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Arbeitslos melden - so geht's©stock.adobe.com/kebox

21.05.2024 Judith Köhler

Arbeitslos melden: So geht's und das gilt es zu beachten

Was bedeutet es arbeitslos zu sein? 

Die Arbeitslosigkeit bezeichnet den Zustand, in dem du als eine arbeitsfähige und arbeitswillige Person keine Beschäftigung hast, obwohl du aktiv nach Arbeit sucht. Daher spricht man oftmals anstelle von "arbeitslos" auch von "arbeitssuchend". In Deutschland wird Arbeitslosigkeit im Kontext des Sozialgesetzbuches (SGB III) genauer definiert. Im folgenden haben wir einige Aspekte gesammelt, die die Arbeitslosigkeit beschreiben:

  • Beschäftigungslosigkeit: Eine Person ist beschäftigungslos, wenn sie keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat oder weniger als 15 Stunden pro Woche arbeitet
  • Verfügbarkeit: Die Person steht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, was bedeutet, dass sie in der Lage und bereit ist, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen; dies schließt gesundheitliche und persönliche Voraussetzungen ein, die eine Arbeitsaufnahme ermöglichen
  • Aktive Arbeitssuche: Die Person muss aktiv nach einer neuen Beschäftigung suchen, dies kann durch Bewerbungen, die Teilnahme an Vermittlungsgesprächen und andere Maßnahmen zur Jobsuche geschehen
  • Meldung bei der Agentur für Arbeit: Eine formale Meldung bei der Agentur für Arbeit ist erforderlich, um als arbeitslos anerkannt zu werden und Anspruch auf Arbeitslosengeld und andere (finanzielle) Unterstützungsleistungen zu haben

 

Ab wann gelte ich als "arbeitslos"?

Arbeitslosigkeit in Deutschland wird, wie bereits erwähnt, durch das Sozialgesetzbuch III (SGB III) geregelt. Du bist arbeitslos, wenn du die folgenden drei Bedingungen erfüllst:

  1. Beschäftigungslosigkeit: Du hast keine Beschäftigung oder arbeitest weniger als 15 Stunden pro Woche. Eine Beschäftigung gilt als sozialversicherungspflichtig, wenn du durch sie regelmäßig mehr als 450 Euro im Monat verdienst und sie mindestens 15 Stunden pro Woche umfasst. Wenn du weniger als 15 Stunden pro Woche arbeitest, gilst du als arbeitslos.
  2. Verfügbarkeit: Du stehst dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, d.h. du bist bereit, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen und kannst dies auch tatsächlich tun. Es bedeutet, dass du keine gesundheitlichen oder anderen persönlichen Einschränkungen hast, die eine Arbeitsaufnahme verhindern würden.
  3. Eigenbemühungen und Meldung bei der Agentur für Arbeit: Du hast dich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet und bemühst dich aktiv um eine neue Beschäftigung. Die Arbeitslosmeldung ist notwendig, um Anspruch auf Arbeitslosengeld und andere Leistungen zu haben.
Logo für den Job Berater (m/w/d) in Voll- oder Teilzeit
Landw. Beratungsdienst Rindvieh Ilshofen e.V.
locationIlshofen, Deutschland
VeröffentlichtVeröffentlicht: 13.7.2024
Logo für den Job Produktmanager (m/w/d)
Timac Agro Deutschland GmbH
VeröffentlichtVeröffentlicht: 13.7.2024
Logo für den Job Teamleiter Agronomie (m/w/d)
Cosun Beet Company GmbH & Co.KG
locationAnklam, Deutschland
VeröffentlichtVeröffentlicht: 13.7.2024
Logo für den Job Trainee Naturschutz (w/m/d)
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
locationBonn, Deutschland
VeröffentlichtVeröffentlicht: 13.7.2024
Logo für den Job Fachreferent:in (m/w/d) für Agrardienstleistungen
BLU Bundesverband Lohnunternehmen e.V.
locationWunstorf, Deutschland
VeröffentlichtVeröffentlicht: 12.7.2024
Kein Logo verfügbar
Albert Handtmann Armaturenfabrik GmbH & Co. KG
locationAn d. Riß, 88471 Laupheim, Deutschland
VeröffentlichtVeröffentlicht: 12.7.2024
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Wann sollte ich mich arbeitslos melden? 

