Klimawandel: Wachsende Chancen und Möglichkeiten für nachhaltige Berufe

Die Erdatmosphäre heizt sich durch die Zunahme von Kohlendioxid immer weiter auf, Permafrost und Gletscher tauen und die Temperatur der Meere steigt: Die Auswirkungen des Klimawandels sind dramatisch. Handeln ist gefragt genauso wie die Notwendigkeit geballten Wissens. Nicht umsonst gibt es im Bereich des Klimaschutzes vermehrt Studiengänge, Arbeitsplätze, Umschulungsmaßnahmen und sogar neue Berufe.

Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen für dieses Thema sensibilisiert sind und Verantwortung für das Klima übernehmen möchten. Das tun zum Beispiel Handelsfachwirte, die ihren Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich Recovery haben, oder solche, die in einer entsprechenden Ausbildung stecken. Hier dreht sich alles um Nachhaltigkeit, genauer um die Wiederverwertung von gebrauchten und zurückgegebenen Produkten. Recovery-Handelsfachwirte wissen, wie Möbel, Bekleidung und alle anderen erdenklichen Waren aufbereitet oder verändert werden können, um sie wieder dem Handel zuzuführen. Ein Job, der unserer Umwelt und dem Klima durchaus zu Gute kommt, weil er zur Reduzierung von Müll beiträgt.

Jobs für mehr Klimaschutz

Suchst du eine neue Herausforderung? Wenn du denkst, dass es sich dabei nur um Tätigkeiten handelt, bei denen du nur im Grünen arbeitest, liegst du falsch, denn Umwelt- und Klimaschutz umfasst nicht nur die praktische Arbeit an der frischen Luft, sondern alle Bereiche, deren Ziel es ist, negative Umweltbelastungen zu reduzieren. Besonders dann, wenn du studierst oder ein Studium im Bereich Umwelt abgeschlossen hast, bist du meistens beratend tätig oder übst eine Tätigkeit in der Verwaltung aus.

Bist du Ingenieur und arbeitest in einem umweltorientierten Job, führt dich der überwiegende Teil deines Arbeitsalltag ebenfalls nicht ins Freie, denn dein Hauptaufgabenbereich ist die Entwicklung von Technik. Je nach Fachrichtung sind es folgende Tätigkeitsfelder, mit denen du dich als Umweltingenieur auseinandersetzt:

  • Gewässer- und Bodenschutz
  • Reduzierung der Luftverschmutzung
  • Entsorgung
  • Schutz vor Lärm und Strahlung
  • Überwachung von schädlichen Belastungen
  • Nutzung regenerativer Energien

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Nachhaltige Berufe: Neue Tätigkeitsfelder

Ein Klassiker unter den nachhaltigen Berufen ist sicher die Branche der erneuerbaren Energien oder auch die Kreislauf- und Recyclingwirtschaft. Hier werden Ressourcen geschont und Müll wird vermieden. Eine wachsende Branche, die sogar für Anleger von Interesse ist. Auch bei Elektronikern der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, die in ihrem Arbeitsalltag elektrotechnische Anlagen für Gebäude und deren energetische Versorgung planen und installieren, gehört der Nachhaltigkeitsgedanke durch die Verwendung regenerativer Energien seit Jahren zum Berufsbild.

Relativ neu hingegen sind zum Beispiel Tätigkeitsfelder wie nachhaltiger Tourismus, ein „grünes“ Finanz- und Versicherungswesen oder Green IT. Unter Green IT ist eine ressourcenschonende Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien zu verstehen – und das über den gesamten Lebenszyklus der jeweiligen Komponenten bis zur Entsorgung. Zu grünen Berufen gehören auch Umweltpädagogik und Umweltrecht, aber auch Branchen, die sich mit der Entwicklung neuer Produkte und nachhaltiger Produktionsverfahren befassen. Insbesondere sind technische Berufe führend, wenn es um Umwelt- und Klimaschutz geht, und Experten auf diesem Gebiet sind gefragter denn je.

Die grüne Versicherungsbranche

Der Ausdruck Grüne Versicherungen (oder Green Insurance) ist mittlerweile zu einem Begriff geworden. Der Unterschied zu den herkömmlichen Praktiken der Branche ist, dass das Geld, welches bei einem Versicherungsabschluss fließt, vom Versicherer unter nachhaltigen Aspekten angelegt wird. Alle Beteiligten und Wirtschaftsbereiche wirtschaften entlang der Wertschöpfungskette nachhaltig. Das beginnt bei der Produktentwicklung, geht über die Beratung bis zur kompletten Unternehmensstrategie. Beteiligt sind neben den Versicherungsgesellschaften auch die Makler, Berater, der Erst- und Rückversichermarkt sowie verschiedene Dienstleister und Verbände, die ebenfalls unter nachhaltigen Aspekten wirtschaften.

Wasserwirtschaftler: Beruf mit Zukunft

Technikaffine und umweltbewusste Menschen interessieren sich vielleicht für den Beruf des Wasserwirtschaftlers, entsprechende Fachkräfte sind gesucht. Sie planen und bauen Wasserversorgungsanlagen, kümmern sich um Wasserwerke und Brunnen und schützen damit unseren Lebensgrundstoff. Bei anhaltenden Hitze- und Dürreperioden in der Landwirtschaft geht es auch darum, technische Infrastrukturen neu zu schaffen. Auch mit Blick auf die städtischen Intrastrukturen, die besser an den Klimawandel angepasst werden müssen, sind Fachkräfte für Wasserwirtschaft gefragt, wenn es etwa darum geht, Flüsse und Bäche zurück zu bauen, um die Auswirkungen von Starkregen zu reduzieren.

