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16 Agrarjobs in Niedersachsen

Was zeichnet die Landwirtschaft in Niedersachsen aus?

Niedersachsen zählt zu den bedeutendsten Agrarstandorten Deutschlands und nimmt bei zahlreichen landwirtschaftlichen Erzeugnissen eine führende Position ein. Rund die Hälfte der deutschen Kartoffeln, zwei Drittel der Masthühner und knapp 60 Prozent der Heidelbeeren werden in Niedersachsen erzeugt. Mit einem landwirtschaftlichen Produktionswert von rund 13 Milliarden Euro gehört das Bundesland zu den wirtschaftlich stärksten Agrarregionen Deutschlands. Einen wesentlichen Anteil daran hat die tierische Erzeugung, insbesondere die Schweineproduktion, Milchproduktion, Geflügelproduktion und Eierproduktion. Die Landwirtschaft bewirtschaftet insgesamt rund 2,6 Millionen Hektar, davon etwa 1,9 Millionen Hektar Ackerland und 0,7 Millionen Hektar Dauergrünland. Die Produktionsrichtungen unterscheiden sich aufgrund der natürlichen Standortbedingungen regional deutlich. Bördelandschaften, Marschböden, Flussniederungen sowie Moor- und Geeststandorte haben jeweils spezialisierte Betriebs- und Produktionsstrukturen hervorgebracht. Entsprechend reicht das Spektrum von intensivem Ackerbau und Sonderkulturen über Grünlandwirtschaft und Milchviehhaltung bis zur Veredelungswirtschaft. Auch die Betriebsstrukturen sind vielfältig. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei rund 73 Hektar, während spezialisierte Gartenbaubetriebe teilweise nur wenige Hektar und größere Ackerbaubetriebe mehrere Hundert Hektar bewirtschaften. Rund 85 Prozent der etwa 35.500 landwirtschaftlichen Betriebe sind Familienbetriebe, die sowohl im Haupt- als auch im Nebenerwerb geführt werden. Besonders prägend ist die Tierhaltung: Rund 72 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe halten Nutztiere. Neben Milchvieh und Schweinen besitzt die Geflügelhaltung eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Damit verbunden ist ein starkes vor- und nachgelagertes Agribusiness aus Futtermittelwirtschaft, Tierzucht, Stalltechnik, Veterinärwesen, Verarbeitung und Vermarktung. Die Bedeutung der Branche reicht deshalb weit über die Primärproduktion hinaus. Rund 135.000 Menschen arbeiten direkt in der niedersächsischen Landwirtschaft. Einschließlich Landtechnik, Agrarhandel, Ernährungswirtschaft und weiterer vor- und nachgelagerter Bereiche umfasst das Cluster Agribusiness rund 400.000 Erwerbstätige und damit etwa jeden zehnten Arbeitsplatz in Niedersachsen. Für Agrar Jobs in Niedersachsen entsteht dadurch ein besonders breites Berufsspektrum – von Pflanzenbau, Tierproduktion und Betriebsleitung über Landtechnik und Stalltechnik bis zu Agrarhandel, Beratung, Vertrieb und Lebensmittelwirtschaft. Gleichzeitig erhöhen Anforderungen an Tierwohl, Umwelt- und Naturschutz sowie eine ressourceneffiziente Produktion den Bedarf an spezialisierten Fachkräften und neuen Kompetenzen innerhalb der Agrarbranche.

Welche grünen Berufe gibt es in Niedersachsen?

Die landwirtschaftliche Vielfalt spiegelt sich auch in den Ausbildungsberufen wider. Besonders relevant sind:

  • Landwirt / Landwirtin: steuert pflanzenbauliche und tierische Produktionsverfahren und arbeitet zunehmend mit digitaler Landtechnik und betrieblichen Kennzahlen.
  • Tierwirt /Tierwirtin: arbeitet je nach Fachrichtung beispielsweise in Rinder-, Schweine- oder Geflügelhaltung und beschäftigt sich mit Fütterung, Zucht, Tiergesundheit und Bestandsmanagement.
  • Fachkraft Agrarservice: übernimmt landwirtschaftliche Dienstleistungen wie Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und Ernte mit leistungsfähiger Agrartechnik.
  • Pflanzentechnologe / Pflanzentechnologin: arbeitet in Pflanzenzüchtung, Versuchswesen, Saatgutproduktion und Vermehrung und begleitet Feldversuche von der Anlage bis zur Bonitur und Datenauswertung.
  • Pferdewirt / Pferdewirtinin: ist je nach Fachrichtung in Pferdehaltung, Zucht, Ausbildung oder Reitbetrieb tätig.
  • Gärtner /Gärtnerin: arbeitet unter anderem in Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenbau sowie Garten- und Landschaftsbau.
  • Verfahrenstechnologe / Verfahrenstechnologin Mühlen- und Getreidewirtschaft: steuert Anlagen zur Annahme, Aufbereitung und Verarbeitung von Getreide sowie zur Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln.

