Corona-Krise: Bundesregierung plant Ausbildungsprämie für Betriebe

Kleine und mittelständische Unternehmen (kurz: KMUs), die in der Corona-Krise weiter Auszubildende einstellen, erhalten künftig eine Prämie von bis zu 3000 Euro. Diese Betriebe erhalten den Bonus.


Ziele der Ausbildungsprämie

„Die Covid-19-Pandemie soll nicht zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen werden. Deshalb sollen alle jungen Menschen eine Ausbildung beginnen und erfolgreich abschließen können“, heißt auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Die Bundesregierung möchte kleine und mittlere Unternehmen mit maximal 250 Unternehmen (KMUs) in der aktuellen schwierigen Situation unterstützen und dazu motivieren, ihr Ausbildungsangebot aufrechtzuerhalten. Dazu sollen sie eine Prämie von bis zu 3.000 € je abgeschlossenen Ausbildungsvertrags erhalten. Für diese Maßnahme stellt die Bundesregierung insgesamt bis zu 500 Mio. € zusätzlich bereit.

Maßnahmen des Konjunkturpakets

Das sind die Maßnahmen des Konjunkturpakets im Detail:

  1. Ausbildungsangebot fortführen: KMUs, die ihr Ausbildungsangebot im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren aufrechterhalten, erhalten für jeden 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie von 2.000 € (nach Abschluss der Probezeit).
  2. Ausbildungsangebot erhöhen: KMUs, die ihr Ausbildungsangebot im Vergleich zu drei Vorjahren erhöhen, erhalten eine einmalige Prämie von 3.000 € für jeden zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag (nach Abschluss der Probezeit).
  3. Vermeidung von Kurzarbeit: Unternehmen, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mind. 50 Prozent) die Ausbildungsaktivität fortsetzen, erhalten 75 Prozent des Bruttolohns der Auszubildenden in dem betreffenden Monat.
  4. Auftrags- und Verbundausbildung: Wenn ein Betrieb die Ausbildung temporär nicht fortsetzen kann, können andere KMU, überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere Ausbildungsdienstleister die Ausbildung zeitlich befristet übernehmen und dafür Förderungen erhalten.
  5. Übernahmeprämie: Betriebe, die Auszubildende bis zum Abschluss ihrer Ausbildung aus einem Corona-bedingten insolventen Betrieb übernehmen, erhalten eine Prämie von 3.000€ je Auszubildendem.
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Kleine und mittlere Unternehmen erhalten eine Ausbildungsprämie von bis zu 3.000 € je Azubi.

Welche Unternehmen können die Prämien beantragen?

Folgende Voraussetzungen müssen Unternehmen erfüllen, um die Prämien erhalten zu können:

  • Maßnahmen 1 + 2 (Ausbildungsprämien): Antragsberechtigt sind Kleinst-, kleine oder mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten (KMUs), die durch die Corona-Pandemie in erheblichem Umfang betroffen sind. Das heißt, das Unternehmen hat in der ersten Jahreshälfte 2020 mindestens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt oder der Umsatz ist im April und Mai 2020 gegenüber April und Mai 2019 um mindestens 60 Prozent eingebrochen.
  • Maßnahme 3 (Vermeidung von Kurzarbeit): KMU, die trotz Corona-bedingten Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im ganzen Betrieb die laufende Ausbildungsaktivität fortsetzen und Auszubildende und deren Ausbilder nicht in Kurzarbeit schicken.
  • Maßnahme 4 (Auftrags- und Verbundausbildung): KMUs, die Auszubildende für wenigstens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die dafür notwendige Ausbildungseignung verfügen.
  • Maßnahme 5 (Übernahmeprämie): KMUs aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen Betrieben bis zum 31.12.2020 für die restliche Dauer der Ausbildung übernehmen.

Für alle Maßnahmen gilt außerdem: Ausschließlich Betriebe mit maximal 249 Beschäftigten können die Förderung erhalten. Außerdem sind Praktika von den Prämien ausgeschlossen. Weitere Informationen: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Autor: Maya Rychlik
Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Bildquellen: Adobestock, Imago

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