In Deutschland gibt es bestimmte Fristen, innerhalb derer du dich beim Eintritt in die Arbeitslosigkeit arbeitslos melden solltest, um Anspruch auf Arbeitslosengeld und andere Leistungen nicht zu gefährden. Hier sind die wichtigsten Zeitpunkte und Schritte, die du beachten solltest: 

  • Die sofortige Meldung bei Kündigung: Sobald du weißt, dass dein Arbeitsverhältnis endet (z.B. bei Erhalt einer Kündigung), sollten du dich umgehend arbeitssuchend melden. Dies sollte spätestens drei Monate vor dem Ende deines Arbeitsverhältnisses geschehen. Wenn der Zeitraum zwischen der Kenntnis deiner Kündigung und dem Ende deines Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate beträgt, musst du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis arbeitsuchend melden.
  • Arbeitslosmeldung am ersten Tag ohne Arbeit: Du musst dich persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden. Dies sollte spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit erfolgen. Eine frühere Meldung ist auch möglich und oft sinnvoll, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Wie melde ich mich arbeitslos? 

Um sich in Deutschland arbeitslos zu melden, musst du  mehrere Schritte beachten. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die dir helfen soll, den Prozess korrekt und fristgerecht zu durchlaufen:

1. Arbeitsuchend-Meldung

Wann solltest du deine Arbeitslosigkeit melden?

  • Spätestens drei Monate vor dem Ende deines Arbeitsverhältnisses, um eine Unterstützung bei der Jobsuche und eventuelle Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch nehmen zu können
  • Wenn der Zeitraum zwischen Kenntnis der Kündigung und dem Ende des Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate beträgt, innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis der Kündigung

Wie solltest du es melden?

  • Online: Über das Portal der Bundesagentur für Arbeit 
  • Telefonisch: Unter der bundesweiten Hotline 0800 4 555500
  • Persönlich: Bei der Agentur für Arbeit vor Ort in deiner Nähe

Es ist wichtig, die Fristen für die Arbeitsuchend-Meldung einzuhalten, da sonst Sperrzeiten verhängt werden können, die den Bezug von deinem Arbeitslosengeld verzögern. Nach der Meldung als arbeitsuchend wirst du zu einem Vermittlungsgespräch eingeladen, in dem deine berufliche Situation und mögliche Vermittlungsmaßnahmen besprochen werden.

2. Arbeitslosmeldung

Wann sollte es geschehen?

  • Spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit

Wie solltest du es umsetzen?

  • Persönlich: Du musst dich persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden, nimm hierzu alle notwendigen Dokumente wie deinen Personalausweis, deine Sozialversicherungsnummer und dein Kündigungsschreiben mit

3. Vorbereitung auf deine persönliche Arbeitslosmeldung

Alle deine Dokumente mitbringen:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Sozialversicherungsausweis
  • Kündigungsschreiben oder Arbeitsvertrag
  • Arbeitsbescheinigung des letzten Arbeitgebers
  • Lebenslauf und Zeugnisse (optional, aber hilfreich für die Vermittlung)

4. Terminvereinbarung und persönliche Arbeitslosmeldung

Vereinbare einen Termin bei deiner örtlichen Agentur für Arbeit, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Dies kannst du auch online oder telefonisch tun. Gehe zum vereinbarten Termin zur Agentur für Arbeit. Dort wird ein Mitarbeiter deine Daten aufnehmen und deine Arbeitslosigkeit offiziell registrieren. Du erhältst dort ebenso Informationen über deine Rechte und Pflichten sowie über mögliche finanzielle Unterstützung und Beratungsangebote.

5. Antragsstellung auf Arbeitslosengeld

  • Formulare ausfüllen: Du erhältst die Antragsformulare entweder direkt bei der Agentur für Arbeit oder kannst sie online herunterladen.
  • Einreichung: Reiche deine ausgefüllten Formulare und alle erforderlichen Unterlagen ein.
  • Bearbeitungszeit: Die Bearbeitung deines Antrags kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Stelle sicher, dass alle Angaben korrekt und vollständig sind, um Verzögerungen zu vermeiden.

6. Aktive Arbeitssuche & Beratung

Nach der Arbeitslosmeldung musst du dich nun aktiv um eine neue Arbeitsstelle bemühen. Dokumentieren deine Bemühungen, da die Agentur für Arbeit Nachweise verlangen kann. Nimm außerdem an den Vermittlungsgesprächen und Beratungsterminen teil und nutze Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote der Agentur für Arbeit, um deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern!

Kann ich mich online arbeitslos melden?