Durch einen Meisterabschluss, Technikerabschluss und Fachschulabschlüsse sowie ein Studium der Agrarwissenschaften bestehen anschließend weitere Entwicklungsmöglichkeiten in Betriebsleitung, Beratung, Vertrieb oder Produktionsmanagement.

Welche Karrieremöglichkeiten bietet das Agribusiness in Niedersachsen?

Das niedersächsische Agribusiness bietet Beschäftigungsmöglichkeiten entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. In landwirtschaftlichen Betrieben werden Mitarbeiter, Herdenmanager, Pflanzenbauleiter sowie Betriebs- und Produktionsleiter gesucht. Dabei gewinnen Kenntnisse in Personalführung, Produktionscontrolling und Betriebswirtschaft mit zunehmender Positionshöhe an Bedeutung. Im Agrarhandel und Vertrieb beraten Fachkräfte Betriebe zu Saatgut, Futtermitteln, Düngung, Pflanzenschutz oder weiteren Betriebsmitteln. Neben fundierter Fachberatung gehören Gebietsmanagement, Kundenbetreuung und Marktbeobachtung zum Aufgabenbereich. Die Agrartechnik bietet Jobs in Konstruktion, Produktion, Service, Produktmanagement und Vertrieb. Besonders gefragt sind Fachkräfte, die Maschinenkenntnisse mit Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis und Kenntnissen in Precision Farming und digitaler Prozesssteuerung verbinden. In der Futtermittel- und Ernährungswirtschaft reichen die Tätigkeiten von Rohstoffbeschaffung und Produktion über Qualitätsmanagement bis zur Produktentwicklung. Gerade durch die starke Tierhaltung besitzt die Futtermittelwirtschaft in Niedersachsen eine besondere Bedeutung. Weitere Karrierewege bestehen in Forschung und Versuchswesen, Agrarberatung, Pflanzenzüchtung, Tierzucht, öffentlicher Verwaltung sowie Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement.

Agrarunternehmen, Agrarbetriebe in Niedersachsen

Niedersachsen verfügt über eine hohe Dichte spezialisierter Agrarunternehmen. Besonders im Nordwesten haben sich Unternehmen aus Landtechnik, Stalltechnik, Tierernährung und Veredelungswirtschaft angesiedelt. Big Dutchman mit Hauptsitz in Vechta entwickelt beispielsweise Fütterungs- und Haltungssysteme für die Geflügel- und Schweineproduktion. Dadurch entstehen Tätigkeiten unter anderem in Entwicklung, Projektierung, Vertrieb, Service und Produktmanagement. Auch die Futtermittelwirtschaft ist mit Unternehmen wie ForFarmers stark vertreten. Für Agrarwissenschaftler und landwirtschaftliche Fachkräfte bieten sich hier beispielsweise Jobs in Tierernährung, Fachberatung, Vertrieb und Produktmanagement. Daneben wächst der Bereich AgTech und Smart Farming. Digitale Lösungen für Tiermonitoring, Stallklima, Betriebsmanagement und automatisierte Produktionsprozesse schaffen neue Berufsbilder an der Schnittstelle von Landwirtschaft, Datenanalyse und Technik. Nicht zuletzt bieten landwirtschaftliche Betriebe, Genossenschaften, Maschinenringe, Beratungsorganisationen, Behörden sowie Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung zahlreiche weitere Arbeitsmöglichkeiten.

Weitere Agrarunternehmen:

  • KWS Saat SE & Co. KGaA
  • Nordzucker AG
  • MASTERRIND GmbH
  • EUROPLANT Pflanzenzucht GmbH
  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • AMAZONE

Agrarstudium Niedersachsen: Hochschulen und Studienmöglichkeiten

Auch für Studium und akademische Weiterbildung bietet Niedersachsen verschiedene Möglichkeiten. Besonders bedeutend für die Agrarbranche sind die Georg-August-Universität Göttingen und die Hochschule Osnabrück. An der Georg-August-Universität Göttingen können Studierende unter anderem Agrarwissenschaften studieren und sich innerhalb des Fachgebiets auf unterschiedliche Bereiche der Pflanzenwissenschaften, Tierwissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften spezialisieren. Die Hochschule Osnabrück bietet ebenfalls stark praxisorientierte Studienmöglichkeiten mit Bezug zur Landwirtschaft und zum Agribusiness. Dazu gehören Studienangebote aus den Bereichen Landwirtschaft, Agrarsystemtechnologien und Pflanzenwissenschaften. Darüber hinaus bieten weitere niedersächsische Hochschulen Studiengänge in angrenzenden Bereichen wie Biologie, Umweltwissenschaften, Lebensmittelwissenschaften, Nachhaltigkeit, Wirtschaft und Technik, die einen Einstieg in Unternehmen der Agrarwirtschaft und Ernährungswirtschaft ermöglichen können.