Smart Farming – Fluch oder Segen für unsere Jobs?

SMARTFARMING1.jpg

Die Digitalisierung prägt unseren privaten und beruflichen Alltag mehr denn je. Kaum eine andere Branche erfährt dabei einen größeren Wandel als die Landwirtschaft. Precision oder auch Smart Farming sind Begriffe, die sich zunächst sehr neu anhören. Doch bereits seit einigen Jahren halten Informatik und Elektronik Einzug auf deutschen Betrieben. Digitale Anwendungen werden mit dem Ziel entwickelt, den Landwirten Arbeitserleichterung zu verschaffen und somit die Arbeitseffizienz zu steigern. An der Befragung zum Thema Digitalisierung in der Arbeitswelt, die im September und Oktober 2017 durchgeführt wurde, haben 243 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen. Landwirte und Arbeitnehmer im vor-und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft wurden getrennt voneinander befragt. Sowohl Landwirte als auch Arbeitnehmer verwenden in ihrem Alltag am häufigsten Smartphones, dicht gefolgt von Desktop-PCs und Laptops. Aber auch Tablets sind auf dem Vormarsch: Bereits die Hälfte der Befragten nutzt regelmäßig dieses mobile Endgerät.
Landwirte sind durchschnittlich 65 Minuten pro Tag online, wohingegen die andere Gruppe mit 240 Minuten deutlich mehr Zeit im Internet verbringt. Ca. 90% aller Befragten gaben an, dass ihre durchschnittliche Onlinenutzungsdauer seit 2012 zugenommen hat.

Mit welchen Themen befassen sich Landwirte?

Digitale Schlagkarteien, digitales Datenmanagement, automatische Lenksysteme und ISOBUS-Lösungen sind laut der Befragung die Top-Themen im Bereich des Smart Farmings. Flottenmanagement- und automatische Melksysteme sind eher als zweitrangig angesehen.

Landwirte, die bereits Lösungen im Sinne von Precision oder Smart Farming auf ihrem Betrieb einsetzen, setzen vor allem im Acker- und Mehrfruchtbau und in der Rinderproduktion und -veredelung auf digitale Lösungen.
Die Arbeitnehmer im vor- und nachgelagerten Bereich gaben an, dass Sie besonders im Management, im Marketing, im Controlling und im Vertrieb digitale Systeme verwenden. Dabei erachten über 90% die Digitalisierung als wichtig oder sehr wichtig für Ihr Unternehmen.

Worin liegen die Herausforderungen?

Landwirte sehen im hohen bürokratischen Aufwand, in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und in niedrigen landwirtschaftlichen Erzeugerpreisen die größten Herausforderungen für ihren Betrieb. Die Unternehmen betrachten ihre Wettbewerbsfähigkeit, die Sicherung des Fachkräftebedarfs und die Digitalisierung mit Sorge.

Die Befragung ergab, dass sowohl die direkt in der Landwirtschaft Beschäftigten, als auch Arbeitnehmer aus anderen Bereichen die Digitalisierung einerseits als Chance wahrnehmen, aber auch Angst vor den Risiken haben. Vor allem die hohen Kosten, die Angst vor unzureichendem Datenschutz, fehlendes Wissen und die Abhängigkeit von Großkonzernen lösen großes Bedenken bei den Befragten aus.
Bei den Nachteilen, die sich durch die Digitalisierung ergeben könnten, waren sich die Befragten sehr einig. Ständige Erreichbarkeit, eine höhere psychische Belastung und die Verbindung von Privat- und Arbeitsleben rangieren hier an vorderster Stelle. Der Begriff des gläsernen Landwirts bzw. Kunden wurde des Öfteren genannt und macht die Angst vor unzureichendem Datenschutz deutlich.

Zu guter Letzt wurde gefragt, wie es mit der Bereitschaft aussieht, seine durch die Digitalisierung erhobenen Daten zur Verfügung zu stellen. Interessant ist, dass diejenigen die dies bejahten unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen ihre Daten weitergeben würden. Landwirte würden dies vor allem tun, um dadurch weniger bürokratischen Aufwand zu haben, wohingegen bei den Unternehmen den Geldaspekt die größte Rolle spielte.

Sie interessieren sich für die ausführliche Studie? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf! ►Mailto: Elisabeth Hartmann