Was verbirgt sich hinter dem Beruf Floristin?

Berufsbild Floristin

Du bist kreativ und arbeitest gerne mit Blumen und Pflanzen? Noch dazu hast du ein Auge für ansprechende Deko? Dann haben wir hier genau den richtigen Job für dich: Floristin oder Florist. Aber hinter dem Beruf steckt weit mehr als nur eine „Blumenfee“.


Zusammenfassung

  • Entwicklung des Berufsbildes
  • Aufgaben
  • Arbeitsplatz
  • Ausbildungsablauf
  • Lehrinhalte
  • Voraussetzungen
  • Weiterbildungsmöglichkeiten

Wie ist der Beruf entstanden?

Im Gegensatz zum Gärtner, der als landwirtschaftlicher Beruf gilt, ist das Berufsbild der Floristen im Handel angesiedelt. Dennoch hat sich der Beruf Florist aus dem Gärtnerberuf herausentwickelt. Bevor es spezielle Schulen für Bindekunst gab, war das Blumenbinden Teil des Aufgabenprofils von Gärtnern. Welche Parallelen es zum Gärtner gibt und wie kreativ dieser Beruf ist, kannst du in unserem Berufsbild Gärtner nachlesen. Erst ab dem 20. Jahrhundert traten die ersten ausgebildeten Blumenbinder hervor. Die heutige Berufsbezeichnung Florist wurde erst 1997 im Berufsbildungsgesetz festgelegt. Neben der Blumenbindekunst wurde hier die Händlertätigkeit mit einbezogen. Bis heute ist der Beruf eine Frauendomäne mit über 90 Prozent weiblichen Beschäftigten.

Welche Aufgaben hat eine Floristin?

Die Hauptaufgaben sind das Binden von Blumensträußen und das Designen und Gestalten von Gestecken. Hier kannst du in der Regel deine eigenen Ideen umsetzen. Einige Kunden haben aber schon genaue Vorstellungen, wenn sie sich an dich wenden. Sie möchten, dass du ihre Wünsche nach ihren Vorgaben für sie erfüllst. Beide Aufgaben haben ihren Reiz. Einmal kannst du deiner Kreativität und Phantasie freien Lauf lassen, zum anderen kannst du zeigen, wie gut du dich in Kunden hineinversetzen kannst und wie du mit deinen erlernten Fähigkeiten die Kundenwünsche problemlos umsetzen kannst.


Eine gute Kundenberatung ist das A und O.


Nicht selten verlassen sich Kunden auch auf dein geschultes Auge und überlassen dir die Gestaltung und Dekoration ganzer Räume für bestimmte Anlässe, beispielsweise bei Hochzeiten. Eine gute Kundenberatung ist das A und O und eine wichtige Aufgabe für dich als Floristin. Neben dem Verkauf deiner Ware gehört auch das Pflegen von Pflanzen durch Gießen, Düngen und Zurückschneiden zu deinen Aufgaben. Ebenso wie das Bestellen von Waren und Materialen.

Wo arbeiten Floristen?

Floristen arbeiten da, wo es Arbeit mit Blumen gibt. Der typische Arbeitsplatz ist der Blumenladen. Entweder im eigenen Blumenladen oder als Angestellte. Daneben gibt es auch die Möglichkeit in einem Gartencenter oder Baumarkt zu arbeiten. Denn auch hier werden Sträuße und Pflanzen verkauft. Ebenso werden im Großhandel Floristen beschäftigt.

agrajo Floristin Blumenladen

Wie läuft die Ausbildung ab?

Der Beruf Floristin wird als duale Berufsausbildung erlernt. Neben theoretischen Inhalten, die an Berufsschulen gelehrt werden, werden praktische Lehrinhalte im Ausbildungsbetrieb vermittelt. Hier lernst du direkt von und unter der Anleitung von erfahrenen Floristen. In Ausnahmefällen, wenn kein Ausbildungsplatz gefunden wurde, ist auch eine rein schulische Berufsausbildung möglich. Der Unterricht an den Berufsschulen findet entweder im Blockunterricht oder wöchentlich statt. Das unterscheidet sich je noch Berufsschule und Region.

Wie bei den meisten Ausbildungsberufen dauert die Ausbildung drei Jahre. Eine Verkürzung der Ausbildungszeit ist unter gewissen Voraussetzungen, wie Abitur oder besonders guten Leistungen, denkbar. Aber dies muss im Einzelfall entschieden werden. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit der Abschlussprüfung am Ende der Lehrzeit. Diese Prüfung beinhaltet einen theoretischen und einen praktischen Prüfungsteil. Die Praxisprüfung wird allerdings höher gewichtet. Mit einem erfolgreichen Prüfungsabschluss darfst du die offizielle Berufsbezeichnung Florist tragen.

Was sind die Inhalte der Ausbildung?

