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7 Jobs im Bereich Tierproduktion & Viehwirtschaft & Tierzucht
Jobs in der Tierproduktion, Viehwirtschaft und Tierzucht
Die Berufsfelder Tierproduktion, Viehwirtschaft und Tierzucht gehören eng zusammen, setzen im Arbeitsalltag jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. In der Tierproduktion stehen die tägliche Versorgung der Nutztiere und die Erzeugung von Milch, Fleisch, Eiern oder Jungtieren im Mittelpunkt. Die Viehwirtschaft betrachtet zusätzlich die Organisation, Bestandsführung und Vermarktung der Tiere. In der Tierzucht geht es dagegen gezielt um die genetische Weiterentwicklung von Nutztierbeständen. Wer in diesem Bereich arbeitet, muss Tiere zuverlässig beurteilen, Produktionsabläufe verstehen und betriebliche Kennzahlen richtig einordnen können. Es reicht nicht aus, Futter vorzulegen oder technische Anlagen zu bedienen. Fachkräfte müssen erkennen, ob eine Ration aufgenommen wird, sich eine Erkrankung im Bestand ankündigt, das Stallklima nicht passt oder sich Leistungsdaten auffällig verändern. Gleichzeitig ist die moderne Tierhaltung technisch geprägt. Automatische Fütterungssysteme, Melkroboter, Aktivitätssensoren, Stallklimasteuerungen und digitale Herdenmanagementprogramme unterstützen die Arbeit. Sie ersetzen jedoch nicht die tägliche Tierkontrolle. Gute Fachkräfte verbinden praktische Erfahrung mit einem sicheren Umgang mit Technik und Daten.
Welche Berufsfelder gibt es in der Tierproduktion und Viehwirtschaft?
Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der praktischen Tierbetreuung bis zur Leitung großer Tierhaltungsanlagen. Typische Positionen sind:
- Tierwirt / Tierwirtin
- Landwirt / Landwirtin mit Schwerpunkt Tierhaltung
- Mitarbeiter / Mitarbeiterin in der Tierproduktion
- Herdenmanager / Herdenmanagerin
- Stallleitung / Abteilungsleitung
- Betriebsleitung Tierhaltung
- Mitarbeiter / Mitarbeiterin in der Kälber- oder Ferkelaufzucht
- Mitarbeiter / Mitarbeiterin in der Milchproduktion
- Fütterungsberater / Fütterungsberaterin
- Zuchtberater / Zuchtberaterin
- Besamungstechniker / Besamungstechnikerin
- Mitarbeiter / Mitarbeiterin in der Leistungsprüfung
- Fachkraft für Tiergesundheit, Tierwohl oder Biosicherheit
Weitere Arbeitsplätze bieten Zuchtorganisationen, Besamungsstationen, Molkereien, Futtermittelunternehmen, Stalltechnikhersteller, Viehhandelsunternehmen, Landwirtschaftskammern, Kontrollverbände und landwirtschaftliche Beratungsdienste.
Welche Aufgaben gehören zur Tierproduktion?
Tierproduktion
In der Tierproduktion stehen die tägliche Versorgung, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Nutztiere im Mittelpunkt. Zu den Aufgaben gehören Fütterung, Tierkontrolle, Stallpflege sowie die Bedienung und Überwachung moderner Stalltechnik. Je nach Betriebszweig unterscheiden sich die Schwerpunkte:
- Milchviehhaltung: Melken, Herdenmanagement, Eutergesundheit, Fruchtbarkeitskontrolle und Abkalbemanagement
- Kälberaufzucht und Jungviehaufzucht: Kolostrumversorgung, Tränke, Gesundheitskontrolle und Überwachung der Entwicklung
- Schweineproduktion: Brunstkontrolle, Besamung, Ferkelversorgung, Aufzucht sowie Kontrolle von Tageszunahmen und Futterverwertung
- Rindermast und Bullenmast: Rationsvorlage, Gewichtsentwicklung, Tiergesundheit und Vorbereitung der Vermarktung
- Geflügelhaltung: Kontrolle von Stallklima, Fütterung, Legeleistung, Mastentwicklung und Biosicherheit
- Schafhaltung und Ziegenhaltung: Fütterung, Weidemanagement, Klauenpflege sowie Betreuung von Geburten und Jungtieren
Eine genaue Tierbeobachtung ist in allen Bereichen entscheidend. Veränderungen bei Futteraufnahme, Verhalten, Atmung oder Leistung können frühzeitig auf gesundheitliche oder technische Probleme hinweisen.
