Tipps zur Gehaltsverhandlung

Gehaltsverhandlung

Die Höhe des Gehaltes hängt von mehreren Faktoren ab. In erster Linie spielt Dein Können und Deine Erfahrung eine wichtige Rolle. Alles beginnt mit der Ausbildung. Hochschulabsolventen beziehen in der Regel höhere Gehälter als Angestellte mit einer Schul- oder Berufsausbildung. Mit steigenden Berufsjahren wirst Du mehr Aufgaben übernehmen und auch meistern dürfen und können. Dies sollte sich ebenfalls in der Gehaltshöhe widerspiegeln.

Die Höhe von auszahlbaren Gehältern hängt aber nicht nur von Dir selbst ab. Auch die Unternehmensgröße ist ausschlaggebend. Je größer und wirtschaftlich erfolgreicher ein Unternehmen ist, desto mehr Möglichkeiten hat es auch, diesen Erfolg auf seine Mitarbeiter – in Form von Gehaltanpassungen – umzulegen.

Einen weiteren Einfluss hat der Unternehmensstandort. Ist ein Unternehmen in einem schwachen Wirtschaftsstandort beheimatet wie beispielsweise Bochum, so fallen die Gehälter durchschnittlich niedriger aus. In Unternehmen starker Wirtschaftsstandorte wie Frankfurt am Main oder München verdienen Mitarbeiter in der Regel etwas besser.

Die Vorbereitung

In eine Gehaltsverhandlung solltest Du niemals unvorbereitet hineingehen. Überlege Dir gute Argumente, warum Du eine Gehaltserhöhung angebracht findest. Am besten versuchst Du Dich in Deinen Vorgesetzten hineinzuversetzen. Was könnte er Dir entgegnen, um eine Gehaltserhöhung zu umgehen und wie kannst Du seine Gegenargumente wieder aushebeln. Ziel ist es, im Gespräch schlagfertig zu sein und eine passende Antwort parat zu haben.

Der Zeitpunkt

Auf keinen Fall solltest Du zwischen Tür und Angel nach einem höheren Gehalt fragen. Auch ein zu entspannter Rahmen, wie ein Sommerfest oder die Weihnachtsfeier, ist nicht geeignet für Gehaltsverhandlungen. Hier ist Dein Chef nicht auf eine Gehaltsverhandlung eingestellt. Frage Deinen Vorgesetzten nach einem passenden Termin für ein solches Gespräch. Beide Parteien können sich auf die Gehaltsverhandlung vorbereiten und sich dafür Zeit nehmen. So findet das Gespräch stressfrei statt. Das ist eine gute Voraussetzung für den Erfolg einer Gehaltsverhandlung.

Das Gespräch

Argumentiere immer sachlich und ruhig. Es bringt nichts, wenn das Gespräch überkocht oder sogar auf eine beleidigende Ebene abrutscht. Eine Verhandlung kann schon mal hitzig werden. Aber sie sollte auf keinen Fall eskalieren. Daher solltest Du immer Deinen Tonfall kontrollieren und Dir gut überlegen wie Du Deine Sätze ausformulierst.

Niemals solltest Du Deinen Vorgesetzten erpressen oder ihm drohen. Bereits kritisch-stichelnde Aussagen wie „Woanders würden die mir viel mehr bezahlen“ können sich, in einem unangebrachten Tonfall ausgesprochen, in die falsche Richtung entwickeln. In einem guten Moment führen solche Aussagen vielleicht nur zu einer Unstimmigkeit Deines Chefs. Erwischst Du einen schlechten Moment kann aus der Gehaltsverhandlung schnell eine Kündigungsempfehlung werden.

Erklärt Dir Dein Vorgesetzter plausibel, dass er Dir nicht mehr Gehalt zahlen kann. Dann ist das erstmal so und Du wirst das akzeptieren müssen. Oft machen Arbeitgeber in diesem Fall Alternativangebote wie zum Bespiel Sonderurlaub oder die Möglichkeit des Home-Offices. Es ist ratsam, für solche Angebote offen zu sein. Denn auch diese Alternativen zeigen Dir, dass Du wertgeschätzt wirst.

Der eigene Erfolgsanteil

Der Erfolg des Unternehmens ist Deinem Vorgesetzten bekannt. Welchen Anteil Du zu diesem Erfolg beigetragen hast, ist für ihn nicht immer offensichtlich. Daher ist es wichtig, dass Du dies in der Gehaltsverhandlung deutlich machst. Stell Dir die Frage: „Was war mein persönlicher Beitrag zum Unternehmenserfolg?“ Zeige genau auf, welche Aufgaben Du eigenverantwortlich übernommen hast und wie umfangreich Du an diversen Projekten mitgearbeitet hast. Schildere Deinem Chef, welche Deiner Maßnahmen den Erfolg des Unternehmens maßgeblich gesteigert haben, z. B. die Akquirierung von Aufträgen und Kunden.

Der Gehaltsvorschlag

Wichtig ist, dass Du eine konkrete Vorstellung von Deinem Gehaltswunsch hast. Wage Äußerungen bringen Dir nichts. Nenne konkrete Zahlen. Informiere Dich am besten vorher, welche Gehälter oder welche prozentuale Gehaltssteigerungen in Deiner Branche üblich sind.

Wenig Erfolg wirst Du mit einem viel zu hohen Gehaltswunsch haben. Dein Vorgesetzter wird einen utopischen Vorschlag voraussichtlich nicht annehmen oder Dich gar nicht ernst nehmen. Ebenso unpassend ist ein viel zu niedriger Vorschlag. Damit verkaufst Du Dich unter Wert. Im schlimmsten Fall wird Dein Chef dann an Deiner Leistung zweifeln.

Kommt Dir Dein Vorgesetzter zuvor und bietet Dir eine Gehaltserhöhung an. Dann zeigt Dir das, dass ihm bewusst ist, welchen Wert Du für das Unternehmen hast. Es ergibt sich ein gewisser Verhandlungsspielraum. Diese Chance solltest Du nutzen. Nehme sein erstes Angebot aber nicht sofort an. Starte die Gehaltsverhandlung und schlage ihm Deinen Gehaltswunsch vor. In dieser Situation hast Du gute Chancen, dass der Chef auf Deinen Vorschlag eingeht.

Mit diesen Tipps bist Du bestens gerüstet für eine Gehaltsverhandlung. Viel Erfolg!

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