Du wirst viele Techniken des Blumenbindens kennenlernen. Es wird dir gezeigt, wie gebunden werden muss, damit das Gebinde stabil ist, eine gewisse Form darstellt und optisch eine gute Farbkombination aufweist. Du wirst schnell lernen, welche Blumen sich gut kombinieren lassen.

Außerdem ist es wichtig für dich, zu wissen, welche Blumen für welchen Anlass verwendet werden. Denn nicht jede Blume passt zu jedem Anlass. Während Lilien oder Callas nachgesagt wird, dass sie Trauerblumen sind, sind rote Rosen das Zeichen der Liebe und beispielsweise beliebte Hochzeitsblumen. Daher sind Kenntnisse über Blumen und Pflanzen ein sehr wichtiger Lehrinhaltsblock.

agrajo Floristin Kundin

Ebenso wirst du lernen, wie du Kundenaufträge entsprechend des Material- und Zeitaufwandes richtig kalkulierst. Damit auch immer genug Pflanzen, Blumen und Arbeitsmaterialien zur Verfügung stehen, wirst du auch den kompletten Bestellvorgang kennenlernen und durchführen dürfen. Du lernst, bei welchen Lieferanten du welche Pflanzen oder Materialien am besten bestellst. Hier sind zudem die richtigen Mengen und der Bestellzeitpunkt wichtig, damit dir die bestellte Ware auch rechtzeitig zur Verfügung steht.

Während der Ausbildung wirst du auch ein Gefühl für den Kunden bekommen. Wie stellst du dich am besten auf die verschiedenen Kunden ein? Wie kannst du ihm deine Idee am besten erklären und zeigen? Oder wie setzt du Kundenwünsche am besten um? Du wirst sehr viel mit Menschen zu tun haben, daher ist Kunden- und Verkaufsberatung auch Teil deiner Ausbildung.


Die Leidenschaft für Blumen ist ein Muss.


Was musst du mitbringen?

Gesetzlich vorgeschrieben ist keine bestimmte schulische Vorbildung. Sowohl Hauptschul- als auch Mittelschulabsolventen entschließen sich dazu, die Ausbildung zum Floristen zu starten. Entweder hast du den „grünen Daumen“ schon oder du legst ihn dir während der Ausbildung zu. Neben einer großen Leidenschaft für Blumen und Pflanzen helfen dir folgende, persönliche Eigenschaften im Beruf des Floristen weiter:

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Soziale Kompetenz
  • Menschenkenntnis
  • Handwerkliche Geschicklichkeit
  • Kreativität
  • Gefühl für Ästhetik

Bevor du den Berufsweg eines Floristen einschlägst, solltest du abklären, dass du keine Allergien gegen bestimmte Pollen hast. Natürlich ist das kein K.O.-Kriterium für deinen Berufswunsch, aber solche Allergien können dir den Berufsalltag stark erschweren. Auch eine genetische Farbblindheit kann dich eventuell einschränken, da sie eine farbliche Abstimmung in Blumengebinden erschwert. Hier kannst nur du selbst herausfinden, ob du trotzdem Florist werden willst und kannst. Für die Entscheidungsfindung kann ein Praktikum für dich sehr hilfreich sein. Bei diesem wirst du schnell herausfinden, ob dein Berufsalltag eingeschränkt wäre oder doch problemlos möglich ist. Finde es selbst heraus!

Was kannst du nach der Ausbildung machen?

Weiterbildung ist gerade in einem kreativen Job besonders wichtig. Die Bindetechniken werden weiterentwickelt, Trends verändern sich, die Kundenwünsche werden komplexer. Da heißt es am Ball zu bleiben. Mit verschiedenen Workshops in deiner Nähe verlierst du nicht den Anschluss.

Um noch mehr verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen zu können, was die Leitung und Organisation in der Floristik angeht, sind die Weiterbildungen als Gestalter für Blumenkunst und als Wirtschafter für Floristik geeignet. Diese Weiterbildungen finden an Fachhochschulen statt und unterscheiden sich je nach Bundesland.

Mit ein paar Jahren Berufserfahrung stehen viele vor der Entscheidung sich selbstständig zu machen. Die Möglichkeit, sich mit einem eigenen Blumenladen zu verwirklichen, ist verlockend. Hier empfiehlt es sich vorher den Meisterbrief zu erlangen. Neben dem floristischen Fachwissen sind für die Selbstständigkeit gute, betriebswirtschaftliche Kenntnisse notwendig, die du dir mit der Weiterbildung zum Floristikmeister aneignen wirst.

Möchtest du noch tiefer in das Fachwissen über Blumen und Pflanzen eintauchen. Dann schließe nach der Ausbildung ein Studium an. Hier sind Studiengänge im Bereich Garten- und Landschaftsbau oder Landschaftsarchitektur denkbar.

Hältst du dich für kreativ genug? Dann nichts wie los, werde Floristin!

Autor: Dagmar Pfeiffer
Bildquelle: pixabay.com

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