Viehwirtschaft
Die Viehwirtschaft verbindet die praktische Tierhaltung mit der wirtschaftlichen Organisation des Bestandes. Fachkräfte planen Tiergruppen, Stallbelegungen, Zu- und Verkäufe sowie Vermarktungs- und Transporttermine. Zudem stimmen sie sich mit Tierärzten, Molkereien, Viehhändlern, Schlachtbetrieben und Beratungsunternehmen ab. Für die Betriebssteuerung werden Kennzahlen wie Milchleistung, Abferkelrate, Tageszunahmen, Futterverwertung oder Tierverluste ausgewertet. Bei der Vermarktung müssen Tiere transportfähig, korrekt gekennzeichnet und vollständig dokumentiert sein. Auch die Qualität von Milch, Eiern oder anderen tierischen Erzeugnissen wird kontrolliert.
Tierzucht
In der Tierzucht geht es um die gezielte genetische Weiterentwicklung von Nutztierbeständen. Fachkräfte erfassen Abstammungsdaten, Leistungsdaten, Gesundheitsdaten und Fruchtbarkeitsdaten, wählen geeignete Zuchttiere aus und planen Anpaarungen. Wichtige Zuchtmerkmale sind je nach Tierart Milchleistung, Fleischansatz, Fruchtbarkeit, Futtereffizienz, Nutzungsdauer, Robustheit und Tiergesundheit. Leistungsprüfungen und Zuchtwerte helfen dabei, das genetische Potenzial eines Tieres einzuschätzen. Zum Reproduktionsmanagement gehören außerdem Brunstkontrolle, Besamung, Trächtigkeitsüberwachung und Geburtsvorbereitung.
Fütterung, Tiergesundheit und Stallmanagement
Eine bedarfsgerechte Fütterung ist die Grundlage für Tiergesundheit und Leistung. Fachkräfte kontrollieren Futtermittel, Rationen, Futterkurven sowie die Futter- und Wasseraufnahme. Bei der täglichen Bestandskontrolle achten sie auf Verhalten, Körperhaltung, Atmung, Bewegungsabläufe und Leistungsentwicklung. Auffällige Tiere werden untersucht, separiert oder nach tierärztlicher Vorgabe behandelt. Stallhygiene und Biosicherheit verhindern die Einschleppung und Verbreitung von Krankheitserregern. Dazu gehören Reinigung, Desinfektion, Hygieneschleusen, Quarantänemaßnahmen und die Kontrolle des Personen- und Tierverkehrs. Digitale Systeme wie Melkroboter, Fütterungsanlagen, Aktivitätssensoren und Herdenmanagementprogramme unterstützen die Arbeit. Sie liefern wichtige Daten, ersetzen jedoch nicht die fachkundige Kontrolle der Tiere.
Welche Ausbildung passt zur Tierproduktion, Viehwirtschaft und Tierzucht?