Ja, grundsätzlich kannst du dich in Deutschland online arbeitslos melden! Die Bundesagentur für Arbeit bietet diesen Service über ihr Online-Portal an. So kannst du dich online arbeitslos melden kannst:

Schritte zur Online-Arbeitslosmeldung

  1. Zugang zur Online-Plattform:
  2. Registrierung:
    • Falls du noch kein Benutzerkonto hast, musst du dich zuerst registrieren; dafür benötigst du deine persönlichen Daten und eine gültige E-Mail-Adresse
    • Nach der Registrierung erhält du eine Bestätigungs-E-Mail mit einem Aktivierungslink
  3. Einloggen:
    • Logge dich mit deinen Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) ein
  4. Arbeitsuchend-Meldung:
    • Nach dem Einloggen kannst du dich arbeitsuchend melden. Tippe dafür im Portal den Bereich "Arbeitslos und Arbeit finden" und wähle "Arbeitsuchendmeldung" aus
    • Gib alle erforderlichen Informationen zu deiner Person, deinem bisherigen Arbeitsverhältnis und deiner zukünftigen Arbeitssuche ein
  5. Arbeitslosmeldung:
    • Um dich arbeitslos zu melden, wähle im selben Bereich "Arbeitslosmeldung"
    • Fülle das Online-Formular aus, in dem du Informationen zu deiner aktuellen Situation und deinem letzten Arbeitgeber angibst
  6. Unterlagen hochladen:
    • Du kannst notwendige Dokumente wie deinen Personalausweis, Kündigungsschreiben und Arbeitsbescheinigung direkt hochladen
    • Achte darauf, dass alle Dokumente vollständig und gut lesbar sind
  7. Bestätigung und Bearbeitung:
    • Nach Abschluss der Meldung erhältst du eine Bestätigung über die erfolgreiche Arbeitslosmeldung
    • Ein Mitarbeiter der Agentur für Arbeit wird deine Daten überprüfen und sich bei dir melden, um den weiteren Prozess zu besprechen

Welche Vorteile hat die Online-Arbeitslosmeldung für dich?

  • Zeitersparnis: Du kannst die Meldung bequem von zu Hause aus erledigen und sparst dir den Weg zur Agentur für Arbeit.
  • Flexibilität: Die Online-Meldung ist rund um die Uhr möglich, sodass du sie zu jeder Tageszeit vornehmen können.
  • Schnelle Bearbeitung: Durch die elektronische Übermittlung der Daten kann die Bearbeitung schneller erfolgen.

Welche weiteren Schritte sind nach der Online-Meldung zu beachten?

  • Terminvereinbarung: Nach der Online-Meldung erhältst du in der Regel einen Termin für ein persönliches Gespräch bei der Agentur für Arbeit. Dies ist notwendig, um deine Arbeitslosigkeit endgültig zu bestätigen und weitere Schritte zu besprechen.
  • Aktive Arbeitssuche: Beginne aktiv nach einer neuen Arbeitsstelle zu suchen und dokumentiere dabei deine Bemühungen. Dies wird von der Agentur für Arbeit erwartet und kann später überprüft werden.

Kündigungsfristen: Was gilt?

Du möchtest kündigen? Wir geben die Tipps und Informationen, wie du ordnungsgemäß kündigen kannst. 


Steht mir finanzielle Unterstützung im Falle der Arbeitslosigkeit zu?

Bei Arbeitslosigkeit stehen dir innerhalb von Deutschland verschiedene finanzielle Unterstützungsleistungen zur Verfügung. Die wichtigsten Finanzierungsmöglichkeiten sind das Arbeitslosengeld I (ALG I) und das Arbeitslosengeld II (ALG II, auch bekannt als Hartz IV). Hier ist eine Übersicht der finanziellen Unterstützungsleistungen für dich:

1. Arbeitslosengeld I (ALG I)

Voraussetzungen

  • Du musst in den letzten 30 Monaten mindestens 12 Monate lang sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein (Anwartschaftszeit).
  • Du musst dich arbeitslos gemeldet haben und der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehen.

Höhe des Arbeitslosengeldes

  • Das ALG I beträgt 60 % deines durchschnittlichen Nettogehalts der letzten 12 Monate. Für Arbeitslose mit Kindern beträgt der Satz 67 %.
  • Es gibt eine Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der das Einkommen berücksichtigt wird.

Dauer des Arbeitslosengeldes

  • Die Dauer des ALG I hängt von der Dauer der bisherigen Beschäftigung und dem Alter des Antragstellers ab. Sie variiert zwischen 6 und 24 Monaten.

Antragsverfahren

  • Stelle den Antrag bei der Agentur für Arbeit, am besten direkt bei der Arbeitslosmeldung.
  • Die erforderlichen Formulare erhälst du dort oder online auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.

