Universität Kiel

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Über 2.300 Studierende sind aktuell an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eingeschrieben die höchste Anzahl an Studierenden, auf die der Fachbereich seit seiner Gründung 1946 zurückblicken kann. Eine Ursache dafür ist: Die Fakultät hat die klassischen Fachgebiete beibehalten und sie gleichzeitig durch neue Forschungsrichtungen ergänzt. Der Hauptanteil der Studierenden ist weiterhin in den klassischen Fachbereichen Nutzpflanzenwissenschaften, Nutztierwissenschaften und Agrarökonomie eingeschrieben. Beachtenswert ist der hohe Anteil an weiblichen Studierenden: In den Agrarwissenschaften machen sie 52 Prozent der Studierenden aus, in der Ökotrophologie sogar 87 Prozent.

Der Kontakt zwischen Professoren und Studierenden ist eng und unkompliziert. Dadurch ergibt sich eine angenehme Studienatmosphäre, zu der auch die äußeren Rahmenbedingungen mit beitragen: Strand, Meer, Segeln, Kneipen- und Theaterszene, Studentenparties und die Kieler Woche bereichern das Studienleben. Auch Familienfreundlichkeit und Sportförderung werden an der CAU Kiel großgeschrieben.

Prof. Dr. Joseph-Alexander Verreet, Direktor des Instituts für Phytopathologie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, gibt Auskunft über die Besonderheiten des Studienorts Kiel:

Worin liegen die Vorzüge des Studienorts Kiel?

Wenn man die Studierenden des Grundsemesters befragt, warum sie Agrarwissenschaften in Kiel und nicht in ihrem Bundesland studieren, so äußern sie, dass sie das Land zwischen den Meeren mit seiner ausgeprägten Agrarstruktur als sehr attraktiv empfinden. Auch in den Bewertungen der Fakultäten durch deutsche Studierende wird der Standort Kiel aufgrund seines Lehrangebots und der daraus resultierende Berufsaussichten als sehr positiv bewertet. Eine Besonderheit ist die Verbindung von Agrar- und Ernährungswissenschaften unter einem Dach. Diese ermöglicht im Studium eine ganzheitliche Analyse der Nahrungsmittelproduktion: Von der Urproduktion mit der Bewertung der Umweltwirkungen von Landnutzungssystemen über das Agribusiness und die Lebensmittelverarbeitung bis zur gesundheitlichen Bewertung eines Lebensmittels.

Was zeichnet die angebotenen Studiengänge aus im Vergleich zu anderen Hochschulen?
Die Fakultät der Universität Kiel verbindet Agrarwissenschaften und Ökotrophologie. Die Ökotrophologie ist auch in Gießen, Hohenheim und Jena etabliert, dort allerdings in anderen Fachbereichen und Fakultäten. Die Kieler Fakultät ist außerdem bundesweit die einzige, die einen Studiengang Agrarökonomie eingerichtet hat. Dieser bietet den Studierenden nach einem Bachelor-Abschluss in Volks- oder Betriebswirtschaft die Möglichkeit, sich in einem zweijährigen
Hauptstudium intensiv mit den Belangen des Agribusiness auseinanderzusetzen.

Macht sich die Nähe auch in Ihren Studien- und Forschungsinhalten bemerkbar?

Im Bundesland zwischen den Meeren angesiedelt, hat die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät Kiel dem international ausgerichteten Markt der Aquakultur mit jährlich geschätzten zehnprozentigen Wachstumsraten in der hierzu erforderlichen Forschung und Lehre Rechnung getragen. 2007 wurde im Institut für Tierzucht und Tierhaltung eine Abteilung des Fachgebiets Marine Aquakultur eingerichtet. Darüber hinaus hat die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät Kiel im Bereich der Umweltwissenschaften als eine der wenigen in Deutschland eine Abteilung für Hydrologie und Wasserwirtschaft.

Wie international ist das Studium?

Sowohl deutsche als auch Studierende aus dem Ausland nehmen mit steigender Anzahl an den vier internationalen Masterprogrammen „Environmental Management“, „Ecohydrology“, „Applied Ecology“ und „AgriGenomics“ teil. Letzterer hat sich in erstaunlich kurzer Zeit bereits gut etabliert und ist auch keine Konkurrenz für die grundständigen hiesigen Studiengänge in den Pflanzen- und Tierwissenschaften. Aktuell bereiten wir einen fünften internationalen Studiengang „Dairy Science“ vor. Damit stellt die Fakultät die Hälfte aller insgesamt an der Universität Kiel angebotenen internationalen Masterstudiengänge.

Wie sehen die Berufschancen Ihrer Absolventen aus?