Ein häufiger Einstieg erfolgt über eine Ausbildung als Tierwirt oder Tierwirtin beziehungsweise Landwirt oder Landwirtin. Die Ausbildung zum Tierwirt wird in verschiedenen Fachrichtungen angeboten, beispielsweise Rinderhaltung, Schweinehaltung, Geflügelhaltung, Schäferei und Imkerei. Weitere passende Qualifikationen sind:
- Landwirtschaftsmeister oder Landwirtschaftsmeisterin
- Tierwirtschaftsmeister oder Tierwirtschaftsmeisterin
- staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt oder geprüfte Agrarbetriebswirtin
- Techniker oder Technikerin der Fachrichtung Agrartechnik
- Studium der Agrarwissenschaften
- Studium der Nutztierwissenschaften
- Studium der Tierwissenschaften
- Studium der Tierzucht
- Studium der Tierernährung
- Studium des Agrarmanagements
- Studium der Veterinärmedizin
Für praktische Tätigkeiten ist vor allem Erfahrung im Umgang mit Nutztieren wichtig. Für spezialisierte Positionen in Zucht, Beratung, Betriebsleitung oder Forschung werden in der Regel eine weiterführende Qualifikation oder ein Studium vorausgesetzt.
Welche Fähigkeiten sind in der Tierwirtschaft gefragt?
Wer in der Tierproduktion arbeitet, muss Tiere aufmerksam beobachten und Veränderungen früh erkennen können. Ein ruhiger, sicherer Umgang mit Nutztieren ist ebenso wichtig wie technisches Verständnis. Gefragt sind insbesondere:
- Kenntnisse in Tierhaltung und Tierverhalten
- Verständnis für Fütterung und Tiergesundheit
- eine genaue Beobachtungsgabe
- sicherer Umgang mit Stall- und Fütterungstechnik
- zuverlässige Dokumentation
- hygienisches Arbeiten
- körperliche Belastbarkeit
- selbstständige Arbeitsorganisation
- Teamfähigkeit
- Bereitschaft zu Wochenend- und Feiertagsdiensten
Die Arbeitszeiten richten sich nach den Tieren und betrieblichen Abläufen. Melkzeiten, Geburten, Erkrankungen und technische Störungen lassen sich nicht immer auf klassische Bürozeiten begrenzen.
Welche Karrierechancen bietet die Tierwirtschaft?
Mit einer abgeschlossenen Ausbildung kannst du zunächst praktische Erfahrung in einem Milchviehbetreib, Schweinebetrieb, Geflügelbetrieb, Rinderbetrieb oder Zuchtbetrieb sammeln. Mit zunehmender Erfahrung ist der Aufstieg zur Stallleitung, Abteilungsleitung oder Herdenleitung möglich. Weiterbildungen zum Meister, Techniker oder Agrarbetriebswirt bereiten auf leitende Tätigkeiten vor. Ein Studium eröffnet weitere Möglichkeiten in Zucht, Beratung, Forschung, Tierernährung, Stalltechnik, Tiergesundheit oder Verbandsarbeit. Typische Entwicklungsmöglichkeiten sind:
- Tierbetreuung
- Herdenmanagement
- Stall- oder Abteilungsleitung
- Betriebsleitung
- Produktionsberatung
- Fütterungsberatung
- Zuchtberatung
- Leistungsprüfung
- Tierwohl- oder Qualitätsmanagement
- technischer Fachvertrieb
Auch ein Wechsel aus der praktischen Tierhaltung in Beratung oder Vertrieb ist möglich. Unternehmen aus Futtermittelwirtschaft, Stalltechnik, Tiergenetik und Tiergesundheit suchen häufig Fachkräfte, die landwirtschaftliche Betriebsabläufe aus eigener Erfahrung kennen.
Was verdienst du in der Tierproduktion, Viehwirtschaft und Tierzucht?
Das Gehalt hängt von Qualifikation, Berufserfahrung, Position und Betriebsgröße ab. Helfer verdienen etwa 2.192 bis 2.999 Euro brutto, Tierwirte 2.324 bis 2.904 Euro und Stall- oder Abteilungsleiter meist 3.500 bis 4.800 Euro pro Monat. Betriebsleiter können bis zu 6.122 Euro brutto monatlich verdienen. Zusatzleistungen und regionale Unterschiede beeinflussen die Vergütung zusätzlich.