Promotion Teil 2: Die Finanzierung der Promotion

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1. Beschäftigung an einer Universität

2. Beschäftigung an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung

3. Promotion in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen

4. Stipendien

Universitäten beschäftigen Promovierende als wissenschaftliche Mitarbeiter entweder auf einer Planstelle an einem Lehrstuhl oder durch Drittmittel finanziert über ein Projekt. Neben ihrer Dissertation arbeiten sie am Lehrstuhl ihres Professors – und übernehmen dafür auch Aufgaben, die nichts mit ihrer Doktorarbeit zu tun haben, etwa das Abhalten von Seminaren. Oft haben sie nur eine halbe Stelle und zeitlich befristete Verträge.

Statt an einem Lehrstuhl der Uni können Doktorarbeiten auch an einem der folgenden außeruniversitären Forschungseinrichtungen, unter denen eine Vielzahl an wissenschaftlichen Institutionen zusammengefasst sind, entstehen: Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren, Max-Planck-Gesellschaft oder Leibniz-Gemeinschaft.

Während Universitäten Forschung und Lehre betreiben, dürfen die außeruniversitären Forschungseinrichtungen nur der Forschung nachgehen. Dementsprechend besitzen sie auch kein eigenes Promotionsrecht und Doktorarbeiten können daher nur in Kooperation mit einem Hochschulprofessor entstehen. Die Forschungseinrichtungen bieten Beschäftigungsverhältnisse für Doktoranden in unterschiedlichem Ausmaß an. Die Verträge haben in der Regel eine Lauf- zeit von drei Jahren.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, seine Doktorarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Auch hier ist die Kooperation mit einem Universitätsprofessor notwendig. Unternehmen bieten die Finanzierung von Promotionen an, wenn diese für sie von wissenschaftlichem oder wirtschaftlichem Interesse sind.

Außerdem kann man versuchen, eines der zahlreichen Stipendien zu ergattern. Das Angebot ist groß: So gibt es in Deutschland rund 20.000 Stiftungen, von denen viele auch Stipendien vergeben. Dazu kommen die Förderprogramme der einzelnen Bundesländer, von Unternehmen, Universitäten, Parteien, Kirchen und Wirtschaftsverbänden. Und sie werden auch nicht nur an hochbegabte Genies mit überdurchschnittlichem Abschluss vergeben. Denn außer einer guten Leistung können beispielsweise auch der Wohnort, das Studienfach oder ein Ehrenamt ausschlaggebend für den Erhalt eines Stipendiums sein. Zudem werden viele Fördertöpfe gar nicht ausgeschöpft – aus Bewerbermangel! Die Chancen ein Stipendium zu ergattern, stehen also gar nicht mal so schlecht.

Schöner promovieren mit Stipendien

Die meisten Stipendiaten in Deutschland werden von einem der 13 Begabtenförderungswerke unterstützt. Die Höhe des Stipendiums ist bei ihnen einheitlich geregelt und orientiert sich an den BAföG-Sätzen. Unterschieden werden:

Die parteinahen Begabtenförderungswerke: Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU), Hanns-Seidel-Stiftung (CSU), Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD), Heinrich-Böll-Stiftung (Die Grünen), Rosa-Luxemburg-Stiftung (Die Linke) und Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP)

Die Begabtenförderungswerke mit konfessionellen Trägern: Cusanuswerk (Einrichtung der katholischen Kirche), Evangelisches Studienwerk Villigst (Einrichtung der evangelischen Kirche), Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (Jüdischer Träger) und Avicenna Studienwerk (Muslimischer Träger)

Die Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes: Hanns-Böckler-Stiftung

Die Studienstiftung des deutschen Volkes

Eine ausführliche Übersicht über die vielfältige deutsche Stipendienlandschaft sowie die jeweiligen Bewerbungsvoraussetzungen gibt der Artikel Bares für Bildung, der im Mai 2013 im agrarmanager erschien. Gerne schicken wir Ihnen bei Interesse den Beitrag zu. Schicken Sie uns hierfür bitte eine E-Mail (julia.reinhardt@dlv.de).

Julia Reinhardt, Redaktion agrarmanager

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