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Als Projektleiter oder Manager für Windkraftanlagen kümmerst du dich um die Planung und den Aufbau von Windkraftanlagen. (Foto: stock.adobe.com/Peter)

Umweltschutztechniker und Windanlagen-Profis

Wie werden Luft und Wasser vor Verschmutzung geschützt? Wie kann die Müllmenge reduziert werden und wie wird der Einsatz regenerativer Energien erhöht? Möglichkeiten, im Dienste des Klimas zu arbeiten, bietet auch die Fortbildung zum/zur Umweltschutztechniker-in. Hier geht es in erster Linie darum Arbeitsabläufe umweltfreundlicher zu gestalten und Mitarbeiter für das Thema Umwelt- und Klimaschutz zu sensibilisieren. Überall dort, wo Umweltschutz auf Technik trifft, sind Umwelttechniker gefragt. Hast du eine Mechatroniker-Ausbildung und willst nicht nur an Autos herumschrauben, kannst du einen Industriekletterschein ablegen und dich künftig um das Innere von Windkraftanlagen kümmern. Ein Job, der eng mit dem Nachhaltigkeitsgedanken verbunden ist, denn Windanlagen helfen, CO2-Emissionen einzusparen.

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Pflanzentechnologen führen Versuche im Labor und auf dem Feld durch. (Foto: stock.adobe.com/ kwanchaift)

Pflanzentechnologen züchten und entwickeln neue Arten

Unterwegs im Auftrag von mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind auch Pflanzentechnologen: Gemeint sind Fachkräfte, die Pflanzen mit bestimmten Eigenschaften züchten. Vor dem Hintergrund des Klimawandels werden beispielsweise künftig Pflanzen benötigt, die mit weniger Wasser auskommen oder gegenüber bestimmten Umwelteinflüssen resistent sind. Zum Beispiel Pflanzen, die resistent gegenüber Schädlingen sind, die mehr Ertrag bringen oder die nicht mit Pestiziden behandelt werden müssen. Neben Nutzpflanzen entwickeln und züchten die Technologen auch Energie- und Zierpflanzen. Die Experten arbeiten viel im Freiland, aber auch in Laboren und in Gewächshäusern. Regelmäßige Feldversuche und Untersuchungsreihen gehören genauso zum Berufsbild wie Anbau und Ernte, aber auch die Untersuchung von Pflanzen auf Erbanlagen und Inhaltsstoffe.

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Natur- und Umweltpädagogen

Natur- und Umweltpädagogen vermitteln Wissen rund um den Naturschutz als Grundlage für ökologisches Handeln und vermitteln auf spielerische und praxisnahe Art, wichtig Natur und Klima für den Menschen sind. Natur- und Umweltpädagogen sind überwiegend in Kinder- und Jugendeinrichtungen beschäftigt, aber auch in der Erwachsenenbildung. Oft sind es Lehrer, Heilpädagogen oder Erzieherinnen, die sich durch Seminare an entsprechenden Akademien weiterbilden. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten für Studenten, das Fach Umweltpädagogik zu belegen. Schwerpunkte dieser Weiterbildungen beziehungsweise des Studiengangs sind unter anderem die Bereich Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Umwelt und Klimaschutz.

Nachhaltiger Tourismus

Tourismus spielt in der Gesellschaft eine wichtige Rolle, führt vielfach jedoch zu Umweltbelastungen durch Luftschadstoffe und hohe Energieverbräuche. In Zeiten des Klimawandels nimmt nachhaltiger Tourismus einen immer höheren Stellenwert ein. Diese Form des Reisens verfolgt mehrere Ziele. Unter anderem soll der bereisten Natur am Zielort kein Schaden entstehen. In der jüngeren Vergangenheit sind vermehrt Reiseveranstalter am Markt, die sich auf den sogenannten sanften Tourismus spezialisiert haben. Im Fokus stehen hier außerdem Themen wie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Bevölkerung am Zielort, ein geringer Ressourcenverbrauch während der Reise und eine hohe Wertschöpfung.

Eine besondere Herausforderung dabei ist die Verringerung der Kohlendioxidemissionen bei An- und Abreise. Deshalb empfehlen grüne Reiseanbieter auch Urlaub ohne Flug. Wird dennoch geflogen, gibt es Möglichkeiten für den Urlauber, die Kosten für die durch ihn entstandenen Emissionen und Treibhausgase zu zahlen – Gelder, die zurück in Projekte für regenerative Energien fließen.

Nachhaltiges Management

Zu den vielen Management-Studiengängen gesellt sich seit einiger Zeit auch ein Studium mit dem Namen „Nachhaltiges Management“, das an verschiedenen Hochschulen angeboten wird. Nachhaltigkeit ist schließlich auch für Unternehmen ein immer drängenderes Thema und bedeutet viel mehr, als lediglich im Büro Recycling-Papier zu verwenden.

Das Studium befasst sich mit der zentralen Frage, wie Nachhaltigkeit im Geschäftsalltag am besten umgesetzt werden kann – und zwar in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Gutes Nachhaltigkeitsmanagement berührt deshalb nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Lieferanten, Gewerkschaften, Mitarbeiter oder Kreditgeber. Das Thema Klimaschutz steht neben vielen weiteren Aspekten ganz oben auf der Agenda. Gut geführte Firmen sparen Ressourcen, steigern die Motivation der Beschäftigten sowie Effizienz und Effektivität und verbessern gleichzeitig auch das Image des Unternehmens. Entsprechend ausgebildete Manager begleiten in der Regel die Nachhaltigkeitsbestrebungen von Unternehmen, und entwickeln die dafür benötigten Strategien.


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