2. Arbeitslosengeld II (ALG II, Hartz IV)

Voraussetzungen

  • Du hast keinen oder einen zu geringen Anspruch auf ALG I oder das ALG I ist ausgelaufen.
  • Du bist erwerbsfähig und mindestens 15 Jahre alt, aber noch nicht im Rentenalter.
  • Du bist bedürftig, d.h., dein aktuelles Einkommen und Vermögen reichen nicht aus, um deinen Lebensunterhalt zu sichern.

Höhe des Arbeitslosengeldes II

  • Der Regelsatz für eine alleinstehende Person beträgt aktuell (Stand 2024) 502 Euro monatlich. Für Paare, Kinder und andere Bedarfsgemeinschaften gibt es abgestufte Sätze.
  • Zusätzlich zu den Regelsätzen werden die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung übernommen.

Antragsverfahren

  • Stelle den Antrag bei deinem Jobcenter. Die Formulare erhälst du vor Ort oder online auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.

3. Sozialgeld

Voraussetzungen

  • Für nicht erwerbsfähige Angehörige von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die in einer Bedarfsgemeinschaft leben.
  • Das Sozialgeld umfasst den Regelsatz sowie die Kosten für Unterkunft und Heizung.

4. Wohngeld

Voraussetzungen

  • Wenn du ALG I oder ALG II beziehst und deine Wohnkosten nicht vollständig gedeckt sind, kannst du zusätzlich Wohngeld beantragen.
  • Das Wohngeld ist abhängig von Einkommen, Mietkosten und Haushaltsgröße.

Antragsverfahren

  • Stelle diesen Antrag bei der örtlichen Wohngeldstelle bzw. Familienkasse.

5. Kinderzuschlag

Voraussetzungen

  • Wenn dein Einkommen für deinen eigenen Lebensunterhalt reicht, aber nicht für den deiner Kinder, kannst du den Kinderzuschlag beantragen.
  • Der Kinderzuschlag beträgt bis zu 250 Euro pro Kind und Monat.

6. Weitere Unterstützungsleistungen

  • Bildungs- und Teilhabepaket: Unterstützung für Kinder und Jugendliche, z.B. für Schulbedarf, Mittagessen, Nachhilfe und Freizeitaktivitäten.
  • Einmalige Beihilfen: Für besondere Anschaffungen wie Möbel oder Bekleidung können einmalige Beihilfen gewährt werden.
  • Ergänzende Sachleistungen: In bestimmten Fällen können auch Sachleistungen wie Lebensmittelgutscheine gewährt werden.

Welche allgemeinen Auswirkungen hat die Arbeitslosigkeit? 

Die Arbeitslosigkeit kann im Allgemeinen sowohl soziale als auch ökonomische Auswirkungen haben. Dabei betreffen die Folgen die Person selbst sowie die Gesellschaft und Wirtschaft:

  • Individuelle Auswirkungen: Einkommensverlust, Verlust von sozialen Kontakten am Arbeitsplatz, psychologische Belastungen und möglicherweise eine Verschlechterung der beruflichen Qualifikationen.
  • Ökonomische Auswirkungen: Rückgang der Kaufkraft, geringere Steuereinnahmen und höhere Ausgaben für soziale Sicherungssysteme.

Welche Arten von Arbeitslosigkeit gibt es? 

Man kann die Arbeitslosigkeit in verschiedene Arten der Arbeitslosigkeit unterteilen. Wir klären dich im folgenden auf: 

  • Freiwillige Arbeitslosigkeit: Wenn eine Person aus eigenem Entschluss aufhört zu arbeiten und eine neue Beschäftigung sucht.
  • Unfreiwillige Arbeitslosigkeit: Wenn eine Person durch äußere Umstände, wie beispielsweise eine Kündigung oder Betriebsschließung, ihre Arbeit verliert.
  • Friktionelle Arbeitslosigkeit: Kurzfristige Arbeitslosigkeit, die durch den Wechsel von einem Job zum anderen entsteht.
  • Strukturelle Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit, die durch tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaft oder bestimmten Branchen entsteht, wie technologische Fortschritte oder Marktveränderungen.
  • Saisonale Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit, die durch saisonale Schwankungen in bestimmten Branchen, wie z.B. der Landwirtschaft oder dem Baugewerbe, verursacht wird.
  • Konjunkturelle Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit, die durch konjunkturelle Abschwünge oder wirtschaftliche Rezessionen verursacht wird.
Arbeitslosigkeit melden
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Welche Folgen hat Arbeitslosigkeit für dich? 

