Agrarwissenschaften studieren

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Studiengänge der Agrarwissenschaften beschäftigen sich wissenschaftlich und praktisch mit der Produktion von Nahrungsmitteln für Mensch und Tier. Auch Themen wie Ressourcenschonung und Vermarktung der Produkte finden sich in den Studienplänen. Ein agrarwissenschaftliches Studium ist inhaltlich breit aufgestellt und beinhaltet neben naturwissenschaftlichen auch wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse, manchmal auch juristische und politische Themen. Studieninhalte im Grundstudium sind unter anderem Grundlagen der Pflanzen- und Tierwissenschaften, Chemie, Mathematik und Statistik. Die Studierenden werden zudem in landwirtschaftliche Betriebslehre, Bodenwissenschaften und Agrartechnik eingeführt. In höheren Semestern sowie im Master-Studium erlauben Vertiefungs- und Wahlmöglichkeiten den Studierenden, spezialisiertes Know-how zu erwerben und somit ein individuelles Berufsprofil auszubilden. Während das Bachelor-Studium vornehmlich wissenschaftliche Grundlagen und Einblicke in die Praxis vermittelt, werden im Master-Studium die Inhalte in der gewählten Fachrichtung vertieft. Die Studierenden erwerben darüber hinaus die Fähigkeit, wissenschaftlich zu arbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse anzuwenden im In- wie auch im Ausland. Immer mehr Master-Studiengänge der Agrarwissenschaften werden in englischer Sprache angeboten.

Bachelor-Studium Agrarwissenschaften

Die Dauer des Bachelor-Studiums Agrarwissenschaften beträgt sechs Semester. Die Studienpläne beinhalten naturwissenschaftliche, ökonomische, technische und agrarpolitische Grundlagen. In den meisten Bachelor-Studiengängen wählen die Studierenden in den höheren Semestern einen Schwerpunkt, zum Beispiel Nutzpflanzenwissenschaften, Nutztierwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus oder Ressourcenmanagement. Während des Studiums ist normalerweise ein mehrwöchiges Praktikum zu absolvieren, praktische Erfahrung vor dem Studienbeginn ist nicht an allen Hochschulen erforderlich. Einige Hochschulen, zum Beispiel die Universität Hohenheim, die Universität Kiel und die Universität Rostock, setzen jedoch ein mehrwöchiges Vorpraktikum voraus. Manche Hochschulen bieten darüber hinaus vor dem Studienbeginn Vorkurse in Fächern wie Chemie, Mathematik und Physik an.

Hier finden Sie einen Überblick über Hochschulen, die Bachelor- und Master-Studiengänge der Agrarwissenschaften anbieten. Kombinationen mit weiteren Fächern wie Gartenbau, Ökonomie oder Ernährungswissenschaften werden in noch folgenden Beiträgen vorgestellt, die sich speziell diesen Themen widmen. Auch Studiengänge mit technischem Schwerpunkt wie Agrartechnik werden separat vorgestellt, da diese meist andere Abschlüsse (zum Beispiel den Bachelor of Engineering B.Eng.) und Zugangsvoraussetzungen aufweisen.
Ein Bachelor-Studium Agrarwissenschaften können Sie unter anderem an diesen Hochschulen aufnehmen:

Humboldt-Universität Berlin: Bachelor of Science B.Sc. Agrarwissenschaften

Georg-August-Universität Göttingen: B.Sc. Agrarwissenschaften

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: B.Sc. Agrarwissenschaften

Universität Hohenheim: B.Sc. Agrarwissenschaften

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: B.Sc. Agrarwissenschaften

Universität Rostock: B.Sc. Agrarwissenschaften

Technische Universität München: B.Sc. Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften

Justus-Liebig-Universität Gießen: B.Sc. Agrarwissenschaften

Master-Studium Agrarwissenschaften

Die Regelstudienzeit für einen Master-Studiengang Agrarwissenschaften beträgt an den meisten Hochschulen vier Semester. In dieser Zeit sollen die Studierenden vertiefende Kenntnisse, Theorien, Methoden, Verfahren der Agrarwissenschaften erwerben. Ein Master-Studium der Agrarwissenschaften befähigt zu einer Tätigkeit in der Forschung und Beratung, in Ämtern und Behörden sowie zu (Leitungs-)funktionen in Industriebetrieben und landwirtschaftlichen Unternehmen. Viele Master-Studiengänge sind auf einen Themenaspekt spezialisiert und befassen sich beispielsweise gezielt mit Ressourcenmanagement, ländlicher Entwicklung oder dem Agrarmanagement. Generalistisch orientierte Master-Studiengänge der Agrarwissenschaften werden unter anderem von diesen Hochschulen angeboten:

 

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn: Master of Science M.Sc. Agricultral Science and Resource Management in the Tropics and Subtropics – englischsprachig

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: M.Sc. Agrarwissenschaften

Universität Hohenheim: M.Sc. Agrarwissenschaften mit Fachrichtung Agrartechnik, Bodenwissenschaften, Pflanzenproduktionssysteme, Tierwissenschaften, Agricultural Economics

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: M.Sc. Agrarwissenschaften

Technische Universität München: M.Sc. Agrarwissenschaften

Justus-Liebig-Universität Gießen: M.Sc. Agrar- und Ressourcenökonomie

Beschäftigungsmöglichkeiten

Absolventen eines agrarwissenschaftlichen Studiums sind vor allem von Unternehmen der Agrarindustrie begehrt. Sie werden häufig bei Saatgut-, Pflanzenschutz- und Düngemittelherstellern, Landmaschinenbauern oder in der Nahrungsmittelindustrie tätig. Auch in landwirtschaftlichen Verbänden und Organisationen, in der Forschung sowie in beratenden Funktionen finden viele Absolventen Betätigungsfelder. Seltener ist eine Beschäftigung bei großen landschaftlichen Produktionstrieben oder im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb. Absolventen eines agrarwissenschaftlichen Studiums steigen darüber hinaus im öffentlichen Dienst, beispielsweise bei Ämtern für Landwirtschaft, in Ministerien oder bei Umwelt- oder Flurbereinigungsämtern, in den Beruf ein.

Ob mit einem Bachelor- oder mit einem Master- Abschluss die Berufsaussichten von Absolventen der Agrarwissenschaften sind gut. Je nachdem, welche Schwerpunkte während des Studiums gewählt werden, finden sich passende Stellen bei ganz unterschiedlichen Arbeitgebern der vor- und nachgelagerten Industrie. Einen Überblick über interessante Arbeitgeber und Tätigkeitsfelder erhalten Sie auf agrajo.

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