Das Studium der Agrarwissenschaften in Kiel eröffnet mit seiner breiten Grundlagenausbildung und der darauf aufbauenden Schwerpunktsetzung im Masterstudium vielfältige Berufsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb der praktischen Landwirtschaft. Die Absolventen haben eine mehr als gut zu bezeichnende Berufschance. Ich würde sagen, dass über 98 Prozent der Absolventen eine entsprechende Beschäftigung in der Privatwirtschaft, in Verbänden, dem Öffentlichen Dienst sowie in Forschung und Lehre erhalten.

Würden Sie Studierenden eher zu einem generalistischen oder zu einem spezialisierten Studium raten?

Die agrarwissenschaftlichen Qualifikationsanforderungen und -ziele erfordern die Ausbildung von Absolventen, die über breite Kenntnisse und Fähigkeiten in zahlreichen Fachgebieten verfügen und diese anwenden können. Somit werden sie als „Allrounder“ bezeichnet. Dies bedingt jedoch gleichermaßen eine intensive grundlagen- wie anwendungsorientierte Forschung und Wissensvermittlung. Somit stellen die Studierenden der Agrarwissenschaften eine eigene „Spezies“ dar. Ich würde wegen der Breite der späteren Berufsangebote zu einem generalisierten Studium raten, es sei denn, dass jemand ganz spezifische Vorstellungen seines Berufsziels besitzt.

Die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät im Überblick

Bachelorstudium

Die Struktur der Studiengänge sichert eine breite, anwendungsorientierte Ausbildung im Bachelorprogramm und eine stärker wissenschaftliche Ausbildung im Masterprogramm. Hiermit werden die Studierenden zielgerichtet auf die Anforderungen im künftigen Berufsfeld vorbereitet. Im Bachelorstudium bietet die Fakultät die Studiengänge Agrarwissenschaften und Ökotrophologie an. In den Agrarwissenschaften setzt sich der Bachelor of Science aus vier Vertiefungsrichtungen zusammen: Nutzpflanzenwissenschaften, Nutztierwissenschaften, Agrarökonomie und Agribusiness sowie Umweltwissenschaften. In der Ökotrophologie gibt es zwei Vertiefungsrichtungen: Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften sowie Ernährungs- und Gesundheitsökonomie. Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester.

Masterstudium

Der Master of Science setzt sich in den Agrarwissenschaften aus fünf Vertiefungsrichtungen zusammen: Nutzpflanzenwissenschaften, Nutztierwissenschaften, Agrarökonomie, Agribusiness und Umweltwissenschaften. Studierende im Masterstudiengang Agrarwissenschaften können zudem den Studienschwerpunkt Milcherzeugung wählen. Diese Spezialisierung ist einmalig an deutschen Hochschulen und bündelt das Fachwissen der Kieler Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät mit dem des Max-Rubner-Instituts am Standort Kiel, dem Julius Kühn-Institut und dem Dairy Research Center
Kiel. In der Ökotrophologie gibt es zwei Vertiefungsrichtungen: Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaft, Ernährungs- und Verbraucherökonomie.
Außerdem bietet die Fakultät vier internationale (englischsprachige) Masterprogramme an: Environmental Management (gemeinsam mit der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät), AgriGeonomics, Ecohydrology und Applied Ecology.

Promotion

Die Agrar- und Ernährungswissenschafltiche Fakultät verleiht den Grad eines Doktors der Agrarwissenschaften (Dr. sc. agr.) oder den Grad eines Doktors der Ökotrophologie (Dr. oec. troph.) Die Zulassung zur Promotion setzt den Nachweis der Note gut (bis 2,5) in einem Diplom- oder M.Sc.-Zeugnis einer Agrar- und/oder Ernährungswissenschaftlichen Fakultät einer deutschen oder anerkannten ausländischen Universität voraus. Absolventen von Fachhochschulen können zur Promotion zugelassen werden, wenn sie die Diplomprüfung oder den M.Sc.-Abschluss in einem für das Promotionsfach einschlägigen Studiengang mindestens mit der Gesamtnote sehr gut (bis 1,5) bestanden haben.

Berufseinstieg

An der CAU Kiel finden in jedem Semester Karrieretage in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen statt. Zudem bestehen intensive Kontakte zwischen den Instituten und der Industrie, über die Bachelor- und Masterarbeiten sowie Praktikantenstellen vermittelt werden und somit die ersten Kontakte für einen möglicherweise späteren Berufseinstieg geknüpft werden können.

Kontakt

Dekanat der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät
Hermann-Rodewald-Str. 4
24118 Kiel
Tel. 0431 880-2591
E-Mail: dekanat@agrar.uni-kiel.de
www.agrar.uni-kiel.de

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