Arbeitslosigkeit hat verschiedene Folgen, die sowohl deine persönliche als auch deine finanzielle Situation betreffen. Diese können kurzfristige, mittelfristige und langfristige Auswirkungen für dich haben. Hier sind die wichtigsten Folgen im Detail von uns zusammengestellt:

Deine finanzielle Folgen:

  1. Einkommensverlust:
    • Der Verlust des Einkommens aus der Erwerbstätigkeit kann zu erheblichen finanziellen Engpässen führen.
    • Das Arbeitslosengeld I (ALG I) beträgt in der Regel 60 % des letzten Nettogehalts, bei Arbeitslosen mit Kindern 67 %. Arbeitslosengeld II (ALG II, Hartz IV) bietet nur ein Existenzminimum.
  2. Veränderungen bei der Altersvorsorge:
    • Während des Bezugs von ALG I zahlt die Bundesagentur für Arbeit Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, jedoch basierend auf einem reduzierten Einkommen.
    • Beim Bezug von ALG II werden keine Rentenversicherungsbeiträge gezahlt, was langfristig zu niedrigeren Rentenansprüchen führen kann.

Deine sozialen Folgen:

  1. Verlust von Sozialkontakten:
    • Der Arbeitsplatz bietet dir oft soziale Interaktionen und ein Netzwerk, das durch Arbeitslosigkeit wegfallen kann.
    • Isolation und der Verlust des täglichen Austauschs mit Kollegen können emotional belastend sein für dich.
  2. Stigmatisierung und Selbstwertgefühl:
    • Arbeitslosigkeit kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und zur Stigmatisierung führen, besonders wenn sie langfristig anhält.
    • Betroffene können sich nutzlos oder ausgeschlossen fühlen.

Deine gesundheitlichen Folgen:

  1. Deine psychische Gesundheit:
    • Arbeitslosigkeit kann Stress, Angstzustände und Depressionen verursachen oder verschlimmern.
    • Der Verlust der täglichen Struktur und des Ziels kann zu psychischen Belastungen führen.
  2. Deine physische Gesundheit:
    • Langfristiger Stress und finanzielle Sorgen können sich auch auf die körperliche Gesundheit auswirken, z.B. durch Schlafprobleme oder erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Deine berufliche Folgen:

  1. Qualifikationsverlust:
    • Längere Arbeitslosigkeit kann zu einem Verlust von beruflichen Qualifikationen und Fähigkeiten führen.
    • Der Anschluss an technologische und methodische Entwicklungen im Berufsfeld kann verloren gehen.
  2. Erschwerte Wiedereingliederung:
    • Je länger die Arbeitslosigkeit andauert, desto schwieriger kann es sein, wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden.
    • Lücken im Lebenslauf können potenzielle Arbeitgeber abschrecken.

Die Rechtliche und Versicherungsfolgen

  1. Krankenversicherung:
    • Während des Bezugs von ALG I bleibt der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung bestehen.
    • Beim Bezug von ALG II übernimmt das Jobcenter die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.
  2. Meldepflichten und Mitwirkungspflichten:
    • Arbeitslose müssen sich aktiv um Arbeit bemühen, Bewerbungsaktivitäten nachweisen und an Vermittlungsgesprächen und Maßnahmen teilnehmen.
    • Verletzungen dieser Pflichten können zu Sperrzeiten und Leistungskürzungen führen.

Deine persönliche und familiäre Folgen:

  1. Familien- und Partnerschaftsbelastungen:
    • Arbeitslosigkeit kann Spannungen und Konflikte innerhalb der Familie oder Partnerschaft verursachen, besonders bei finanziellen Engpässen.
    • Rollenverteilungen und Erwartungen innerhalb der Familie können sich ändern.
  2. Lebensstandard und Konsumverhalten:
    • Der Lebensstandard muss häufig angepasst werden, was den Konsum und die Freizeitgestaltung beeinflussen kann.
    • Budgetkürzungen und ein bewussterer Umgang mit Finanzen werden notwendig.

Welche Maßnahmen gibt es zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit?

Die Regierungen und Institutionen ergreifen verschiedene Maßnahmen, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und die Beschäftigung zu fördern:

  • Arbeitsmarktpolitik: Programme zur Weiterbildung und Umschulung, Vermittlungsdienste, Schaffung von Arbeitsplätzen und Beschäftigungsanreize für Unternehmen.
  • Wirtschaftspolitik: Konjunkturfördernde Maßnahmen, Investitionen in Infrastruktur und Innovation sowie Unterstützung von Schlüsselindustrien.
  • Sozialpolitik: Bereitstellung von Arbeitslosengeld und anderen sozialen Sicherungssystemen, um die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit abzufedern und Betroffenen Unterstützung zu bieten.

Insgesamt ist Arbeitslosigkeit ein komplexes Phänomen, das verschiedene Facetten und Ursachen hat und sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Anstrengungen erfordert, um effektiv beseitigt zu werden.


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