten viel mehr zu bieten hat, als nur die Küste.

Studiengänge der Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Universität Rostock

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Bachelor Agrarwissenschaften
Das Studium der Agrarwissenschaften ist ein hauptsächlich naturwissenschaftliches Studium. An der wissenschaftsorientierten Ausbildung sind neben den universitären Partnern auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) und die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) beteiligt.

Master Aquakultur
Studieninteressierte müssen einen Bachelorabschluss mit mindestens die Note 2,6 in den Fachrichtungen Agrar- oder Ingenieurwissenschaften, Lebensmittelwissenschaften, Biologie oder Betriebswirtschaft nachweisen können. Zudem werden wegen der internationalen Ausrichtung des Studiengangs englische Sprachkenntnisse benötigt, die mindestens dem Niveau B2 entsprechen.

Master Nutztierwissenschaften
Die wissenschaftsorientierte Ausbildung der Studierenden erfolgt in enger Kooperation mit verschiedenen außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Der Masterstudiengang ist in vier Bereiche gegliedert: 
Tierernährung, Tierzucht und Reproduktion, Tierhaltung und Produktkunde sowie Ökonomie der Tierproduktion.

Master Pflanzenproduktion und Umwelt
Der Masterstudiengang wird seit dem Wintersemester 2012/2012 angeboten. Zum Wintersemester 2014/2015 wurde eine Überarbeitung der Studien- und Prüfungsordnung vorgenommen. Studieninteressierte müssen einen Bachelorabschluss der Agrar- oder Biowissenschaften oder in einem vergleichbaren Studiengang nachweisen können. Vergleichbar sind zum Beispiel Abschlüsse in landschaftsbezogenen Studiengängen.

Master Umweltingenieurwissenschaften
Studieninteressierte müssen einen Bachelorabschluss in einem ingenieurtechnisch-orientierten Umweltstudiengang oder ingenieurwissenschaftlichen Studium nachweisen können. An der wissenschaftsorientierten Ausbildung der Studierenden sind vier Fakultäten der Universität Rostock beteiligt:
•    Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät (AUF)
•    Fakultät für Informatik und Elektrotechnik (IEF)
•    Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik (MSF)
•    Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (MNF)

Studienlotsen

Seit dem Wintersemester 2012/13 gibt es an der Fakultät Studienlotsen. Sie begleiten die Studienanfänger in der Einführungswoche, versuchen bei studentischen Fragen und Problemen zu helfen, auch vor und während der Prüfungen, und sie geben weitere
Tipps zum Studentenleben im Rostock.
Keywords: Agrarwissenschaften | Aquakulturen | Bachelor | Maser | Universität

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