Tipps zur Gehaltsverhandlung

Egal ob Du Berufseinsteiger bist und Dein Einstiegsgehalt beim Einstellungsgespräch verhandeln möchtest, einen neuen Job antrittst oder bei Deiner Werkstudentenstelle mehr verdienen möchtest – unsere Tipps zur Gehaltsverhandlung sollen Dir weiterhelfen.

Du interessiert Dich insbesondere für Einstiegsgehälter? Dann lies‘ auf agrajo außerdem nach, wie hoch das Einstiegsgehalt in der Agrarbranche ist und wer wie viel verdient.

Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt?

Die Höhe des Gehaltes hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem:

  • Expertise und Erfahrung
  • Ausbildung, Abschlüsse und Fortbildungen
  • Unternehmensgröße
  • Unternehmensstandort

So beeinflusst deine Ausbildung das Gehalt

In erster Linie spielen dein Können beziehungsweise deine Expertise und deine Erfahrung eine wichtige Rolle. Aber nochmal auf Anfang: Alles beginnt mit der Ausbildung. Hochschulabsolventen beziehen in der Regel höhere Gehälter als Angestellte mit einer Schul- oder Berufsausbildung.

Mit steigenden Berufsjahren wirst Du mehr Aufgaben übernehmen und auch meistern dürfen und können. Dies sollte sich ebenfalls in der Gehaltshöhe widerspiegeln und von dir in der Gehaltsverhandlung angesprochen werden.

Faktoren: Auch das Unternehmen spielt eine Rolle

Die Höhe von auszahlbaren Gehältern hängt aber nicht nur von Dir selbst ab. Auch die Unternehmensgröße ist ausschlaggebend. Je größer und wirtschaftlich erfolgreicher ein Unternehmen ist, desto mehr Möglichkeiten hat es auch, diesen Erfolg auf seine Mitarbeiter – in Form von Gehaltanpassungen – umzulegen.

Einen weiteren Einfluss hat der Unternehmensstandort. Ist ein Unternehmen in einem schwachen Wirtschaftsstandort beheimatet wie beispielsweise Bochum, so fallen die Gehälter durchschnittlich niedriger aus. In Unternehmen starker Wirtschaftsstandorte wie Frankfurt am Main oder München verdienen Mitarbeiter in der Regel etwas besser.

Die Vorbereitung der Gehaltsverhandlung

In eine Gehaltsverhandlung solltest Du niemals unvorbereitet hineingehen. Überlege Dir im Vorfeld gute Argumente, warum Du eine Gehaltserhöhung angebracht findest. Hast Du in letzter Zeit neue und verantwortungsvollere Aufgaben übernommen? Bist du bereits seit längerem im Unternehmen angestellt und hältst eine Gehaltserhöhung für angebracht?

Tipp zur Gehaltsverhandlung: Auf Gegenargumente vorbereitet sein

Am besten versuchst Du Dich in Deinen Vorgesetzten hineinzuversetzen: Was könnte er Dir entgegnen, um eine Gehaltserhöhung zu umgehen und wie kannst Du seine Gegenargumente wieder aushebeln. Ziel ist es, im Gespräch schlagfertig zu sein und eine passende Antwort parat zu haben.

Eine Besonderheit ist die Anstellung im öffentlichen Dienst – hier wird das Gehalt nicht individuell verhandelt sondern nach Tarif bezahlt. Lies‘ in Deinem Tarifvertrag nach, ob und wann Du eine Gehaltserhöhung erhältst. In der Regel erreichst Du nach einem Jahr Berufserfahrung den ersten Gehaltssprung.

Bleib im Gespräch ruhig und argumentiere sachlich, warum deiner Meinung nach eine Gehaltserhöhung angebracht ist. Führe beispielsweise berufliche Erfolge und Aufgaben an! (Foto: stock.adobe.com/fizkes)

Den richtigen Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung wählen

Auf keinen Fall solltest Du bei deinem Vorgesetzten zwischen Tür und Angel nach einem höheren Gehalt fragen. Auch ein zu entspannter Rahmen, wie ein Sommerfest oder die Weihnachtsfeier, ist nicht geeignet für Gehaltsverhandlungen. Hier ist Dein Chef nicht auf eine Gehaltsverhandlung eingestellt.

Frage Deinen Vorgesetzten persönlich oder per Mail nach einem passenden Termin für ein solches Gespräch. Auch wenn ihr euch beide im Home Office befindet, kann die Gehaltsverhandlung per Skype, Zoom oder Teams stattfinden. Beide Parteien können sich auf die Gehaltsverhandlung vorbereiten und sich dafür Zeit nehmen. So findet das Gespräch stressfrei statt. Das ist eine gute Voraussetzung für den Erfolg einer Gehaltsverhandlung.

