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10.03.2022 Redaktion agrajo

Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft studieren

Landwirtschaft studieren: ein systemrelevantes Berufsgebiet

Zukunftsorientierte Landwirtschaft steht für die verantwortungsvolle Produktion hochwertiger Nahrung für Mensch und Tier oder nachwachsender Rohstoffe für die Energieerzeugung. Das Aufgabenspektrum in der modernen Landwirtschaft ist breit und beinhaltet zusätzlich zu den produktionsrelevanten Themen wirtschaftliche und unternehmerische Fragestellungen. Denn oftmals übernehmen die Absolventen einen landwirtschaftlichen Betrieb oder steigen in die Betriebsleitung eines größeren Produktionsbetriebs ein.

Perfekte Kombination aus Theorie und Praxis

Das Studium zeichnet sich durch einen hohen Praxisbezug aus. Aber ohne ein theoretisches Grundlagenwissen in Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Landwirtschaft kommt es nicht aus. Diese Grundlagen werden meist in den ersten zwei bis drei Semestern des Bachelor-Studiums vermittelt. In den höheren Semestern haben die Studierenden dann die Möglichkeit, ein Fach zu vertiefen, zum Beispiel Pflanzen– oder Tierproduktion.


stock.adobe.com/Hoda Bogdan

Viele Inhalte werden in anwendungsbezogenen Übungen vermittelt. Zu den meisten Bachelor-Studiengängen gehört zudem ein Praxissemester. Wer im Anschluss daran ein Master-Studium plant, kann weitere Schwerpunkte setzen oder Kombinationen mit anderen Fächern wählen.

Von agrarwissenschaftlichen Studiengängen unterscheidet sich das Studium der Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft wie der Name schon impliziert durch weniger wissenschaftliche und mehr praktische Inhalte. Dementsprechend werden agrarwissenschaftliche Studiengänge vornehmlich an Universitäten angeboten, das Studium der Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft findet dagegen häufig an den anwendungsorientierteren Hochschulen statt.

Bachelor-Studium Landwirtschaft

Die meisten Bachelor-Studiengänge setzen ein mehrwöchiges Vorpraktikum in einem anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb voraus. Dieses kann auch entfallen, wenn zuvor eine FOS mit Fachrichtung Agrarwirtschaft besucht oder eine einschlägige Berufsausbildung absolviert wurde. Wer ausreichende berufliche Qualifikationen vorweist, kann auch ohne Hochschulzugangsberechtigung zugelassen werden. Die Regelstudienzeit beträgt bei den meisten Bachelor-Studiengängen sieben Semester, ein Semester davon ist für ein landwirtschaftliches Praktikum in anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieben vorgesehen.

Ausnahmen bilden unter anderem die Hochschule Osnabrück und die Fachhochschule Südwestfalen: Hier dauert der Bachelor-Studiengang lediglich sechs Semester. Die Hochschulen setzen jedoch ein zwölf- beziehungsweise sechsmonatiges Praktikum bei einem anerkannten Ausbildungsbetrieb voraus. Eine weitere Besonderheit besteht an der Hochschule Rhein-Waal-Kleve: Hier findet der Bachelor-Studiengang Sustainable Agriculture in englischer Sprache statt.


stock.adobe.com/Ingo Bartussek

Landwirtschaft dual studieren

Das Landwirtschaftsstudium ist häufig auch als duales Studium möglich. In Weihenstephan, an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf können die Teilnehmer innerhalb von viereinhalb Jahren den Bachelor of Science sowie eine Berufsausbildung zum Landwirt absolvieren. In Bingen wird bei einer Studiendauer von fünf Jahren die berufliche Ausbildung zum Landwirt mit einem Bachelor of Science kombiniert.

In Nürtingen-Geislingen ist ein Duales Studium in viereinhalb Jahren möglich, bei dem die landwirtschaftliche Gehilfenprüfung nach dem Abschluss des sechsten Semesters im Bachelor-Studium absolviert wird. Der duale Bachelor-Studiengang Agrarwirtschaft an der Hochschule Neubrandenburg geht ebenfalls über viereinhalb Jahre. Das duale Bachelor-Studium Landwirtschaft an der Universität Kassel dauert lediglich vier Semester, setzt aber eine mindestens zwölfmonatige landwirtschaftliche Lehre voraus.

Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft kannst du unter anderem an diesen Hochschulen in einem Bachelor-Studium absolvieren:

Master-Studium Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft

Auch die Master-Studiengänge rund um das Thema Landwirtschaft sind anwendungsorientiert. Häufig werden im Master-Studium spezialisierte Inhalte wie das Nährstoffmanagement oder der Fruchtbau mit ökonomischen oder ökologischen Aspekten kombiniert. Die meisten Master-Studiengänge gehen über vier Semester und schließen mit dem Master of Science ab.

An der FH Bingen beträgt die Regelstudienzeit für den Master-Studiengang Landwirtschaft und Umwelt drei Semester, ebenso an der FH Kiel für den Master-Studiengang Agrarmanagement, an der Hochschule Neubrandenburg für den Master Agrarwirtschaft und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden für den Studiengang Produktionsmanagement in Agrarwirtschaft und Gartenbau.

Diese Hochschulen bieten einen Master-Studiengang Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft an:

Erfahre im YouTube-Video mehr über das Agrarwirtschaft-Studium

Beschäftigungsmöglichkeiten

Die Berufsaussichten werden allgemein als sehr positiv eingeschätzt. Absolventen eines Studiums der Landwirtschaft sind wegen ihrer Praxisorientierung vor allem als Führungskräfte in landwirtschaftlichen Betrieben gefragt. Auch der vor- und nachgelagerte Bereich bietet vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten, etwa in Produktionsbetrieben, aber auch bei Verbänden, Genossenschaften und im Öffentlichen Dienst.

Landwirtschaftliche Unternehmensberatungen und Versicherungen suchen ebenfalls nach Absolventen. Eine Umfrage des Fachbereichs Agrarwirtschaft an der Fachhochschule Südwestfalen Soest ergab, dass 30 Prozent der Absolventen in die landwirtschaftliche Praxis gehen. 40 Prozent finden in der vor- und nachgelagerten Industrie Beschäftigung, 20 Prozent beim öffentlichen Dienst und zehn Prozent bei Verbänden und anderen Organisationen. Der Anteil der Absolventen, die einen Beruf in der Praxis ergreifen, nehme aktuell zu, so die Hochschule.

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Bildquelle: Adobestock

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