Wann ist eine Gehaltserhöhung angebracht?

Neben dem richtigen Zeitpunkt kannst Du außerdem einen konkreten Anlass wählen: Egal ob beim Berufseinstieg, nach der Probezeit, bei Übernahme oder nach einem Jahr im Unternehmen. Auch Krisenzeiten wie die Corona-Pandemie sollen dich von deinem Vorhaben nicht abbringen.

Gehaltsverhandlung: Das Gespräch führen

Argumentiere immer sachlich und ruhig. Es bringt nichts, wenn das Gespräch überkocht oder sogar auf eine beleidigende Ebene abrutscht. Eine Verhandlung kann schon mal hitzig werden – es geht für beiden Seiten um Geld. Aber die Verhandlung sollte auf keinen Fall eskalieren. Daher solltest Du immer Deinen Tonfall kontrollieren und Dir gut überlegen wie Du Deine Sätze ausformulierst.

Niemals solltest Du Deinen Vorgesetzten erpressen oder ihm drohen. Bereits kritisch-stichelnde Aussagen wie „Woanders würden die mir viel mehr bezahlen“ können sich, in einem unangebrachten Tonfall ausgesprochen, in die falsche Richtung entwickeln. In einem guten Moment führen solche Aussagen vielleicht nur zu einer Unstimmigkeit Deines Chefs. Erwischst Du einen schlechten Moment kann aus der Gehaltsverhandlung schnell eine Kündigungsempfehlung werden.

Erklärt Dir Dein Vorgesetzter plausibel, dass er Dir nicht mehr Gehalt zahlen kann, dann ist das erstmal so und Du wirst das akzeptieren müssen. Oft machen Arbeitgeber in diesem Fall Alternativangebote wie zum Bespiel Sonderurlaub, Benefits wie ein bezahltes Fahrticket für den öffentlichen Personennahverkehr oder die Möglichkeit, mehr Home-Office zu nehmen. Es ist ratsam, für solche Angebote offen zu sein. Denn auch diese Alternativen zeigen Dir, dass Du wertgeschätzt wirst.

In Zeiten des hybriden Arbeitens kannst Du die Gehaltsverhandlung mit deinem Vorgesetzten auch in einem Online-Meeting besprechen. Am besten hast Du deine Notizen und Argument griffbereit! (Foto: stock.adobe.com/nenetus)

Der eigene Erfolgsanteil im Unternehmen

Der Erfolg des Unternehmens ist Deinem Vorgesetzten bekannt. Welchen Anteil Du zu diesem Erfolg beigetragen hast, ist für ihn nicht immer offensichtlich. Daher ist es wichtig, dass Du dies in der Gehaltsverhandlung deutlich machst. Stell Dir die Frage: „Was war mein persönlicher Beitrag zum Unternehmenserfolg?“

Zeige genau auf, welche Aufgaben Du eigenverantwortlich übernommen hast und wie umfangreich Du an diversen Projekten mitgearbeitet hast. Schildere Deinem Chef, welche Deiner Maßnahmen den Erfolg des Unternehmens maßgeblich gesteigert haben, z. B. die Akquirierung von Aufträgen und Kunden.

Der Gehaltsvorschlag in der Verhandlung

Wichtig ist, dass Du eine konkrete Vorstellung von Deinem Gehaltswunsch hast. Wage Äußerungen bringen Dir nichts. Nenne konkrete Zahlen. Informiere Dich am besten vorher, welche Gehälter oder welche prozentuale Gehaltssteigerungen in Deiner Branche üblich sind.

Gehaltsverhandlung: Wie viel Prozent sind angebracht?

Mit einem viel zu hohen Gehaltswunsch wirst Du wenig Erfolg haben. Dein Vorgesetzter wird einen utopischen Vorschlag voraussichtlich nicht annehmen oder Dich gar nicht ernst nehmen. Ebenso unpassend ist ein viel zu niedriger Vorschlag. Damit verkaufst Du Dich unter Wert. Im schlimmsten Fall wird Dein Chef dann an Deiner Leistung zweifeln.

Kommt Dir Dein Vorgesetzter zuvor und bietet Dir eine Gehaltserhöhung an, zeigt Dir das, dass ihm bewusst ist, welchen Wert Du für das Unternehmen hast. Es ergibt sich ein gewisser Verhandlungsspielraum. Diese Chance solltest Du nutzen. Nimm sein erstes Angebot aber nicht sofort an.

Starte die Gehaltsverhandlung und schlage ihm Deinen Gehaltswunsch vor. In dieser Situation hast Du gute Chancen, dass der Chef auf Deinen Vorschlag eingeht.

Mit diesen Tipps bist Du bestens gerüstet für eine Gehaltsverhandlung. Viel Erfolg!